Mit dem passenden Lied „Oh Mutter der Barmherzigkeit“ begann die kirchliche Feier des diesjährigen Bruderschaftsfestes in der Uracher Kirche Allerheiligen. Der katholische Pfarrer Martin Schäuble konnte sich über eine gut gefüllte Kirche freuen und begrüßte die Gläubigen mit den Worten „Wir sind eine große Gemeinschaft im Glauben.“

Bruderschaft 1673 gegründet

Die Maria-Trost-Bruderschaft hat ihren Ursprung im Jahre 1673. Die Bevölkerung litt unter Hunger, Krankheiten und Pest und suchte in Gebeten zu Maria Trost zu erhalten. „Heute“, so der Pfarrer, „haben die Menschen andere Probleme, suchen Hoffnung und sehnen etwas herbei, wo sie sich anlehnen können. Doch zuletzt denken sie dabei an Gott“, mahnte Schäuble. Es sei schön, wenn man diese fast 350 Jahre alte Tradition aufrecht halte, aber „es ist noch schöner, wenn wir diese schöne Tradition mit Leben erfüllen“, ergänzte der Geistliche.

Predigt zum Platz im Leben

In der Predigt ging Schäuble auf die Plätze im irdischen Leben ein. Die Menschen können sich hier je nach Hierarchie und Veranstaltung aussuchen, ob vorne oder hinten die besten Plätze sind. Anders sieht es im Reich Gottes aus. Da könne man sich seinen Platz nicht aussuchen. Hier, so die feste Überzeugung des Pfarrers, werde einem der Platz zugewiesen. Damit leitete Schäuble auf das Bruderschaftsfest über und erzählte vom armseligen Leben von Maria, die in einem Krippenstall und unter dem Kreuz keinen schönen Platz hatte, doch in einer festen Verbindung zu Gott stand.

„Diese Plätze mit der Verbindung zu Gott sollten wir erstreben“, meinte Schäuble. In Bezug auf das weltliche Geschehen mit Kriegen, machtgierigen Politikern, zerstörter Umwelt und anderen Verfehlungen richtete Schäuble die Blicke auf den Bruderschaftsaltar mit dem Bild von Maria. „Bringen wir diese heutige Not zu Maria und erbitten wir die Fürsprache für die Erhaltung der Welt“, schloss Schäuble seine Predigt.

Der Musikverein Urach spielt beim Bruderschaftsfest während der Prozession und in der Kirche.
Der Musikverein Urach spielt beim Bruderschaftsfest während der Prozession und in der Kirche. | Bild: Ketterer

Fest mit besonderem Stellenwert

Den besonderen Stellenwert des Bruderschaftsfestes machte auch die musikalische Umrahmung des Gottesdienstes deutlich. Der Kirchenchor Vöhrenbach-Urach unter der Leitung von Isabella Heimpel sang unter anderem die Lieder Kyrie, Gloria und Sanctus und am Stationsaltar vor dem ehemaligen Gasthaus „Löwen“ „Lobt den Herrn der Welt“.

Weiter spielte der einheimische Musikverein mit Dirigent Philipp Schönstein während der Prozession und beim Schlusssegen. Musikverein und Gottesdienstbesucher schlossen die feierliche Messe unter anderem mit „Großer Gott wir loben dich“.

Schäppelmädchen zeigen sich beim Bruderschaftsfest in Urach.
Schäppelmädchen zeigen sich beim Bruderschaftsfest in Urach. | Bild: Hartmut Ketterer

Danke an alle Helfer und Beteiligte

Vor dem Schlusssegen erhielten alle, die beim Bruderschaftsfest mitgeholfen und dieses mitgestaltet haben, ein herzliches Vergelt‘s Gott von Schäuble. Besondere Dankesworte richtete der Pfarrer an Musikverein, Kirchenchor, Fahnen- und Himmelträger, Familie Dotter sowie Polizeiposten und Feuerwehrmänner für die Verkehrsregelung. Schäuble freute sich auch, dass vier Schäppelmädchen mit dabei waren. Aufgrund der unterschiedlichen Körpergrößen mussten diese allerdings auf das Tragen der Marienstatue während der Prozession verzichten.

Da der Wettergott während der Prozession und danach es mit den Beteiligten gut meinte, erfüllten die Musiker ihren nächsten Termin an diesem Tag und boten beim Gasthaus „Sternen“ ein Frühschoppenkonzert.