Jetzt geht es also los mit Streichungen, Kürzungen und Verschiebungen von Projekten. 9,1 Millionen fehlen der Verwaltung im aktuellen Haushalt durch die Corona-Krise (wir berichteten).

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Der Kreistag hatte auf diese erste Schätzung hin die Verwaltung dazu aufgefordert, einen möglichen Sparplan bis zur entscheidenden Sitzung am 18. Mai auszuarbeiten. Im Ausschusses für Umwelt und Technik am Montag haben Landrat Sven Hinterseh und sein Verwaltungsteam nun bereit einen ersten Vorgeschmack auf diesen Sparkurs präsentiert. sie schlugen dem Ausschuss vor, einige Positionen bei den 2019 nicht in Anspruch genommenen Mitteln gestrichen, die nicht ins nächste Jahr übertragen werden sollen. Unter dem Strich, so der Vorschlag, stehen dann 226 300 Euro an frei werdenden Mitteln zur Verfügung, 40 800 aus dem Ergebnishaushalt und 185 500 aus dem Finanzhaushalt.

So wurde zum Beispiel der Übertrag für Fugen am Waschplatz der Straßenmeisterei Hüfingen im Bereich des Straßenbauamtes gestrichen, oder 10 600 Euro bei Begrüßungsschildern an Kreisstraßen. Auch der Budgetübertrag im Forstamt soll um von 8900 Euro gekürzt werden. Im Finanzhaushalt sind Übertragungen von nicht abgeflossenen Mitteln aus dem Neubau der Salzhalle Neueck mit 46 200 Euro, 49 000 Euro aus einer Maßnahme an der Mühlbachbrücke in Aselfingen sowie ein Übertrag für die Anschaffung eines Teleskopladers in Höhe von 40 000 die größten Spar-Vorschläge.

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Weitere 25 000 Euro an Sparvorschlägen gingen aus einem Antrag von Jürgen Roth für die CDU-Fraktion hervor. Mit 14 zu acht Stimmen stimmte der Ausschuss dafür, die Übertragung aus dem Amphibienschutz an der Kreisstraße 5714 und 5734 bei Rietheim ebenfalls in die Liste der Sparvorschläge aufzunehmen.

Roth sprach davon, dass man in der Vergangenheit nicht azyklisch gehandelt und aus „vollen Taschen“ gearbeitet habe. Für ihn und seine Fraktion sei daher ein konsequente Sparkurs unabdingbar, um die fehlenden 9,1 Millionen Euro am Ende auszugleichen. Dem widersprach Anton Knapp von der SPD und wies auf den erfolgten Schuldenabbau der vergangenen Jahr hin. Ihm waren die Vorschläge nicht ausgewogen genug und er sprach sich dafür aus, wirtschaftlich notwendige Maßnahmen nicht zu streichen. Solche Verschiebungen könnten den Kreis in naher Zukunft wieder einholen. Ähnlich argumentierte Adolf Baumann von der FDP. Man müsse mit Augenmaß vorgehen. Gerade bei der Anschaffung von technischen Geräten sei es wichtig, sich das gut zu überlegen.

Welche Positionen am Ende tatsächlich gestrichen werden, um den Corona-Fehlbetrag auszugleichen, das muss der Kreistag bei seiner nächsten Sitzung am kommenden Montag entscheiden. Dann stehen auch Sparvorschläge der Verwaltung aus vielen weiteren Bereichen zur Debatte. Dass dies nicht ohne Diskussionen vonstatten gehen wird, konnte man den Stellungnahmen der Fraktionen bereits entnehmen. Zwar haben alle politischen Lager ihre Bereitschaft zu sparen geäußert, doch beim Umfang und an welchen Stellen das passieren soll, da gehen die Ansichten auseinander.