Sie hat 97 Mitglieder und nimmt sich des intensiven Schwimmsports an: die DLRG-Ortsgruppe Vöhrenbach. Mit viel Energie und Geschick rudert sie um die Corona-Klippen. Dem Vorsitzenden Christian Wichmann und Vertreter Sebastian Kern liegt besonders der Schwimmunterricht am Herzen.

Wütend und traurig

Kinder und Jugendliche sollen problemlos mit dem Element Wasser umgehen können, sich sportlich betätigen und Spaß haben. Ernster Hintergrund: Immer wieder kommt es zu Badeunfällen, da Kinder wie Erwachsene nicht richtig oder gar nicht schwimmen können. „Es macht mich wütend und traurig zugleich, wenn ich an die immer häufigeren Meldungen denke, dass wieder vermehrt Kinder ertrinken und sich dies noch verstärken wird, unter anderem wegen ausfallender Schwimmkurse und fehlendem Jugendtraining. Unsere Kinder sind das wichtigste Gut unserer Gesellschaft. Sie sind unsere Zukunft“, betont Wichmann.

Verschiedene Schwimmabzeichen

Helfen sollen die deutschen Schwimmabzeichen, wobei das Seepferdchen ein prägendes Symbol ist. Dabei werden den kleinen Wasserratten die üblichen Baderegeln beigebracht, die beherrscht werden müssen. Ferner ist eine praktische Prüfung notwendig. Dabei muss vom Beckenrand ins Wasser gesprungen und 25 Meter in Bauch- oder Rückenlage geschwommen werden. Daneben gilt es, einen Gegenstand aus schulterhohem Wasser vom Boden zu holen. Als nächste Stufe gibt es den Freischwimmer-Schein, das deutsche Schwimmabzeichen in Bronze. Höhere Anforderungen werden bei Silber und Gold gefordert.

Intensives Lernen

Das Zentrum der aktiven Truppe bilden zehn Frauen und Männer. Sie freuen sich darüber, dass der Seepferdchenkurs mit jährlich acht bis zehn Kindern gut genutzt wird. Hier wird ein halbes Jahr trainiert. Auf einen Betreuer kommen zwei Kinder, was ein intensives Lernen und individuelle Anleitung ermöglicht. Betreuer und Trainer müssen ein polizeiliches Führungszeugnis vorweisen. Während der Corona-Krise gibt es naturgemäß Veränderungen. Zunächst waren die Verantwortlichen verunsichert. Mitte März wurde das Jugendtraining eingestellt, Schwimmkurse und Rettungsschwimmer-Training mussten abgesagt werden.

Finanzielle Einbußen

Nur am 20. Juli gab es einen Trainingsabschluss im „Schwimmi“, an dem 25 Kinder und Jugendliche teilnahmen. Nicht leicht war es, mit Kindern Hygieneregeln einzuhalten. Während der Ferienzeit gibt es kein Training. Nur am Kirnbergsee schiebt man über den DLRG-Bezirk Schwarzwald-Baar Rettungswache. Man hofft auf weitere Lockerungen durch Landesregierung und den DLRG-Bundesverband, denn man war ein bisschen frustriert, die Arbeit einstellen zu müssen. Verbunden mit den strikten Verhaltensanordnungen waren natürlich auch finanzielle Einbußen, die sich bis dato auf rund 2000 Euro belaufen. Allerdings kann man auf ein Polster bauen, um die Durststrecke zu überstehen. Staatliche Hilfen gab es nur für jene Vereine, die von Insolvenz bedroht waren. Unangenehmer als finanzielle Verluste wäre, wenn der Nachwuchs wegen fehlenden Trainings abspringt. Für die Zukunft wünscht sich die DLRG-Ortsgruppe klare Zielvorgaben. Momentan begegnen die Mitglieder der Situation mit großem Verständnis. Vom Schwimmsport würden alle profitieren, denn man könne sich gesund und fit halten und sei mental gefordert.

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