Uhren-Liebhaberei liegt in der Familie: Siegfried Kleiser ist als Spezialist für die heimische Uhrengeschichte bekannt, unter anderem auch durch Veröffentlichungen bei der Heimatgilde und seine Arbeit sowie die Führungen im Uhrmacherhäusle. Diese Liebe zu den Uhren hat offensichtlich sein Enkel Justin Voell geerbt. Denn bei einem seiner Besuche bei den Großeltern in diesen Sommerferien stellte er eine ganz besondere Uhr vor: Der 14-jährige Schüler der Lutzenberger Realschule Zülpich in Nordrhein-Westfalen hat eine Turmuhr gebaut, allerdings aus Lego-Steinen. Bei seinem Besuch zeigte er gemeinsam mit seinem Großvater Siegfried Kleiser sein Meisterwerk verschiedenen Uhrenfreunden, die sich von der Leistung des jungen Mannes beeindruckt zeigten.

Justin Voell.
Justin Voell.

Denn es gibt keine Bausätze und Baupläne für solche Objekte, diese Uhr wurde von Voell in eigener Konstruktion aufgebaut. Es ist gar nicht einfach, eine solche Uhr aus Lego-Steinen zu konstruieren. Bei diesen Bausteinen sind keine Zahnräder vorhanden, die in ihrem Übersetzungsverhältnis einen exakten Lauf und damit eine genaue Zeitangabe ermöglichen würden.

Auch Siegfried Kleiser bezeichnete es als erstaunlich, eine akzeptable Genauigkeit zu erreichen. Beeindruckt zeigte sich der Uhren-Spezialist auch von den technischen Daten dieser Uhr, die 27 Zentimeter breit, 21 tief und 16 Zentimeter hoch ist. Das Schlagwerk kommt auf ein Gewicht von 3000 Gramm, das Gehwerk auf weitere 1200.

Angetrieben wird das Werk durch Gewichte an einem Flaschenzug, die eine Laufzeit von vier Tagen ermöglichen. Das Pendel dieser Uhr hat eine Länge von 64 Zentimeter und verfügt über eine rückführende Ankerhemmung. Der Schlag der Uhr erfolgt auf eine Gonghülse.

Bei einem Museumsbesuch mit seinem Großvater hat der Schüler eine Schwarzwalduhr, eine neue technische Herausforderung, für sich als Lego-Konstrukteur entdeckt.

Man darf gespannt sein auf seine Modelllösung. Auch diese Uhr wird er sicherlich bei seinem nächsten Schwarzwald-Besuch mitbringen. Siegfried Kleiser sucht nach einer Möglichkeit, die Lego-Meisterwerke seines Enkels einer größeren Öffentlichkeit zu präsentieren.