Das schnelle Internet ist in Hammereisenbach über das Breitband-Glasfaserkabel angekommen. Am Mittwoch wurde die Glasfaser-Leitung von Pfaffenweiler nach Hammereisenbach offiziell ihrer Bestimmung übergeben.

Das schnelle Internet ist also bald Realität in Hammereisenbach. Nun werden die Glasfasern über die bereits gelegten Leitungen in die einzelnen Haushalte eingeblasen und angeschlossen. Wenn nichts mehr dazwischen kommt, dürften die ersten Haushalte noch im Dezember einen Zugang zum schnellen Internet haben.

Technikzentrum PoP

Der zentrale Punkt für die Glasfaser-Versorgung für Hammereisenbach ist der Übergabepunkt für die Hauptleitung der Glasfaser, der so genannte Point of Presence (PoP). Von der großen Hauptleitung durch den ganzen Kreis wurde hier eine Leitung über etwa 15 Kilometer von Pfaffenweiler bis zum PoP bei der Hammereisenbacher Festhalle gelegt. Hier wird nun die Technik installiert, um das Breitband-Signal über die individuellen Glasfasern zu den einzelnen Kunden zu leiten.

"Meilenstein für die Stadt"

„Dies ist ein historischer Moment – jetzt ist Licht auf der Glasfaser! Das ist ein Meilenstein für die Stadt“, stellte Bürgermeister Robert Strumberger fest. Hammereisenbach ist damit der erste PoP im oberen Bregtal, der an die Hauptleitung angeschlossen ist. Damit dürften auch die erste schnellen Internet-Anschlüsse im oberen Bregtal in Hammereisenbach realisiert werden. Man habe gezielt den Ort mit der schlechtesten Internet-Anbindung gewählt, erklärte Bürgermeister Strumberger. Und es wurde kräftig die Werbetrommel gerührt.

Rekordverdächtige Anschlussquote

Projektleiter Heiko Zorn vom Zweckverband Breitbandversorgung erläuterte, dass man in Hammereisenbach 205 Hausbesitzer angeschrieben haben. 146 schließen sich nun an das schnelle Netz an, 40 weitere haben die Ablage der Glasfaser auf ihrem Grundstück gewählt. Das sei eine rekordverdächtige Anschlussquote von fast 91 Prozent, betonte Zorn.

23 Kilometer Gräben gezogen

Das Projekt kostet etwa 2,7 Millionen Euro, es gab 1,13 Millionen Euro Förderung. Die Stadt Vöhrenbach selbst muss für den Anschluss von Hammereisenbach rund 1,2 Millionen Euro bezahlen. 23 Kilometer Gräben wurden gezogen und ein Kilometer gebohrt, erklärte Heiko Zorn. Insgesamt wurden 45 Kilometer Glasfaserkabel verlegt. Ein besonderer Dank von Heiko Zorn und Bürgermeister Strumberger galt Ortsvorsteher Peter Hummel, der immer an vorderster Front dabei und gerade für die Bürger ein wichtiger Ansprechpartner gewesen sei. Es habe keine Probleme gegeben, so Strumberger. Und Hummel habe auch unermüdlich für die Anschlüsse geworben.

Sechs Anschlüsse pro Tag

Nachdem nun die Glasfaser und damit auch das schnelle Internet in Hammereisenbach angekommen ist, müssen nun die Glasfasern in die Leitungen eingeblasen werden. Für die nächsten Arbeiten hofft man auf so günstiges Wetter wie bisher. So können beispielsweise die Glasfasern nur bei Temperaturen über fünf Grad Celius eingeblasen werden. Nach dem Einblasen folgt dann die Montage der Anschlussdose und die Überprüfung der Leitung. Benno Schramm von der Ingenieurgesellschaft SBK sowie Heiko Zorn erläuterten, dass man davon ausgehe, bis zum Jahresende noch eine ganze Reihe von Anschlüssen legen zu können. Entsprechende Temperaturen vorausgesetzt, können pro Tag etwa sechs Anschlüsse fertiggestellt werden.

Dringende Fälle zuerst

Es gebe eine Prioritätenliste beispielsweise für einen Kunden, der beruflich dringend auf das schnelle Internet angewiesen ist. Wenn die Abschlussdose montiert ist, dann kann der Netzbetreiber Stiegeler den Kunden sofort ans schnelle Internet anschließen, einen entsprechenden Vertragsabschluss vorausgesetzt. Wie Felix Stiegeler erläuterte, haben in Hammereisenbach 270 Haushalte einen Hausanschluss-Vertrag abgeschlossen, 60 von ihnen haben konkret das Internet über Stiegeler gebucht.

Schnell und reibungslos

Bürgermeister Robert Strumberger kündigte an, dass es in Kürze noch einmal einen Informationsabend mit Stiegeler gebe, bei dem dann noch einmal alle Fragen zum direkten Anschluss ans Internet geklärt werden können. Nicht zuletzt dankte auch Ortsvorsteher Hummel allen, die an diesem Projekt beteiligt sind, alles sei hervorragend und auch wesentlich schneller abgelaufen als gedacht.