Einen informativen und aktionsgeladenen Nachmittag bei der Vöhrenbacher Feuerwehr erlebten die Tschernobylkinder. Auch Kinder im Rahmen des Vöhrenbacher Ferienprogramms waren dabei.

Kinder Feuer und Flamme

Alle waren Feuer und Flamme bei den verschiedenen Demonstrationen. Für einen guten Draht zur Tschernobylaktion war über den bisherigen stellvertretenden Kommandanten Fred Heinze gesorgt. Bei der Kinderaktion konnte Jugendwart Moritz Winker auf seine Kollegen Edgar Schwörer, Thomas Scherzinger, Manuel Kleiser, Marcel Capaci und Robin Ohnesorg zählen. Den 26 Kindern und ihren Begleiterinnen Veronika Staravoitova und Lena Zhiglankova wurde erläutert, dass die hiesige Feuerwehr durch freiwillige Helfer gebildet wird, anders als in Weißrussland, wo alles staatlich organisiert wird. Beeindruckt waren die Neun- bis 13-jährigen vom Gerätewagen Logistik und dem Hilfeleistungslöschfahrzeug.

Rasches Handeln ist bei einem Einsatz erforderlich, wurde den Kindern deutlich gemacht. Über die Leitstelle wird die Feuerwehr alarmiert und alle Beteiligten werden per Funkmeldeempfänger benachrichtigt.

Bei Alarm in fünf Minuten am Gerätehaus

Egal ob sich die Floriansjünger am Arbeitsplatz oder in der Freizeit befinden, sie müssen möglichst binnen fünf Minuten am Feuerwehrgerätehaus eintreffen. Dann heißt es, genaue Wege einzuhalten. Wichtig ist gerade beim Atemschutz, dass die Bekleidung mit ihrem Gewicht von rund 20 Kilogramm komplett sitzt – vom Sicherheitsstiefel, über Jacke, der Technik bis zum Helm. Hinzu kommt das Atemschutzgerät, das für 20 bis 30 Minuten Sauerstoff zuführt. Der Rückweg bei einer Löschaktion muss dabei einkalkuliert werden.

Mit Spreizer und Schere

Verdeutlicht wurde, dass eine Staubexplosion etwa mit Holz- oder Mehlfeinstaub schon bei reiner Luftzufuhr entstehen kann. Gezeigt wurde, wie rasch mit Wasser brennendes Benzin, Paraffin (Kerzenwachs) oder Spiritus gelöscht werden kann. Zum nötigen Gerät gehören der Spreizer, um mit 420 Kilo­newton Stahl- oder Blechteile 50 bis 60 Zentimeter auseinander zu drücken, und die Schere, um Autos aufzuschneiden.

Vorsicht bei Spraydosen

Beim Dosenschießen im Freien durfte der Nachwuchs mit einem Hohlstrahlrohr mit vier Bar Druck schießen. Gewarnt wurde vor Fettexplosionen, die im Heimbereich immer wieder vorkommen. Keineswegs darf dabei Wasser zum Löschen eingesetzt werden, sondern mit Decken soll versucht werden, das Feuer zu bekämpfen. Vorsicht ist bei Spraydosen geboten. Erhitzung oder unsachgemäße Behandlung können böse Folgen haben. Wie hoch die Flammen schlagen können und welche Explosionen erfolgen können, wurde den Kindern eindrücklich gezeigt.

Schließlich wurden die Kinder nach erlebnisreichen Stunden durch die Frauen der Feuerwehrleute mit Suppe und Waffeln verköstigt.

Obwohl die Feuerwehr Vöhrenbach mit ihren rund 40 Aktiven, 21 Jugendlichen und einer Altersmannschaft gut aufgestellt ist, wird immer wieder Nachwuchs gesucht. Jugendwart Moritz Winker bietet daher an, dass sich Interessenten bei ihm unter Telefon 0174/7 27 92 48 melden.