Neben dem Hauptthema, der Zukunft der Vöhrenbacher Josef-Hebting-Schule (wir berichteten), stand auf der Tagesordnung bei der Vöhrenbacher Einwohnerversammlung auch die Breitband-Versorgung. Der Dezernent für den ländlichen Raum im Landratsamt Schwarzwald-Baar, Reinhold Mayer, war dazu in die Festhalle bekommen und informierte über die aktuelle Lage.

Ringleitung als Basis

Von besonderer Bedeutung sind hier die Verzögerungen durch eine Umstellung bei der Förderung. Zuerst stellte er das Konzept der Breitband-Versorgung im Kreis vor: Eine Ringleitung mit Glasfaser bringt das schnelle Internet in alle Orte des Landkreises, der sogenannte Backbone. Dieser sei, finanziert vom Landkreis, weitgehend fertiggestellt. Dank des Betreibers IT Stiegeler sei das Netz bereits an die großen europäischen Knoten in Frankfurt und Zürich angeschlossen.

Ziemlich mühsam sei aber die Versorgung der einzelnen Anwesen. Denn hier sei bei der Förderung durch Bund und Land festgelegt, dass nur dort eine Förderung bezahlt werde, wo nicht bereits andere private Anbieter ein schnelles Internet installiert haben. Vor jeder Verlegung muss daher noch einmal geprüft werden, ob ein solcher Anbieter gebaut hat oder bauen will.

Weitere Marktanalyse notwendig

Nachdem nun die Förderung vom Land zu einem großen Teil auf den Bund verlagert wurde, müsse diese Marktanalyse noch einmal durchgeführt werden, bevor die entsprechenden Förderanträge gestellt werden könnten.

Das Ganze sei also mit sehr viel Bürokratie verbunden. Durch die neue Förderung könnten allerdings die Kosten bis zu 90 Prozent gefördert werden. Und bei den sogenannten „weißen Flecken“, den Gebieten mit Internet unter 30 MBit, werde künftig sogar der Hausanschluss gefördert und sei im Normalfall dann für die Hausbesitzer künftig kostenlos.

Bereits 80 Millionen verbaut

Bisher hat der Landkreis hier rund 80 Millionen Euro verbaut und dafür 30 Millionen Euro Fördermittel bekommen. Die Gesamtsumme bis zum Abschluss der Maßnahme wird auf 250 Millionen Euro kalkuliert.

Im Blick auf Vöhrenbach machte er deutlich, dass man gezielt zuerst Hammereisenbach erschlossen habe, weil hier die Versorgung besonders schlecht war. Eigentlich sollte jetzt der erste Bauabschnitt in Vöhrenbach realisiert werden. Durch die Umstellung der Förderung gab es aber eine Pause von etwa einem Jahr. Nun werden zuerst die Gebiete angeschlossen, die direkt an der Hauptleitung, dem Backbone, durch Vöhrenbach liegen.

Bei Straßensanierungen Leerrohre mitverlegt

Allerdings habe man auch jetzt schon konsequent die Möglichkeit einer Mitverlegung der Leerrohre mit anderen Leitungen wie Wasser und Abwasser, beispielsweise bei den Straßenbauarbeiten in der Villinger- und Krankenhausstraße, genutzt. Das Glasfaserkabel werde allerdings erst später eingebracht.

Gemeinderat entscheidet

Wie der weitere Ausbau in Vöhrenbach vorangehe, entscheide der Gemeinderat, denn den Ausbau im Ort müsse die Stadt finanzieren. Versorgt werden nach und nach vornehmlich die „weißen Flecken“.

Allerdings könnten dann auch Anwesen entlang der Leitungen vom Übergabepunkt (Pop) beim Rathaus zu diesen weißen Flecken günstig ans Glasfasernetz angeschlossen werden, auch wenn sie eigentlich nicht im Ausbaubereich liegen.

Der Zweckverband Breitbandversorgung könne jedem Hausbesitzer Auskunft darüber erteilen, ob er selbst in einem solchen weißen Fleck liegt.