Die Firma Gebrüder Faller GmbH hatte die Gastkinder aus Tschernobyl zum Besuch eingeladen. Sie wurden mit Privatfahrzeugen durch Claus Dold und Fred Heinze von Vöhrenbach nach Gütenbach zur Modellbaufirma gefahren. Sehr begeistert waren die Kinder von den vielen Spielzeugen, die zu sehen waren, und viel Spaß bereitete ihnen das Basteln mit einem Häusle-Bausatz.

Zunächst wurden die Kinder mit Hintergrundwissen über die Firma Faller durch Chefentwickler Manfred Danner versorgt. 1946 gründeten die Brüder Hermann und Edwin Faller das Unternehmen. Alles begann mit der Idee Hermanns, ein Häusle für seine Tochter zu bauen. Die ersten Bausätze konnten in den Ausstellungsvitrinen besichtigt werden. Nachdem das Material Holz ausgedient hatte, waren Kunststoffe gefragt.

Die 100 Beschäftigten fertigen jährlich eine Million Bausätze. Allein der Katalog zeigt 2000 Artikel, immer wieder kommen neue Produkte dazu. Nachdem eine Vorstellung reift, wird ein Handmuster gefertigt und ein dreidimensionales Haus gezeichnet. Danach entsteht eine Spritzgussform, in der mit Kunststoff-Granulat unter Druck das Endprodukt entsteht.

In der Werkstatt zeigte Danner die Maschinen und ihre Matrizen. 200 Grad heißer Kunststoff wird in die Maschinen gefüllt, wo binnen Sekunden das Werkstück gepresst wird und erkaltet. Drei bis vier Teile entstehen pro Minute. Ein Bausatz besteht aus mehreren Teilen, die durch 50 Frauen eingeschweißt und verpackt und über Paletten zum Fachhandel verschickt werden.

Im Anschluss erlebten die Kinder den Shop und die Miniaturwelten. Sie waren hingerissen von der Vielfalt der Modelle, den Werkzeugen und allem, „was irgendwie lief“. Busse, Bahnen und Autos waren unterwegs in nachgebauten Landschaften mit Bahnhöfen, Häusern, Bäumen, Tieren und Gärten. Besonders zogen die Stücke um den Zirkus in den Bann und den Begleiterinnen Lena Zhiglankova und Veronika Staravoitova gefiel ausnahmslos die Winterlandschaft, die an ihre Heimat erinnerte.

Krönender Abschluss des Besuchs war das Basteln eines Bausatzes. Francisco Hoyo leitete die Kinder an, wie man Wände, Dach, Türen oder Fenster zusammenfügt. Um natürliches Aussehen zu simulieren, gibt es spezielle „Gardinenmasken“. Alles fand Aufnahme in einer Präsenttasche der Firma Faller, die nun bald schon in Weißrussland sein wird.