„Manche große Idee hat klein begonnen“, kommentierte Bürgermeister Robert Strumberger die Vorstellung von Projektarbeiten über die Möglichkeit einer mobilen Theaterbühne an der Linachtalsperre. Schon manche eigentlich nicht vorstellbare Vision sei auch in Vöhrenbach umgesetzt worden, hofft Bürgermeister Strumberger auch im Blick auf die Linachtalsperre als großes Theater. Am Freitag, 15. Juni, können die acht Modelle der Studenten der Hochschule Karlsruhe im Vöhrenbacher Rathaus im Trauzimmer bis 18 Uhr besichtigt werden.

Zu Gast im Rathaus waren bei der Projektvorstellung vier der 20 beteiligten Architektur-Studenten. Begleitet wurden sie von der Projektleiterin und Lehrbeauftragten Sabine Schneider, Architektin in St. Georgen, sowie vom Prodekan der Fakultät Architektur, Florian Burgstaller. Verfolgt wurde die Präsentation von Mitgliedern des Gemeinderates, des Fördervereins Linachtalsperre und von Andreas Trenkle als Vertreter der Linacher Theaterspieler.

Wie Burgstaller deutlich machte, gehe es in der Fakultät immer wieder um das Thema „Bauen im Bestand“. Die Lehrbeauftragte Sabine Schneider erläuterte weiter, dass man schon manches Projekt „Bauen im ländlichen Raum“ im Schwarzwald umgesetzt habe, wobei sie als Architektin in St. Georgen natürlich auch Beziehung zur Region um Vöhrenbach habe. Die Aufgabenstellung für die Studenten lautete, an der Linachtalsperre eine temporäre Theaterinstallation zu entwerfen. Sowohl die Bühne wie die Tribüne für die Zuschauer solle so gestaltet sein, dass man sie nach einer gewissen Zeit problemlos wieder abbauen und später wieder aufbauen könne.

Um die Idee noch konkreter werden zu lassen, wurde für diese Theateraufführung an der Linachtalsperre das Thema Romeo und Julia gewählt, wobei viele Gestaltungsmöglichkeit gegeben waren, vom klassischen Shakespeare-Stück bis zur modernen Westside Story. Von großem Vorteil für die Studenten sei dabei gewesen, dass sie nicht nur von Fachleuten aus dem Bereich der Architektur begleitet wurden, sondern auch von einem professionellen Bühnenbauer. Er konnte ihnen wichtige Aspekte vermitteln, die beim Bau einer Bühne und eines ganzen Theaters berücksichtigt werden müssen.

Mit einem kurzen Video machten die Studenten als Einstimmung deutlich, wie das monumentale Bauwerk der Talsperre sie bei den Ideen für dieses Theaterstück inspiriert habe. Acht unterschiedliche Entwürfe wurden von den Studenten im Detail vorgestellt. Sowohl die Bühne in oder an der Staumauer wie auch die Tribüne für das Publikum wurde jedes Mal ganz anders gestaltet.

Auf jeden Fall war immer gefordert, dass oben in den hohen Bögen eine zweite oder dritte Spielebene eingebaut wird. Für das eine Modell wurden drei der Bögen benutzt, für ein anderes deutlich mehr. Sogar die Mauerkrone wurde teilweise mit einbezogen. Dazu kamen verschiedene Gestaltungselemente wie beispielsweise ein Gitterwerk vor der Mauer, an dem die Schauspieler die verschiedenen Ebenen erreichen können.

Bei anderen wieder stand das Tanztheater im Vordergrund, verbunden mit viel Akrobatik. Bei anderen Bühnen orientierte man sich im Blick auf die Westside Story an der Bauweise in New York, erkennbar gerade an den typischen Feuerleitern. Jedes Mal wurde vorgestellt, wie der Charakter der jeweiligen Aufführung auch durch die entsprechenden Kostüme der Schauspieler ausgedrückt wird.

Anna Wesselmann stellt ihren Entwurf einer Bühne an der Linacher Talsperre vor, die sich ganz am klassischen Theaterstück Romeo und Julia orientiert.
Anna Wesselmann stellt ihren Entwurf einer Bühne an der Linacher Talsperre vor, die sich ganz am klassischen Theaterstück Romeo und Julia orientiert. | Bild: Stefan Heimpel

Beim jüngsten Projekt, das noch einmal mit einem rasanten Video vorgestellt wurde, sind es vor allem auch die Farben und das Licht, die hier wirken. Das ganze Thema wird hier in einer Art Rockkonzert eingebaut mit einer futuristischen Tribüne für die Zuschauer.

Bürgermeister Robert Strumberger zeigte sich beeindruckt von diesen Ideen. Dies sei ein weiterer Beleg dafür, wie kreativ an den Hochschulen in Baden-Württemberg gearbeitet werde. Schon manches Projekt sei an der Staumauer verwirklicht worden, angefangen von der farbigen Beleuchtung über eine Studenten-Party mit 5000 Besuchern bis zu den Theateraufführungen der Linacher Schauspieler.