Eigentlich war es viel zu warm zum Wandern. Doch auf der etwa fünf Kilometer langen Strecke bei der heimatgeschichtlichen Wanderung mit Thomas Demattio gab es immer wieder schattige Stellen, so dass die über 30 Teilnehmer doch keinen Sonnenbrand bekamen.

Der Start erfolgte nach der Begrüßung durch den Ortsvorsteher Peter Hummel beim Wasserturm gegenüber des Bahnhofes. Beide Gebäude sind so gut wie im Originalzustand und erinnern an die Bregtalbahn, die im Jahre 1893 erstmals in Hammereisenbach einfuhr, ehe 1972 das abrupte Ende erfolgte.

Der Elsäßerhof mit Bäckerei gehörte früher zu den stattlichen Gebäuden in Hammereisenbach. Auch er ist Thema der Wanderung.
Der Elsäßerhof mit Bäckerei gehörte früher zu den stattlichen Gebäuden in Hammereisenbach. Auch er ist Thema der Wanderung. | Bild: Hartmut  Ketterer

Über die Bäckerei im Elsäßerhof

Erinnerungen weckte Wanderführer Thomas Demattio, als er ein Bild des großen Elsäßerhofes zeigte. Im Hof befand sich eine Bäckerei und Peter Schlesselmann, ehemaliger Hammereisenbacher und jetzt in Lörrach wohnend, schwärmte von den damals leckeren Backwaren. Einige ältere Hammereisenbacher konnten dem nur zustimmen. Der Elsäßerhof fiel dem Straßenbau zum Opfer. Einige Mauersteine kamen beim Bau des Wohnhauses von Markus Lüders in der Bahnhofstraße beim Ausgraben des Fundamentes wieder zum Vorschein.

Die älteste Straße im Ort

Über die frühere Besiedlung Laubenhausen führte der Weg zum Fischerhof. Hier hatte Demattio die älteste Straße des Ortes ausgemacht. Da es noch keine Brücke gab, existierte eine Furt durch die Breg, wodurch der wichtige Handelsweg nach Villingen beziehungsweise Freiburg möglich wurde. So war der Fischerhof mit seinen umliegenden Gebäuden und der Gaststätte früher eine zentrale Stelle. Auch die Hofgröße mit 400 Hektar Land trug dazu bei. 1896 brannte das Wirtshaus ab und 1966 ein Stallgebäude. Später wurde der Bereich Fischerhof Eigentum von der Stiftung Haus am Berg, aktuell Bruderhaus Diakonie. Im Jahre 1994 erhielt die Kapelle eine Glocke, die gespendet wurde. Zuvor war das Glockentürmchen leer.

Erzgrube am Wegrand ins Forbental

Interessant war auch eine alte Landkarte des Bregtals, die Demattio präsentierte. Kartograph Sebastian Münzer, ehemals auf dem 100-Mark-Schein abgebildet, zeichnete für das Anlegen dieser und anderer Karten verantwortlich. Weiter auf dem Weg ins Forbental lag am Wegesrand eine kleine Grube, die für viele unbekannt war. Hier und in einem längeren Stollen in der Hammereisenbacher Ortsmitte oberhalb der Kirche wurde früher, als es noch zwei Hammerwerke in Ort gab, nach Erzen gegraben.

Über den Weiherberg erfolgte der Rückweg zum Krumpenhof. Auf den bewaldeten Anhöhen ließ sich verdeutlichen, wo Laubenhausen oder das Krumpenschloss einst existierten. Der Krumpen- und der Fischerhof zählten übrigens früher mit jeweils 400 Hektar Grund zu den größten Höfen im Schwarzwald.

Schalenstein über dem Friedhof

Als Kenner des Ortes und seiner Geschichte hatte Demattio eine weitere Überraschung parat: einen großen Schalenstein oberhalb des Friedhofs am Wegesrand. Leider gebe es unterschiedliche Ansichten über die Entstehung von Schalensteinen, von denen noch weitere beim Kuckucksweiher in Hammereisenbach zu finden sind. Die einen Forscher sprechen von einer natürlichen Entstehung, andere von menschlicher Herstellung als Kult- oder Opferstätten während der Keltenzeit.

Die erste Kirche im Ort

Einen zweitletzten Zwischenstopp gab es beim Haus Sekinger. Hier wurde 1724 die erste Kirche im Ort, damals noch Bregenbach, gebaut. Geblieben bis in die heutige Zeit ist das große Kreuz an der Hauswand. Nach dem Neubau der Kirche in der Ortsmitte in den Jahren 1901 und 1902 wurde das Haus als Wohnhaus umgebaut. Die Glocke der ersten Kirche fand einen neuen Platz in der 1906 erbauten Friedhofskapelle. Der Friedhof selber wurde 1834 angelegt.

Verdutzte Gesichter blickten Thomas Demattio entgegen, als er ankündigte „Wir gehen jetzt zum Hochhaus von Hammereisenbach.“ Die einleuchtende Erklärung: Nicht die Größe war ausschlaggebend, sondern der einstige Besitzer Namens Hoch. Das Haus stand unterhalb der Ruine Neufürstenberg und wurde deshalb Hochhaus genannt. Das Haus brannte ab. Der Neubau erfolgte parallel zur Hauptstraße und ist jetzt das Anwesen von Thomas Elsäßer. Peter Hummel dankte zum Abschluss Thomas Demattio für seine interessanten, geschichtlichen Ausführungen, zu denen auch viele alte Fotos gehörten.