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Für viele Eltern mit Kindergartenkindern ist der Montag ein Silberstreifen am Horizont: Dann öffnen sich Kindertagesstätten in Villingen-Schwenningen langsam weiter, auch wenn sie vom Regelbetrieb noch weit entfernt sind. Größte Einschränkung: Die Einrichtungen dürfen nach einer Verordnung des Landes wegen der Corona-Pandemie nur bis zu 50 Prozent gefüllt werden – das heißt: halbe Gruppengröße. Das treibt die Mütter und Väter natürlich um, denn auch sie müssen die Woche über planen können. Das wird für sie zusehends schwierig, falls sie ihre Kinder nicht in den Notgruppen oder in den Gruppen für besonders förderbedürftige Kinder untergebracht haben. Der Gemeinderat befasste sich nun nach einer Anfrage der Bündnisgrünen noch einmal mit dem Thema.

Die Platzvergabe

Bisher schon können Eltern in systemrelevanten Berufen – zum Beispiel bei Krankenhäusern, bei der Polizei oder bei Energieversorgern – unter bestimmten Bedingungen ihren Nachwuchs in die Notgruppen schicken. Nun kommen Kinder mit einem Förderbedarf, bei der Sprache oder wenn sie beispielsweise körperliche und geistige Einschränkungen haben, hinzu. Darüber hinaus werden die Gruppen nun weiter gefüllt, allerdings nur bis zur halben Größe. Wenn bei der Stadt Villingen-Schwenningen durchschnittlich rund 3400 Kinder einen Platz haben, sind es vorerst 1700, wie Oberbürgermeister Jürgen Roth im Gemeinderat deutlich machte. Nun sollen aber nicht 1700 weiter daheim bleiben, sondern der Stadtverwaltung schwebt eine Aufteilung vor: So könnten in einer Woche an drei Tagen ein Teil der Kinder kommen, an zwei Tagen der andere, wie Roth ankündigte. In der folgenden Woche dreht sich dieses rollierende System dann um.

Das rollierende System

Daran soll der Kommunalverband für Jugend und Soziales (KVJS) Zweifel angemeldet haben, wie es in einer Villinger Whats-App-Gruppe heißt. Die Organisation will nun zunächst beim Kultusministerium prüfen lassen, ob das rollierende System überhaupt der Corona-Verordnung entspricht – falls nicht, werden die Kindergärten ganz schön in Schwierigkeiten kommen, mutmaßen VS-Eltern. Ein Sprecher des Kultusministeriums betonte auf Anfrage aber, dass ein rollierendes System möglich sei, falls es „in konstanten Gruppen“ vor sich geht. Ein Schreiben der KJVS liege zwar vor, das Ministerium gehe aber davon aus, dass das rollierende System Bestand hat. Es wurde vorgeschlagen, um möglichst viele Kinder in den Genuss eines Platzes kommen zu lassen.

Die Entscheidung

Hier hofft die Stadtverwaltung auf ein einvernehmliches Verfahren. Wer darf wann kommen, wird die wichtigste zu klärende Frage sein. „Wir werden es nicht allen recht machen können“, räumte Roth bereits im Gemeinderat ein. Zusammen mit den Elternvertretern soll nach Lösungen gesucht werden, die allerdings noch nicht am Montag feststehen. Im Zweifel entscheide die Kindergartenleitung. „Wir werden unzählige Diskussionen führen müssen“, erklärte Stefan Assfalg, Chef des zuständigen Amts für Jugend, Bildung, Integration und Sport. Assfalg erläuterte noch einmal das System: Kinder in Notgruppen und mit Förderbedarf müssen aufgenommen werden, der weitaus größte Teil sind aber die „Kann-Kinder“, die kein Anrecht auf einen bestimmten Platz haben, von denen aber möglichst viele zum Zuge kommen sollen.

Das Schichtmodell

Nach der Corona-Verordnung müssen sich Eltern, deren Kinder Notgruppen besuchen, auf verlässliche Zeiten verlassen, das heißt für sie „ist alles wie bisher“. Die Stadt hat auch nur eine einzige Ausnahme gemacht, die betrifft den Betriebskindergarten im Klinikum. Der wurde auf fünf Standorte verteilt, um die Gefahren einer Epidemie zu minimieren. Die Öffnungszeiten wurden zudem den Arbeitszeiten der Eltern, die im Klinikum arbeiten, angepasst.

Die 50Prozent-Belegung

Aus der Belegung zu 50 Prozent könne nicht ausgeschert werden, erläuterte OB Roth. CDU-Stadträtin Maria Noce nannte die Spielscheune in Unterkirnach als Beispiel, wo Eltern ihre Kinder auch abgeben könnten. Damit erreiche die Gemeinde eine Betreuungsquote von 90 Prozent. Möglicherweise gilt solch eine Variante aber nicht mehr als Kindergartenbetrieb.

Die Kita-Platzvergabe

Die reguläre Vergabe von neuen Kindergartenplätzen ist nun im Juli. Das sei für die Eltern natürlich schwierig, aber für die Kindergartenabteilung, die ebenfalls am Anschlag arbeite, gehe es nicht anders, sagte Assfalg.

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