Klein aber oho, so lassen sich die Errungenschaften des Arbeitskreises Stadtgeschichte beschreiben. Mit einem Glas Sekt wurde jetzt in Vöhrenbach auf das 30-jährige Bestehen angestoßen, zurückgeblickt und im kleinen Rahmen gefeiert.

„Wir sind zwar nur eine Unterabteilung der Heimatgilde Frohsinn“, stellte der stellvertretende Vorsitzende Markus Schätzle fest, „doch was in den drei Jahrzehnten erreicht wurde, kann sich durchaus sehen lassen“.

Damit hatte Schätzle nicht zuviel versprochen, denn seine mit Bildern, Videos und Zahlen untermalte Präsentation untermauerten seine Worte. So wurden viele historische Schätze wie mechanische Musikwerke, Uhren und Bilder, alles „Made in Vöhrenbach“ gesammelt, gekauft oder ersteigert. Gekauft wurde des Weiteren der Christuskopf von Wolfgang Kleiser, der an Ostern in der Stadtkirche zu sehen ist. Möglich wurden die vielen Anschaffungen aber nur, weil viele Freunde und Gönner hinter der Arbeit stehen und bei den teils nicht gerade billigen Projekten großzügige Unterstützung leisten.

Erstes Ziel war ein Buch

Schätzle freute sich über die gute Resonanz zum Jubiläum. Etwa 50 Personen füllten den Saal im Haus der Heimatgilde, trotz bestem Sommerwetter draußen und bekundeten auf diese Weise das Interesse an dem kleinen Verein. Die Sublodere-Hans-Gruppe bewirtete. Mitglieder bei der Gründung am 21. November 1988 waren Erich Willmann, Hildegard Frey, Bernhard Adler, Michael Wilde, Bernhard Kleiser, Wilfried Dold und Kurt Heizmann. Das erste Ziel war die Herausgabe eines Buches über die Linachtalsperre. Das wurde ein voller Erfolg. 1990 erschien das Buch, und die erste Auflage mit 1250 Exemplaren war schnell vergriffen. Eine zweite Auflage mit 1076 Exemplaren konnte ebenfalls abgesetzt werden. Ein Erfolg wurde auch das von Wilfried Dold 1993 vorgestellte Fasnetbuch „Allen wohl und niemand wehe“. Nach geschichtlichen Recherchen präsentierte der Arbeitskreis 1994 das Buch „Neue Beiträge zur Stadtgeschichte“.

Viele Ausstellungen

Doch auch mit Ausstellungen, unter anderem eine Puppenausstellung, Arbeiten der Künstler Adolf Beermann, Adolf Heer, Bilder von Xaver Heine, Malerarbeiten von Vera von Buch und Alfons Braunbart und eine Sonderausstellung über die Firma Daniel Imhof machte der Arbeitskreis auf sich aufmerksam. Initiiert wurden auch Ausstellungen im Rathauseingang. So zeigte Thomas Demattio die Geschichte der Hammereisenbacher Burg Neufürstenberg und seit Kurzem gibt es die Werke von Thomas Lesar unter dem Motto „LesAR-T-ischeR Kruscht““ zu sehen. Ein Kraftakt wurde der Kauf des Orchestrions, Modell Herold, aus der heimischen Produktion von Imhof & Muckle. Über 70 000 Mark mussten aufgebracht werden, doch die große Spendenbereitschaft der Bürger ermöglichte dies im Jahr 1998.

Stolz ist der Arbeitskreis auf viele einheimische Uhren, die im Uhrmacherhisli zu sehen sind. Seit zwei Jahren ist man auch im Besitz einer Knödelfresser-Uhr von Adolf Häckler. Verdient machte sich der Arbeitskreis auch durch Sanierung und Erhalt von Grenzsteinen, Wehrsteinen entlang des Bruderkirchleweges, Grabsteinen und Kriegsgräbern. Doch nicht nur die Gegenstände, die jetzt wieder im Städtle sind, verdanken ihre Heimkehr dem Arbeitskreis. Gesorgt wird auch für die eigenen Immobilen „Uhrmacherhisli“ und seit 2007 das „Haus der Heimatgilde“.

Arbeit wird geschätzt

Geschätzt wird die Arbeit des Arbeitskreises auch in externen Kreisen. So besuchten im Jahr 2013 Schweizer Freunde mechanischer Musik mit 75 Personen die Ausstellungen, und 2016 statteten etwa 80 Mitglieder der Gesellschaft selbstspielender Musikinstrumente Vöhrenbach einen Besuch ab.

Weitere Details komplettierten den kurzweiligen Vortrag. Schätzle dankte allen Unterstützern, die dem Arbeitskreis unter die Arme greifen. Stefan Winker, Vorsitzender der Heimatgilde, dankte wiederum seinem Stellvertreter. „Wir sind froh, dass es den Arbeitskreis gibt“, stimmten die Gäste mit großem Beifall zu.