Selber Ort, selbe Zeit – nur eben 50 Jahre später. An der ehemaligen Grenze zwischen den Stadtbezirken Villingen und Schwenningen, wo 1972 symbolisch der Schlagbaum abgebaut wurde, findet der Auftakt des Jubiläumsjahres „50 Jahre Villingen-Schwenningen“ statt.

Eigentlich hätte dort am 1. Januar 2022 auch ein Festakt stattfinden sollen. Noch am Mittwoch um 12.52 Uhr war man in der Stadtverwaltung der Meinung, dass der Festakt irgendwie stattfinden könnte. Vielleicht ohne großes Publikum, aber mit Salutschüssen, etwas Musik und natürlich einer schönen Rede des OBs Jürgen Roth? So zumindest der Plan um die Mittagszeit.

Damit die Bürger auch noch etwas davon haben, sollte das ganze im Internet übertragen werden. So war Pandemiebedingt nur im kleinen Kreis und mit Liveübertragung im Internet. Das teilt die Stadt nun in einer Pressemitteilung mit. „Da die Stadt Villingen-Schwenningen aufgrund der aktuellen Corona-Situation leider nicht gemeinsam vor Ort mit allen Bürgern feiern kann, wird die Veranstaltung am Neujahrstag ab 11 Uhr live übertragen“, heißt es in der Pressemitteilung um 12.52 Uhr.

Erst Appell an die Bürger, dann einen Festakt?

Doch wie passt es zusammen, dass es noch gut vor einem Monat einen offenen Brief von politischen Entscheidungsträger gab? Darin wurde ein deutlicherAppell an die Bürger formuliert: „Alles was nicht zwingend notwendig ist, sollten wir bleiben lassen. Für den Besuch in Restaurants oder den Einkauf in den Geschäften, wo täglich viele Menschen zusammenkommen, gilt mehr denn je zuvor: Hygiene- und Abstandsregeln, Maskenpflicht und Datenerhebung als Wirt und Händler immer umsetzen und als Gast und Kunde immer beachten.“

Darf ein OB dann trotzdem bei einem Festakt feiern?

Einer der Unterzeichner damals: OB Jürgen Roth. Eben dieser wollte nun ein Fest – zwar mit reduziertem, aber wohl immer noch mit Besuchern im hohen zweistelligen Bereich – feiern? Wohl hat man im Rathaus am Mittwoch nach 12.52 Uhr noch einmal über die ganze Sache nachgedacht und mit sich gerungen. Feiern? Absagen? Was nun? Das Ergebnis: Der Festakt findet, wie die Stadtverwaltung um 18.15 Uhr mitteilt, nun doch nicht statt.

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„Aufgrund der derzeitigen Entwicklung der Corona-Pandemie, die zum Jahresende zu weiteren Kontaktbeschränkungen führen wird, musste Oberbürgermeister Jürgen Roth schweren Herzens den Festakt absagen“, schreibt Oxana Brunner, Referentin des Oberbürgermeisters.

Nun gibt es eben eine Videobotschaft

Damit die Villinger und die Schwenninger dann aber doch nicht vergessen, dass sie vor 50 Jahren vereint wurden, gibt es auch schon eine Lösung. Nicht die Veranstaltung wird digital, sondern der OB. Wenn schon kein Festakt, dann eben eine Videobotschaft. In einer solchen möchte sich Roth am 1. Januar 2022 um 11 Uhr an seine Schwenninger und Villinger wenden und mit ihnen gemeinsam diesen besonderen Tag digital feiern.

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