Breiten Raum bei der Einwohnerversammlung in Vöhrenbach nahm die Planung für den Bau einer Abwasserentsorgung für das Linachtal ein. Vor Ort in der Festhalle war Dominik Bordt vom Planungsbüro Bit Ingenieure in Villingen-Schwenningen und stellte die Überlegungen vor.

Anlagen oft technisch veraltet

Nach Gesprächen vor allem auch mit dem Landratsamt habe sich herauskristallisiert, dass die aktuelle Situation der Kleinkläranlagen bei den einzelnen Anwesen von den Behörden nicht weiter akzeptiert wird. Die vorhandenen Anlagen entsprechen nahezu alle nicht mehr den Regeln der Technik. Neue Kleinkläranlagen sind auch nicht genehmigungsfähig.

Entsorgung per Laster allzu teuer

Früher gab es noch die Option, den Klärschlamm auf die Felder auszubringen, was inzwischen wegen der Umweltbelastung nicht mehr zulässig ist. Die einzige Alternative für den Kanalbau wäre der Rollende Kanal, also die regelmäßige Entsorgung aus den Sammelgruben mit einem Lastwagen. Dies ist allerdings sehr teuer und daher nicht wirtschaftlich.

Druckentwässerung als wirtschaftlichste Option

Die Städte Vöhrenbach und Furtwangen haben bereits im Vorfeld mehrere Varianten zur Abwasserentsorgung untersucht. Aufgrund der topografischen Situation und der langen Anschlusslänge zum nächsten öffentlichen Kanal ist die Druckentwässerung die wirtschaftlichste Variante. Damit erhält jedes Haus eine eigene Druckentwässerungsstation, mit der die Abwässer dann in den Kanal gepumpt werden.

Einfaches Verlegen der Leitungen

Der Vorteil dieses Systems ist vor allem die Tatsache, dass die Leitungen sehr leicht verlegbar sind und im Unterschied zur Freispiegel-Leitung nur wenig von der Topografie abhängig. Auch die Verlegung mit Pflug oder Spülbohrung ist schnell und einfach. Dazu kommen geringere Investitionskosten, entfallende Kanal-Befahrung und der nicht vorhandene Fremdwasseranteil, der die Kläranlage auch belastet.

Geringe Stromkosten

Auch die Stromkosten für diese Pumpen sind relativ gering und liegen bei etwa 3,50 Euro je Einwohner und Jahr. Bereits entschieden ist, dass die Stadt Vöhrenbach die Leitungen bis an die jeweilige Grundstücksgrenze legt. Die Anschlussleitung auf dem eigenen Grundstück und die Pumpstation kann selbst oder durch die Stadt Vöhrenbach errichtet werden.

Wasserleitungen und Leerrohre für Glasfaserkabel in einem Rutsch mitverlegen

Dabei geht man hier noch von weiteren Synergieeffekten aus, denn gleichzeitig sollen hier auch eine Wasserleitung und die Leerrohre für die Breitband-Versorgung verlegt werden. Möglicherweise wird auch der Energieversorger seine Stromleitungen mit verlegen.

Noch genaue Vermessungen nötig

Die Trassenführung ist schon grob festgelegt, wird aber noch genau vermessen. Mit jedem der Grundstückseigentümer findet ein eigenes Gespräch über den günstigsten Anschluss statt. Im kommenden Jahr soll dann der entsprechende Förderantrag gestellt werden.

Genehmigung dauert noch etwas

Die Genehmigung ist allerdings erst im Frühjahr 2021 zu erwarten, so dass nach erfolgter Ausschreibung der Baubeginn frühestens im Herbst 2021 ist. Die Gesamtkosten sind mit etwa 1,5 Millionen Euro für das Abwasser kalkuliert, wobei man hier mit einer Förderung in Höhe von 80 Prozent rechnet.

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