Das heißeste Thema in der Vöhrenbacher Kommunalpolitik im vergangenen Jahr war sicher die Standortfrage für die Josef-Hebting-Schule. Nachdem der Gemeinderat im Jahr zuvor schon beschlossen hatte, dass das neue Schulhaus künftig alleiniger Standort der Vöhrenbacher Josef-Hebting-Schule als Grundschule sein soll, gab es nach Bekanntwerden dieses Beschlusses einen Aufschrei aus der Bevölkerung. Es bildete sich Anfang September dieses Jahres eine „Interessengemeinschaft altes Schulhaus“, die vehement dafür kämpft, das historische Schulgebäude künftig als alleinigen Standort zu wählen.

Stadt und Gemeinderäte bevorzugen das rund 50 Jahre alte „neue Schulhaus“ als künftigen Schulstandort.
Stadt und Gemeinderäte bevorzugen das rund 50 Jahre alte „neue Schulhaus“ als künftigen Schulstandort. | Bild: Stefan Heimpel

Der erste große Vorwurf, den die Interessengemeinschaft der Stadtverwaltung im Gemeinderat machte, war, dass dieser für Vöhrenbach wegweisende Beschluss für das neue Schulhaus in nichtöffentlicher Sitzung gefasst wurde. Im Verlauf der teilweise heftigen Diskussionen räumten allerdings Bürgermeister Robert Strumberger und die Gemeinderäte ein, dass die Nichtöffentlichkeit ein Fehler gewesen sei. Offensichtlich ist deshalb sogar der damals gefasste Beschluss nicht rechtskräftig. Im November musste der Gemeinderat daher noch einmal offiziell darüber beraten und beschließen.

Viele Diskussionen und Analysen

Dazwischen gab es aber viele Diskussionen und Vorwürfe. Die Stadtverwaltung bezog sich auf die Analyse von Architekt Martin Reiber, der klar für das neue Schulhaus plädierte, das eine größere Fläche und durch die notwendige grundlegende Sanierung auch sehr viele Gestaltungsmöglichkeiten biete. Ein weiteres wichtiges Argument der Stadtverwaltung waren die 2018 beantragten und inzwischen genehmigten Zuschüsse in Höhe von rund zwei Millionen Euro.

Heftige Vorwürfe

Die Interessengemeinschaft dagegen argumentierte, dass auch das alte Schulhaus mit den vorhandenen Räumen ausreichend Platz für die Vöhrenbacher Grundschule biete, selbst wenn man in den nächsten Jahren mit einer durchgängigen Zweizügigkeit rechnen sollte. Die Vorwürfe gegen Verwaltung und Gemeinderat wurden im Lauf der Zeit sehr heftig. Dabei kamen im Lauf der Diskussion weitere entscheidende Fragen auf: was soll künftig mit dem jeweils anderen, dann nicht mehr genutzten Schulhaus passieren? Soll man eventuell die neue Schule abreißen? Soll man in der alten Schule Vereinsräume und Räume für kulturelle Aktivitäten einrichten, alternativ auch Wohnungen oder Büros?

die Stadtverwaltung hatte zum Thema Schulstandort, auch auf Initiative der Interessengemeinschaft, zu einer Einwohnerversammlung in die Festhalle eingeladen.
die Stadtverwaltung hatte zum Thema Schulstandort, auch auf Initiative der Interessengemeinschaft, zu einer Einwohnerversammlung in die Festhalle eingeladen. | Bild: Stefan Heimpel

Nach einer Bürgerversammlung, in der die Stadtverwaltung über ihre Position informierte und in der die Bürger auch noch einmal ihre Meinung sowohl für die eine wie für die andere Schule kundtaten, folgte die entscheidende Sitzung des Gemeinderates. Hier plädierten die Gemeinderäte eindeutig für das neue Schulhaus, das nach ihrer Ansicht die richtige Lösung sei. Für die andere Schule sollte man, auch mit Beteiligung der Bürger, neue Nutzungsmöglichkeiten überlegen. Schließlich entschied sich der Gemeinderat in seiner Sitzung am 27. November einstimmig bei einer Enthaltung für die grundlegende Sanierung des neuen Schulhauses. Gleichzeitig wurden dann auch schon die Planungen für Sanierung und Umbau in die Wege geleitet. Die Diskussionen zum Schulstandort sind aber sicher noch nicht abgeschlossen.

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