Einen Volltreffer landete die Burgzunft Hammereisenbach mit ihrem Theaterstück „Wenn einer eine Reise tut oder Geräuchertes mit Sauerkraut.“ Die Komödie von Regina Rösch begeisterte das Publikum in der ausverkauften Festhalle und strapazierte die Lachmuskeln.

Herausforderungen bravourös gemeistert

Dabei stellte sie eine besondere Herausforderung an die Schauspieler, denn lange Textpassagen und knallharte Dialoge waren keine Seltenheit, wurden aber von allen problemlos gemeistert. Die elfköpfige Theatertruppe spielte sich in Bestform, alle verkörperten ihre Rollen mit ganzer Hingabe, was auch der perfekten Rollenverteilung von Regisseur Manfred Joachimsthaler zu verdanken war.

Plötzlich sind die Ehefrauen dabei

Wie sehr eine Kur doch anders verläuft, wenn plötzlich die Ehefrauen mitfahren, das erfuhren die Freunde Oswald (Christoph Winterhalder) und Emil (Georg Mayer), die zuvor 20 Jahre alleine diesem Vergnügen frönten. Da kommt die Erholung schnell zu kurz und die Möglichkeit, sich einen Kurschatten anzulachen, ist fast aussichtslos. Es sei denn, man einigt sich auf eine Pause vom Eheleben.

Heiratsschwindler tauchen auf

Dass sich aber ausgerechnet die Heiratsschwindler Ferdinand und Adalbert (Christopher Preisinger und Michael Willmann) an die eigenen Frauen heranpirschen, das erfordert eine ganz andere Taktik. Über die Verwandlung von Helga (Anna-Lena Neininger) und Betty (Ramona Preisinger) vom urigen Landbollen mit der ewigen Dauerwelle und den stinkigen Füßen zum weiblichen Tiger konnte man ausgiebig lachen.

Stürmischer Zwischenapplaus

Klar, sie hatten auch die wertvollen Tipps der Masseuse Susi (Sindy Birkle) in die Tat umgesetzt. „Geht doch mal zum Hairstylisten Toni“ munterte diese die Damen auf und großes Gelächter folgte, denn die Verbindung zu örtlichen Begebenheiten, hier zu ihrem eigenen Mann, sorgte immer wieder für stürmischen Zwischenapplaus.

Helga (Anna-Lena Neininger) und Betty (Ramona Preisinger) spielen die urigen Ehefrauen vom Lande.
Helga (Anna-Lena Neininger) und Betty (Ramona Preisinger) spielen die urigen Ehefrauen vom Lande. | Bild: Carmen Hegenauer

„Soll ich ihre Frauen im Moorbad untertauchen?“ Das fragte Masseur Harry (Rolf Haase) die gebeutelten Ehemänner, die aber längst schon ihre „Sahneschnittchen“ Jaqueline und Chantal (Saskia und Lisa Willmann) ausfindig gemacht hatten.

Großes Gelächter

Während sich zwei Akte in der „Kurklinik in Bad Füssing“ abspielten, erwartete die Zuschauer anfangs als Bühnenbild eine Haltestelle. Dorthin erschienen die singenden Feuerwehrmänner und großes Gelächter begleitete sie, sollten sie doch eigentlich ihre Reise in den Urlaub beginnen. „Samstag ist ein schöner Tag, weil ich Kraut am liebsten mag“, erklärte Oswald, doch die Nachbarin Marie (Andrea Willmann) ließ sich nur zu einem Kaffee überreden.

Die Heiratsschwindler Ferdinand (Christopher Preisinger) und Adalbert (Michael Willmann) werden von Masseur Harry (Rolf Haase) vor die Tür gesetzt.
Die Heiratsschwindler Ferdinand (Christopher Preisinger) und Adalbert (Michael Willmann) werden von Masseur Harry (Rolf Haase) vor die Tür gesetzt. | Bild: Carmen Hegenauer

Überhaupt führte der Sauerkrautspruch zur Pointe des Theaterstücks, unerwartet und doch so raffiniert. Eine bessere Premiere hätte die neue Theaterbühne jedenfalls nicht erfahren können als mit dieser Aufführung. Die Theaterspieler waren in ihrem Element und überzeugten auf ganzer Länge.

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Für die beiden Debütantinnen Lisa Willmann und Sindy Birkle gab es am Ende keine Frage. „Wir spielen im nächsten Jahr wieder“, so sehr hatte ihnen die Vorbereitung im Team und die erfolgreiche Aufführung gefallen. Unter begeistertem Applaus stellte die Vorsitzende der Burgzunft und Souffleuse an diesem Abend Praxedis Dorer alle Akteure vor und bedankte sich für das erfolgreiche Theaterspiel. Für die passende Maske sorgten Claudia Preisinger und Karin Bendel.

Weitere Aufführung

Das Theater wird am Sonntag, 24. November, um 18 Uhr wiederholt. Auch dieses Mal wird es „Geräuchertes mit Sauerkraut“ geben, ein absolutes Muss bei diesem Stück. Die Festhalle ist ab 16 Uhr geöffnet, Eintritt sechs Euro.