Ein wichtiges Thema im Vöhrenbacher Gemeinderat war die Beauftragung eines Landschaftsplaners für die Neugestaltung mehrerer Bereiche auf dem Vöhrenbacher Friedhof. Dabei wurden bereits ganz konkrete Ideen vorgestellt, wie man nach und nach ein einheitliches Konzept für den Friedhof aufbauen könnte.

Kontakt mit drei Planern

Auf Wunsch des Gemeinderates hatte die Verwaltung mit drei Planungsbüros für den Landschaftsbau Kontakt aufgenommen und hier entsprechende Angebote angefordert.

Architekt zu Gast in der Sitzung

Dem Gemeinderat wurde nun nach einer Auswertung durch die Verwaltung das Projekt des Büros „K3 Landschaftsarchitektur“ von Martin Kuberczyk aus Villingen vorgestellt, das unter anderem von den angebotenen Leistungen als das beste angesehen wurde. Martin Kuberczyk war nun in den Gemeinderat gekommen und stellte seine Ideen auch anhand von Bildern vor, die dann auch die Mitglieder des Gemeinderates beeindruckten und überzeugten.

Blick von unten Richtung Vorplatz Friedhofskapelle, links hinter den bestehenden Stelen ist der Glockenturm erkennbar. Die beiden Urnen-Wände ganz hinten und die dritte Urnenwand rechts hinten sind aktuell vorhanden, mit den anderen Wänden soll ein Art zweiter Hof mit Urnenstelen entstehen.
Blick von unten Richtung Vorplatz Friedhofskapelle, links hinter den bestehenden Stelen ist der Glockenturm erkennbar. Die beiden Urnen-Wände ganz hinten und die dritte Urnenwand rechts hinten sind aktuell vorhanden, mit den anderen Wänden soll ein Art zweiter Hof mit Urnenstelen entstehen. | Bild: Stefan Heimpel

Büro K3 erhält den Zuschlag

Deshalb erhielt das Büro dann auch einstimmig den entsprechenden Auftrag für eine Konzeptplanung zum Pauschalhonorar von 6188 Euro.

Unter den vorhandenen Linden ist an ein anonymes Grabfeld für Baumbestattungen gedacht. Auf den großen Steinblöcken links von diesem Feld, die unter anderem auch als Sitzgelegenheit gedacht sind, soll außerdem auf einem Lindenblatt aus Bronze angebracht werden, auf dem die Namen der Verstorbenen verewigt werden.
Unter den vorhandenen Linden ist an ein anonymes Grabfeld für Baumbestattungen gedacht. Auf den großen Steinblöcken links von diesem Feld, die unter anderem auch als Sitzgelegenheit gedacht sind, soll außerdem auf einem Lindenblatt aus Bronze angebracht werden, auf dem die Namen der Verstorbenen verewigt werden. | Bild: Stefan Heimpel

Bei der anschließenden Diskussion des Gemeinderates wurden noch verschiedene Einwände und Diskussionen zu den vorgestellten Ideen vorgebracht. Dabei wurde deutlich, dass im Rahmen der Feinplanung noch vieles entsprechend festgelegt und auch neue Ideen eingebracht werden können.

Veränderung in der Beerdigungskultur

Peter Hummel (BWV) und Helmut Ruf (CDU) bezeichneten es als besonders wichtig, dass man den Friedhof zu einem attraktiven und würdigen Platz umgestalten sollte. Helmut Ruf ergänzte, dass man bereits in den vergangenen Jahren viel in den Friedhof investiert habe, man aber von der Veränderung in der Beerdigungskultur „überfallen“ worden sei.

Drei Urnenwände stehen derzeit auf dem Vöhrenbacher Friedhof bereit.
Drei Urnenwände stehen derzeit auf dem Vöhrenbacher Friedhof bereit. | Bild: Jürgen Liebau

Urnenbestattungen nehmen massiv zu

Die Urnenbestattungen nehmen massiv zu, deshalb müsse man gerade diese Bereiche ansprechend zu gestalten. Rüdiger Hirt (CDU) zeigte sich beeindruckt von der Vorstellung, alles habe „Hand und Fuß“. Vor allem werde auch das, was bereits vorhanden ist sinnvoll ausgebaut. Beeindruckend sei auch die Idee der Beschattung beim Platz vor der Friedhofskapelle.

