Ein halbes Jahrhundertjubiläum ist eine gute Gelegenheit, auf die vergangenen 50 Jahre zurück zu blicken. Umso besser, wenn es bei dem Rückblick auch etwas zum Lachen gibt.

Genau das gab es beim doppelstädtischen Kabarettabend im Theater am Turm, wo mit dem Stück „Fifty-Fifty“ ein unterhaltsamer Rückblick auf die 1972 geschlossene Städteehe von Villingen und Schwenningen Premiere feierte.

Heute würden die Städte Villingen und Schwenningen (Hanna Kubon, links und Lara Heigl), vermutlich bei einer Castingshow aufeinander ...
Heute würden die Städte Villingen und Schwenningen (Hanna Kubon, links und Lara Heigl), vermutlich bei einer Castingshow aufeinander treffen. Wie das aussehen könnte, treibt den Moderator (Ronny Munz) schier zur Verzweiflung. Und dem Publikum die Lachtränen in die Augen. | Bild: Sprich, Roland

Ob es eine gute Entscheidung war, dass sich die damaligen Bürgermeister der beiden bis dahin eigenständigen Städte Villingen und Schwenningen, Gerhard Gebauer und Severin Kern, die Hand reichten, um fortan als Doppelstadt gemeinsam durchs Leben zu gehen?

Kubon singt

Diese Frage stellte zu Beginn nicht nur Rupert Kubon, Ex-OB und gleichzeitig Regisseur des Abends, der auch singend die Frage stellte, ob das Glas nun halb voll oder halb leer sei.

16 Jahre führte er Regie im Rathaus von Villingen-Schwenningen. Jetzt führte Ex-OB Rupert Kubon Regie bei dem Kabarettabend im Theater ...
16 Jahre führte er Regie im Rathaus von Villingen-Schwenningen. Jetzt führte Ex-OB Rupert Kubon Regie bei dem Kabarettabend im Theater am Turm. | Bild: Sprich, Roland

Die Frage stand im Raum und durfte jeder Besucher für sich selbst beantworten. Entscheidungshilfen gaben die Akteure auf der Bühne. Hierzu holte sich das Theater am Turm-Team zur Verstärkung bühnenerprobte und fastnachtserfahrene Akteure auf die Bühne.

Die Sketche

Allesamt kramten in den Archiven rund um die Städtefusion und förderten dabei Historisches, längst Vergessenes und unter dem Deckmantel der Verschwiegenheit Erhofftes zutage. Verpackt und präsentiert in Sketchen, die jeweils thematisch eigenständig funktionierten.

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Dabei nahmen die Akteure kein Blatt vor den Mund. Ungeniert und mit einem Schuss Ironie und dem Fünkchen Wahrheit kolorierten beispielsweise Henry Greif und Andreas Erdel als kongeniales Team mit einer Diaschau die Vereinigung von V und S.

Mit Wortwitz und Situationskomik beleuchten Henry Greif (links) und Andreas Erdel die Entstehung von V und S.
Mit Wortwitz und Situationskomik beleuchten Henry Greif (links) und Andreas Erdel die Entstehung von V und S. | Bild: Sprich, Roland

Wie es aussehen würde, wenn sich die beiden Stadtteile als Model bei einer Castingshow vorstellen würden, zeigten Hannah Kubon und Lara Heigl, die den Moderator Ronny Munz schier auf die Palme brachten.

Auch musikalisch hatten die Akteure einiges aufzubieten. Bei den Texten auf bekannte Melodien lohnte es sich, ganz genau hinzuhören, wenn etwa Andreas Erdel seinen Blick durch die rosarote Brille über die vergangenen 50 Jahre VS schweifen lässt.

Wer von den politischen Größen von Villingen-Schwenningen bis dahin verschont wurde, bekam sein Fett spätestens mit dem Erscheinen dreier Alt-Jungfere weg, die aus der Kirchenbank heraus nicht nur sämtliche Oberbürgermeister der vergangenen 50 Jahre mit spitzer Zunge kommentierten. Sondern auch dieses und jenes aus der guten alten Zeit noch einmal in Erinnerung riefen.

Wen haben die drei aus der Kirchenbank noch auf dem Kieker? Das Geheimnis wird noch bei den folgenden Aufführungsabenden gelüftet, wenn ...
Wen haben die drei aus der Kirchenbank noch auf dem Kieker? Das Geheimnis wird noch bei den folgenden Aufführungsabenden gelüftet, wenn die Alt-Jungfere Ulrike Merkle (von links), Evi Blaser und Kiri Lauterbach ordentlich vom Leder ziehen. | Bild: Sprich, Roland

Fazit: Es war ein augenzwinkernder, mit vielen Seitenhieben gespickter Abend, bei dem die Befürworter und Skeptiker, der seit nunmehr 50 Jahre währenden Städteehe, gleichermaßen viel zu Lachen hatten. Fifty-Fifty eben. Aber mit hundert Prozent Unterhaltungswert.

Weitere Termine

Weitere Aufführungen des doppelstädtischen Kabarettabends „Fifty-Fifty“, sind am Freitag, 23. September, am Samstag, 24. September sowie am 28. September, am 5., 7. Und 9. Oktober im Theater am Turm. Tickets online buchbar unter: www.theater-am-turm.de oder an der Abendkasse.

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