Nach der Ankunft in Vöhrenbach am Samstag war für die Kinder aus der Region Tschernobyl der erste offizielle Programmpunkt am Montag der Besuch bei Bürgermeister Robert Strumberger im Rathaus.

Das Wochenende hatten die Kinder bei ihren Gastgebern in Vöhrenbach und Umgebung verbracht und dann am Sonntagabend das Jugendgästehaus im Skiinternat Furtwangen bezogen.

Nach dem Frühstück in der Vöhrenbacher Schule trafen die Kinder im Sitzungssaal des Vöhrenbacher Rathauses ein. Bürgermeister Robert Strumberger hieß die Kinder im Schwarzwald und im Naturpark Südschwarzwald willkommen. Ein besonderer Dank galt den beiden Betreuerinnen, die bereits zum vierten Mal die Kinder aus Buda Koschelewo begleiten. Außerdem dankte der Bürgermeister Fred Heinze und Verena Schafranski. Die beiden Organisatoren ermöglichen diesen Besuch jedes Jahr.

Aktuelle Weltlage macht Angst

Allerdings müsse man die traurige Feststellung treffen, dass dies vielleicht der letzte Besuch von Kindern aus der Region Tschernobyl in Vöhrenbach sein wird. Denn der Aufwand ist enorm. „Seit 14 Jahren haben Sie beide mit vielen Helfern und Sponsoren diese Aktion möglich gemacht“, sagte Strumberger und unterstrich dabei die Bedeutung solcher Begegnungen, gerade von Jugendlichen, angesichts der aktuellen Weltpolitik. Er könne derzeit nicht sagen, vor welchem der mächtigen Herrscher er mehr Angst habe, Putin, Trump oder Erdogan. Daher mache er sich große Sorgen um die Zukunft. Dabei sei es sehr wichtig, dass alle Menschen friedlich zusammen leben können in einer friedlichen Welt und in einer intakten Umwelt.

Ein schönes Bild dafür sei die Darstellung einer Erde, auf der ringsherum die Kinder der Welt stehen und sich gegenseitig die Hand reichen. Für dieses gute Miteinander sei es auch wichtig, in andere Länder zu reisen und miteinander zu sprechen. Denn dies sei etwas ganz anderes, als diese Länder beispielsweise im Fernsehen zu erleben, weil man mit den Menschen direkt in Kontakt komme.

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Zudem stellte Strumberger wie jedes Jahr die Frage an die Kinder, ob sie schon konkrete Berufswünsche haben. Viele hatten dabei schon eine klare Vorstellung und ein breites Spektrum an Berufen wurde genannt. Auch dieses Jahr könne man sicherlich wieder sagen, so der Bürgermeister: Die Kinder sind als Fremde gekommen und werden als Freunde gehen. Abschließend würdigte er nochmals das Wirken und Engagement von Schafranski und Heinze, die nun aber leider Vöhrenbach verlassen.

Heinze dankt für Unterstützung der Stadt

Fred Heinze betonte, dass der Dank auf keinen Fall nur ihnen beiden gelten könne. Ganz wesentlich sei auch die Unterstützung durch die Stadt und den Gemeinderat und alle Vöhrenbacher Bürger zu nennen. Unter anderem werde für die Betreuung der Kinder jedes Mal von der Stadt die Schule zur Verfügung gestellt. Dies sei eine wesentliche Voraussetzung für eine erfolgreiche Aktion.

„Ich erinnere mich noch sehr gut daran, wie er nach seiner Ankunft in Vöhrenbach das erste Mal mit dieser Idee auf dem Rathaus vorsprach“, sagte Strumberger. Die beiden hatten bereits zuvor in Sachsen eine entsprechende Aktion über Jahre begleitet. Genauso gut erinnerte sich Heinze an das ungläubige Gesicht von Bürgermeister Strumberger, wie er augenzwinkernd sagte. „Aber er hat ohne Zögern zugestimmt und die Unterstützung zugesagt.“

280 Kinder in 14 Jahren

Inzwischen seien in den 14 Jahren 280 Kinder in Vöhrenbach zu Gast gewesen. Immer wieder sei er den Kindern früherer Aktionen auch in Buda Koschelewo begegnet, die dabei deutlich machten, wie dankbar sie für diesen Besuch waren, sagte Heinze weiter. Nach dieser offiziellen Begrüßung gab es eine interessante und vielseitige Vorstellung der ganzen Region und des Schwarzwaldes mit Bildern und Videos. Schließlich gab es für alle Gäste aus Weißrussland noch ein kleines Geschenk zur Erinnerung.