Erstmals stellte die Stadt Vöhrenbach ihren Haushaltsplan nach dem neuen Haushaltsrecht auf – ab 2020 Vorschrift für alle Kommunen. In der Gemeinderatssitzung erläuterte Bürgermeister Robert Strumberger, dass wegen dieses Wechsels ein Vergleich mit den Vorjahren kaum möglich sei. Erst ab 2022 werde der Gemeinderat wieder übersichtliche Vergleichszahlen haben. Kämmerer Armin Pfriender erläuterte zahlreiche Einzelpositionen. 

Gewerbesteuer vorsichtig kalkuliert

Größte Einnahmeposten der Stadt Vöhrenbach sind knapp 2,3 Millionen Euro Anteil an der Einkommensteuer sowie 1,9 Millionen Euro Schlüsselzuweisungen. Die Gewerbesteuer habe der Kämmerer mit 700 000 Euro vorsichtig kalkuliert. 1,4 Millionen Euro müssen als Kreisumlage abgeführt werden, eine Million als Finanzausgleichsumlage. Mit 69 000 Euro ist die zu zahlende Gewerbesteuerumlage 2020 ein eher kleiner Posten. Steuer- und Gebührensätze bleiben auf der Höhe des Vorjahres.

„Verschuldung ist kritisch“

In der Sitzung gelang es durch verschiedene Vorschläge des Kämmerers, die 98 000 Euro Defizit in ein Plus von 20 000 Euro umzuwandeln. Die Neuverschuldung wird freilich rund zwei Millionen Euro betragen. „Die Verschuldung ist kritisch zu sehen“, räumte Pfriender ein, deshalb wolle er den Entwurf mit dem Landratsamt besprechen, bevor er endgültig beschlossen wird.

Viel Geld für Ausbildung

Detailliert wurden die Haushaltspositionen diskutiert. So sollen zwei Wohnungen in der Schwimmbadstraße saniert werden, hier wurde ein Planungsbüro eingeschaltet, wie Christine Breithut darlegte. Im Haushaltsplan sind insgesamt 55 000 Euro für den Unterhalt von Gebäuden eingeplant. Zunehmend wichtiger wird die Aus- und Fortbildung der Mitarbeiter, hierfür sind allein auf der Bauhof-Position 11 000 Euro vorgesehen. „Ich weiß nicht, ob das ausreicht“, merkte der Kämmerer an. Auch bei der Feuerwehr sind 27 000 Euro für Aus- und Fortbildung kalkuliert, 34 000 Euro für Dienst- und Schutzkleidung.

170 000 Euro Minus im Freibad

Das Freibad „Schwimmi“ rechnet auch im kommenden Badesommer mit 20 000 Euro Einnahmen. Dem stehen für den Unterhalt 35 000 Euro gegenüber. Mit allen Personalaufwendungen summiert sich das Defizit für das Schwimmbad allerdings auf 170 000 Euro.

Dauerthema Straßenunterhaltung

Längere Diskussionen gab es im Vöhrenbacher Gemeinderat über die Straßenunterhaltung, die sich auf rund 260 000 Euro summierte. Die Treppe am Ochsenberg für 40 000 Euro ist bereits beschlossen, berichtete Christine Breithut. Wie die Straße „Am Bahnhof“ in Hammereisenbach instand gesetzt werden soll, wurde noch nicht im Detail geklärt, 20 000 Euro aber zur Verfügung gestellt. Die Absenkungen der Urachtalstraße und beim Schmieden-Hof sollen für 25 000 Euro beseitigt werden. Kämmerer Armin Pfriender schlug vor, den Ansatz für Dünnschicht-Kaltasphalt-Ausbesserungen von Straßen um 20 000 Euro auf 40 000 Euro zu reduzieren. Ferner wird die Stadt an der Donaueschinger Straße ein Geländer für 22 000 Euro erneuern und sich an der Sanierung der Stützmauer gegenüber der Firma Anuba beteiligen, die Kosten wurden auf 10 000 Euro geschätzt.

Licht für dunkle Stellen

Ein weiteres Thema war die Straßenbeleuchtung: Susanne Dorer hatte auf dunkle Stellen in der Friedrichstraße hingewiesen. Bei der „Krone“ soll eine weitere Lampe die Straße ausleuchten. Ebenso sollen zwei Lampen in der Bahnhofstraße als Lückenschluss dunkle Passagen aufhellen. Ob LED-Leuchten verwendet werden können, müsse noch geklärt werden, versprach Bürgermeister Strumberger.

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