Das schnelle Internet lässt auf sich warten. Hammereisenbach wird später angeschlossen als geplant. Und in Vöhrenbach tut sich vor 2019 baulich gar nichts. Wie die Stadtverwaltung mitteilt, gibt es bei der Verlegung des Ortsnetzes in Hammereisenbach starke Verzögerungen. Das liege daran, dass die Landstraße 172 durch Hammereisenbach und nach Vöhrenbach als Umleitungsstrecke für die Sanierung der B 500 dient. Derzeit ist die Bundesstraße zwischen Neukirch und Kalte Herberge voll gesperrt. Deshalb werde keine verkehrsrechtliche Genehmigung für die erforderlichen Grabarbeiten gewährt.

„Momentan arbeiten die Planer daran, wenigstens eine Genehmigung für die Kabelverlegung in den Ortsstraßen zu bekommen, um dort ab Ende August oder Anfang September die Grabarbeiten durchführen zu können“, so die Stadtverwaltung. In der Ortsdurchfahrt wäre die Verlegung des Glaskabels nach jetzigen Stand im Oktober möglich. Dann kommt es auch aufs Wetter an.

Während die Gemeinden für die Verlegung des Ortsnetzes zuständig sind, hat der Zweckverband Breitbandversorgung Schwarzwald-Baar die Verlegung des so genannten Backbones übernommen. Das ist eine Ringleitung aus Glasfaser, die die Kommunen anschließt. Noch in dieser Woche soll der Backbone-Ausbau von Pfaffenweiler in Richtung Herzogenweiler starten. Eine zweite Baukolonne soll, zeitlich verzögert, im Wald zwischen Herzogenweiler und der Gaststätte "Waldrast" die Glasfaser bis zur "Waldrast" verlegen. Anschließend ist geplant, den Backbone durch die Landstraße 172 und die Breg zu kreuzen. Im alten Bahndamm wird das Kabel dann in Richtung Hammereisenbach weitergeführt.

Laut Stadtverwaltung liegt der Backbone jetzt im Bregtalweg an der Gemarkungsgrenze Schönenbach/Vöhrenbach. Die Weiterverlegung nach Vöhrenbach werde „erst fortgesetzt, wenn der Glasfaserausbau für den Stadtbereich Vöhrenbach erfolgt. Und dies ist frühestens im Jahr 2019 geplant“, so die Aussage der Stadtverwaltung.

Für den Oktober dieses Jahres ist eine Bürgerversammlung in Vöhrenbach geplant. Dabei wird es Infos über den ersten Bauabschnitt geben. Zuvor sollen aber alle möglichen Anschlussnehmer einen Info-Brief und die Antragsunterlagen erhalten. Auf der Grundlage dieser Anschlussanträge wird der Gemeinderat den ersten Bauabschnitt beschließen. Das wäre aber nur der Fall, wenn mindestens 50 Prozent der Anwohner auch einen Anschluss wollen.

Die weitere Hürde: Der Bau des Ortsnetzes und die Weiterführung des Backbones seien von der Bewilligung staatlicher Zuschüsse abhängig. „Zeitliche Verzögerungen des Baubeginns liegen in letzter Zeit häufig bei den Zuschussstellen des Landes, die aufgrund der Antragsflut es nicht schaffen, diese zeitnah zu bearbeiten“, schreibt die Stadtverwaltung.

Auf wenig Verständnis stößt bei der Stadt auch das Gebaren der Konkurrenz. So habe ein bekanntes Telekommunikationsunternehmen in Vöhrenbach damit begonnen, ihr eigenes Netz mit sogenannter Vectoring-Technik auszustatten. Dadurch könne es „zukünftig, zumindest im engeren Umfeld der Hauptverteilerkästen auch eine bessere Internetversorgung anbieten“, so die Stadt.

Dass diese Initiative erst jetzt erfolge, nachdem der Landkreis und die Kommunen erhebliche Geldmittel für den Breitbandausbau ausgebe, sehe die Stadtverwaltung „sehr kritisch“.