Eine schwierige Situation, wie er sie nach eigenen Worten bisher noch nicht erlebt hat, muss der Vöhrenbacher Förster Alfred Heinzelmann bewältigen.

Vorbildliche Arbeit

Verschiedene Probleme, wie große Massen von Sturm- und Käferholz auf dem Markt, sorgen dafür, dass der Gewinn aus dem Wald im kommenden Jahr voraussichtlich fast um die Hälfte auf rund 250 000 Euro sinkt. Gleichzeitig bescheinigte ihm Philipp Weiner, Leiter der Betriebsstelle Triberg im Kreisforstamt, eine hervorragende Arbeit, ohne die das Ergebnis sicher noch wesentlich schlechter ausfiele: Gemeinsam mit den Vertretern der Forstdirektion Freiburg stellte er bei der Zwischenrevision im Vöhrenbacher Wald eine „außerordentlich vorbildliche und engagierte Bewirtschaftung durch Revierleiter Alfred Heinzelmann“ fest, seine Arbeitsbelastung durch die drei Blöcke Jagd, Holzverkauf sowie Einschlag und Pflege sei überdurchschnittlich hoch. Der Vöhrenbacher Wald ist also offensichtlich in besten Händen.

Probleme größer als gedacht

Bei der Vorstellung des Forstwirtschaftsplanes 2019 machte Heinzelmann deutlich, dass die deutlich geringeren Einnahmen sowohl auf den Käfer als auch auf den Sturm zurückzuführen seien. Beide Probleme beträfen ganz Mitteleuropa, und die Schäden seien um ein Vielfaches größer, als in den ersten Monaten kalkuliert wurde.

Holzpreise eingebrochen

Der große Anfall von entsprechendem Holz auf dem Markt sorge für einen deutlichen Einbruch bei den Preisen, häufig sei Käfer- oder Sturmholz nicht mehr zu verkaufen. Zum Glück habe man bei den regionalen Sägewerken noch verlässliche Geschäftspartner, sonst wäre der Verlust noch deutlich größer. „Ich habe mir noch nie so viel Sorge um den Wald gemacht wie aktuell“, unterstrich Heinzelmann.

Hiebsatz sinkt leicht

In der Diskussion mit den Gemeinderäten wurde deutlich, dass Vöhrenbach sowohl beim Sturm wie beim Käferbefall im Vergleich zu benachbarten Gemeinden relativ glimpflich davon gekommen ist. Er habe bereits, wie die Gemeinderäte anregten, mit dem Verkauf auf die Entwicklung reagiert, doch auf der anderen Seite seien die Einnahmen aus dem Wald im Haushalt fest eingeplant, weshalb man den Hiebsatz im kommenden Jahr auch bei sinkenden Preisen nur etwas von 14 500 auf 13 500 Festmeter senkt. Weiner erläuterte außerdem, dass durch die trockene Witterung der Borkenkäfer im vergangenen Jahr besonders aktiv war, im Spätherbst sogar noch eine vierte Brut geschlüpft sei. 2018 werde man das angestrebte Ergebnis von 469 000 Euro Gewinn aus dem Wald, auch dank der guten Geschäftspartner, erreichen, erklärte Heinzelmann. Er macht außerdem deutlich, dass man bei geringeren Einnahmen auch mit verschiedenen Vorhaben, soweit möglich, wartet, um auch die Ausgaben niedriger zu halten.

Käferholz ist kaum noch zu verkaufen

Albert Schwörer (BWV) übernahm es, Heinzelmann für sein Engagement zu danken, der „zum Wohle aller das Beste rein holt“. Diskutiert wurde auch die Verwendung von Käfer- und Sturmholz, die immer schlechter abzusetzen sind. Dabei sei das Holz eigentlich von guter Qualität, doch beispielsweise fordern die Architekten für den Hausbau nur frisches Holz, stellte Heinzelmann fest. Auch das Käferholz könne, so Weiner, beispielsweise nicht für die Heiz-Pellets verwendet werden, da die Kunden das etwas verfärbte Holz nicht akzeptieren. Daher sei man für jede sinnvolle Verwendung von Holz aufgeschlossen, erläuterte Heinzelmann, angesprochen wurden auch Heizzwecke. Ein wesentlicher Beitrag zur Vorsorge sei es, durch regelmäßige Beobachtung im Wald die frisch befallenen Bäume zu entdecken und zu fällen, bevor die Käfer fliegen können.

Andere Baumarten fördern

Weiner stellte dann noch das Ergebnis der Zwischenrevision vor, wie sie nach der Hälfte der insgesamt zehnjährigen Phase der Wald-Planung vorgesehen ist. Alles sei durchweg im grünen Bereich. Allerdings empfehle man, auch im Blick auf die klimatische Entwicklung, zusätzlich zur Fichte andere Baumarten noch stärker als bisher geplant zu fördern. Neben der Tanne betreffe dies vor allem auch Buche und Douglasie. Gerade unter diesen Gesichtspunkten sollte auch die Stadt bei der Pflege der jungen Bestände nicht sparen, denn dies sei eine wesentliche Strategie für die Zukunft des Waldes.