Was ist beim Brand eines E-Mobils zu beachten und an welchen Stellen darf man überhaupt derartige Fahrzeuge noch aufschneiden, um Verletzte zu bergen? Immer mehr und schwierigere Aufgaben und damit größere Anforderungen kommen auf die Einsatzkräfte der Feuerwehren zu.

Sonderschulung einmal jährlich

Fortbildung spielt deshalb eine wesentliche Rolle. Deshalb hatte der Vöhrenbacher Kommandant Ralf Heizmann bei seiner Amtsübernahme 2016 auch eine besondere Schulung eingeführt. Einmal im Jahr treffen sich die Führungskräfte aller Abteilungen, um sich einem ganz speziellen Thema zuzuwenden.

Fahrzeuge mit alternativen Antrieben im Mittelpunkt

Gruppenführer, Zugführer, Abteilungskommandanten und deren Stellvertreter nahmen an dem ganztägigen Seminar teil, um im Notfall die richtige Entscheidung treffen zu können und zum anderen dieses Wissen wieder an ihre Mannschaften weiterzugeben. In diesem Jahr standen Verkehrsunfälle im Mittelpunkt, gerade bei Fahrzeugen mit alternativen Antrieben oder Lastwagen.

Immer mehr Fahrzeuge haben einen Elektroantrieb, einen Hybrid-Antrieb oder fahren mit Gas. Diese alternativen Antriebe bergen ganz unterschiedliche Gefahren. In welchen Bereichen dürfen Fahrzeug verformt oder aufgeschnitten werden, wo besteht Gefahr durch Kabel mit Hochspannung, Airbags, Kondensatoren und Ähnliches? Hierbei stellt sich beispielsweise die Frage, wie können solche Fahrzeuge stromlos gemacht werden.

Elektrofahrzeuge als Anschauungsmaterial

Dafür standen der Feuerwehr unter anderem zwei Elektrofahrzeuge als Anschauungsmaterial zur Verfügung. Hinzu kamen sechs weitere Fahrzeuge, an denen die Fahrzeugöffnung mit Schere und Spreizer praktisch geübt werden konnte.

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Durchgeführt wurde die Schulung durch eigene Führungskräfte der Vöhrenbacher Feuerwehr, die selbst immer wieder auf entsprechenden Lehrgängen und Schulungen sind und dieses neue Wissen mit nach Vöhrenbach bringen. So wurde beispielsweise informiert, welche Löschtechniken man bei Elektro- und Gasfahrzeugen anwenden kann und darf.

Problem Elektro-Batterien

Ein Problem sind die Batterien bei Elektro-Fahrzeugen. Diese müssen beispielsweise nach einem Brand mehrere Tage lang im Wasserbad gekühlt werden. Eine andere Frage war, wie man sich bei Fahrzeugen mit Gasantrieb verhalten soll. Erklärt wurde dabei auch der Unterschied zwischen Flüssiggas und unter Hochdruck stehendem Erdgas und wie man die Explosionsgefahr verringern kann. Hierzu ging es also zuerst einmal um die theoretischen Grundlagen zu den neuen Gefahren bei den modernen Fahrzeugen.

Zum anderen gab es aber ganz praktische Hinweise, wie man mit solchen Fahrzeugen nach einem Unfall umgehen muss, welche Gefahren an der Unfallstelle entstehen können und wie man das, teilweise auch durch interne Sicherheitseinrichtungen, verhindern kann. Einen breiten Raum nahmen neue Rettungstechniken für eingeklemmte Personen ein.

Rettungsgerät effektiv einsetzen

Dabei gilt es, die entsprechenden Rettungsgeräte möglichst effektiv einzusetzen. Das betrifft nicht nur die Feuerwehr Vöhrenbach selbst, die das entsprechende Gerät auf ihrem Fahrzeug hat, sondern auch die Abteilungen, die beim Eintreffen am Unfallort wichtige Vorbereitungen für diese Rettung treffen müssen.

Dabei war ein wichtiges Thema die Rettung eingeklemmter Personen aus einem großen Lastwagen. Allein schon die Höhe des Führerhauses stellt eine besondere Herausforderung dar. Für diese Fälle hat die Feuerwehr eine spezielle Rampe zur Verfügung, sodass die Feuerwehrleute direkt auf dem Niveau des Führerhauses arbeiten können.

Kommandant erfreut über Motivation

Allerdings ist es dann auch wieder nicht einfach, den geretteten Lastwagenfahrer aus dieser Höhe sicher an die Kollegen auf der Straße und so an den Rettungsdienst weiterzugeben. Kommandant Ralf Heizmann war am Ende der Fortbildung begeistert, wie motiviert seine Führungskräfte sich hier informieren und ausbilden, um dann im Notfall schnell und effektiv helfen zu können.