Nun ist es amtlich: In einer außerordentlichen Mitgliederversammlung beschloss der Vöhrenbacher Verein „Hilfe nach Tschernobyl“ seine Auflösung zum Jahresende. Die Vöhrenbacher Hilfsaktion für die Kinder aus Weißrussland kann deshalb künftig nicht mehr stattfinden. Die am Ende noch vorhandenen Gelder kommen dann direkt den Kindern in Weißrussland zugute, wie beschlossen wurde.

14. und letzte Aktion

In diesem Jahr findet nach 14 Jahren zum letzten Mal eine Aktion für Kinder aus der Region der Reaktorkatastrophe von Tschernobyl statt. Wieder sind 21 Kinder aus Buda Koschelewo in Weißrussland für drei Wochen in Vöhrenbach, um sich zu erholen (wir berichteten). Der Fortbestand dieser Aktion ist in Vöhrenbach nicht mehr gewährleistet, nachdem die Motoren des Hilfsprojekts, Verena Schafranski und Fred Heinze, wieder in ihre sächsische Heimat zurückkehren.

So hatte die Hauptversammlung des Vereins im Februar bereits beschlossen, dass man den Verein nach der letzten Aktion in diesem Sommer zum Jahresende 2019 auflösen soll. Für die Auflösung musste nun aber noch einmal eine außerordentliche Mitgliederversammlung mit diesem Programmpunkt stattfinden.

Einstimmiger Beschluss

Vorsitzender Fred Heinze freute sich über den regen Besuch der Versammlung. Es waren eine Reihe von Beschlüssen zu fassen. Zuerst einmal wurde einstimmig die Auflösung des Vereins zum Jahresende beschlossen. Zu Liquidatoren, die das Ganze rechtlich abwickeln und auch die Verwendung der Gelder in die Wege leiten und überwachen, wurden Fred Heinze und Verena Schafranski gewählt. Gerade auch zur Kontrolle der Mittelverwendung, so Fred Heinze, sei es natürlich sinnvoll, engen Kontakt zum Partnerverein in Weißrussland zu haben und dort auch vor Ort zu sehen, wie das Geld verwendet wird. Dann beschloss der Verein, dass die verbleibenden Geldmittel nach der Auflösung für ein Projekt in Buda Koschelewo in Kooperation mit dem dortigen Partnerverein verwendet werden sollen. Das Geld soll damit direkt auch wieder den Kindern in Weißrussland zugute kommen.

Geld fließt nach Weißrussland

In einem weiteren Beschluss wurde festgelegt, dass das Geld zuerst einmal für den Aufbau eines Kabinetts für Schulungen in Erster Hilfe und Brandschutz investiert werden soll, das allen Schulen im Kreis Buda Koschelewo zur Verfügung steht. Die nach der Einrichtung noch vorhandenen Mittel werden für den weiteren Betrieb und die Unterhaltung dieser Einrichtung verwendet. Der dortige Verein berichtet den Liquidatoren regelmäßig über die Verwendung der Gelder.

Mehrmals hat der Verein Hilfe nach Tschernobyl aus Vöhrenbach einen großen Hilfstransport für die Partnerstadt Buda Koschelewo in Weißrussland auf den Weg gebracht. Auf dem Bild ist zu sehen, wie die dortigen Helfer die Pakete entladen.
Mehrmals hat der Verein Hilfe nach Tschernobyl aus Vöhrenbach einen großen Hilfstransport für die Partnerstadt Buda Koschelewo in Weißrussland auf den Weg gebracht. Auf dem Bild ist zu sehen, wie die dortigen Helfer die Pakete entladen. | Bild: Fred Heinze

Abschließend dankte Fred Heinze allen Beteiligten für die 14 Jahre erfolgreiche Zusammenarbeit. Für den Partnerverein in Buda Koschelewo sei es natürlich bedauerlich, dass im kommenden Jahr die 20 Erholungsplätze in Vöhrenbach und gleichzeitig auch 20 Plätze in Backnang wegfallen werden. Sein besonderer Dank galt seiner Partnerin Verena Schafranski, die diese Aktion wesentlich organisiert hatte: „Sie hat es sicher nicht immer einfach mit mir“, meinte Fred Heinze. Nicht zuletzt konnte er auch berichten, dass der Partnerverein in Weißrussland gerade die Aktion in Vöhrenbach immer als beispielhaft bezeichnet habe.

Beifall für Organisatoren

Rolf Stenske schließlich übernahm es sich im Namen der Vereinsmitglieder, bei den beiden Hauptverantwortlichen Verena Schafranski und Fred Heinze zu bedanken. Denn ohne sie wäre diese Aktion nicht denkbar gewesen. Es sei sehr bedauerlich, dass diese Aktion nun unwiderruflich beendet wird. Dies mache deutlich, welche Bedeutung diese beiden Führungspersönlichkeiten für diese Aktion hatten. Sowohl bei den Kinder-Aktionen wie bei den Fahrten nach Weißrussland gab es viel zu tun. Mit viel Beifall bedankten sich die Vereinsmitglieder bei Verena Schafranski und Fred Heinze.