Bronze-Blatt überzeugt

Auch Albert Schwörer (BWV) zeigte sich von diesen Vorstellungen vollkommen überzeugt und Andrea Fritsch (BWV) fand vor allem auch die Idee des Bronze-Blattes mit den Namen der Verstorbenen auf dem Feld mit Baumgräbern eine „tolle Idee“.

Oberer Hauptweg in schlechtem Zustand

Rüdiger Hirt mahnte aber gleichzeitig an, dass man auch andere Bereiche des Friedhofs dringend in Ordnung bringen müsse. So seien beispielsweise die mittlere Treppe oder der obere Hauptweg in einem miserablen Zustand.

Bereiche nicht neu belegen

Martin Kuberczyk machte dabei deutlich, dass man in einer weitergehenden langfristigen Planung dazu kommen sollte, die oberen Bereiche des Friedhofes nach Ablauf der Gräber nicht wieder zu belegen. Dann könne man den Friedhof insgesamt wieder deutlich verkleinern und damit auch deutlich Kosten sparen. Gerade durch die Zunahme der Urnengräber sei der Platzbedarf wesentlich geringer als bisher.

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Soe sieht die Planung für den Friedhof im Detail aus

Für vier verschiedene Bereiche auf dem Vöhrenbacher Friedhof wurden von Architekt Martin Kuberczyk Ideen vorgelegt.

  • Neues Feld benötigt: Priorität hatte dabei das Feld der Urnenstelen nahe beim Glockenturm. Denn hier stehen aktuell nur noch zehn Urnenkammern zur Verfügung, die nach Einschätzung der Verwaltung in den nächsten Monaten vergeben werden. Daher ist die Neuschaffung eines entsprechenden Feldes die dringendste Aufgabe. Aktuell stehen an diesem Feld auf zwei Seiten Urnenstelen. Dieses Feld möchte Martin Kuberczyk um ein zweites Feld erweitern. Zwischen den beiden Feldern soll aber ebenfalls eine Wand mit Urnenstelen entstehen, um so die Bereiche abzuteilen und überschaubar zu machen. Nicht zuletzt könne man dann diese einzelnen ansprechend gestalten, auch mit Sitzgelegenheiten. Zuletzt könnte man später auch noch auf der vierten Seite zum Berg hin eine entsprechende Wand mit Urnenstelen errichten, um diese beiden Höfe jeweils abzuschließen. Im unteren Bereich sind hier aber noch Erdgräber vorhanden, die erst in einigen Jahren ablaufen werden.
  • Alternative: Eine zweite Möglichkeit der Urnenbestattung sind die Erdstelen, die dann eine Deckplatte mit dem Namen des Verstorbenen erhalten. Erste solche Leerstellen sind bereits vorhanden. Dieses Feld könnte man nun insgesamt neu gestalten und ansprechend anlegen, was Kuberczyk ebenfalls mit Bildern zeigte.
  • Dritte Möglichkeit: Eine dritte Möglichkeit der Urnen-Bestattung für den Vöhrenbacher Friedhof wäre der Bereich unterhalb der alten Friedhofskapelle, wo mehrere ansprechende Lindenbäume stehen. In diesem Bereich könnte man dann nicht mehr durch Grabstein oder ähnliches gekennzeichnete anonyme Baumgräber, vergleichbar einem Friedwald, schaffen. Auch diese Art der Urnenbestattung wird immer häufiger nachgefragt. Am Rande dieses Feldes stellt sich Martin Kuberczyk große massive Steinblöcke vor, die unter anderem als Sitzgelegenheit dienen. Auf diesen Steinen könnte man dann große Blätter aus Bronze anbringen, auf denen die Namen der Verstorbenen angebracht werden können. Üblich sei dafür sonst meist die Form eines Eichenblattes, doch da hier bereits Linden stehen, würde er dafür ein Lindenblatt als Vorlage nehmen.
  • Gestaltung für den Vorplatz: Ein weiterer Bereich, der von ihm vorgestellt wurde, war der Vorplatz vor der Friedhofskapelle. Hier sollte es Schatten geben, damit auch bei größeren Beerdigungen die Trauergäste gerade im Sommer nicht in der prallen Sonne stehen. Dafür zeigte er die Möglichkeit auf, eine solche Beschattung durch spezielle Bäume zu erreichen, die dann entsprechend geschnitten werden und ein durchgehendes Blätterdach bilden. Darüber hinaus, so auch die Idee aus dem Gemeinderat, könnte man das Ganze noch mit einem richtigen Unterstand beispielsweise im Bereich des Turmes ergänzen. (sh)