Es ging um rund 74 000 Euro: Diese Summe wäre nötig gewesen, um die Fenster im denkmalgeschützten Paul-Gerhard-Kindergarten in Schwenningen zu erneuern. Träger ist die evangelische Kirchengemeinde Schwenningen. In der Vorlage des Jugendhilfe-Ausschusses lautete der Beschlussvorschlag der Verwaltung, diesen Investitionskosten-Zuschuss zu genehmigen.

In der Sitzung dann die Kehrtwende: Stefan Assfalg, Leiter des Amtes für Jugend, Bildung, Integration und Sport, erklärte, diese Maßnahme müsse jetzt nicht umgesetzt werden. Angesichts der finanziellen Lage der Stadt seien alle Projekte nochmals auf den Prüfstand gekommen. Sein Vorschlag: „Wir setzen diese Sanierung in den nächsten Jahren um.“ Dieser Vorschlag kam im Ausschuss aber nicht bei allen Mitgliedern gut an. So sprach Alfred Zahn vom Kinderschutzbund von einem „Schlag ins Kontor“. Es gebe viele Dinge, die seit Jahren anstehen und dringend umgesetzt werden müsse, da könne man das nicht „einfach in den Gulli“ kippen.

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Er bat den Träger zu erläutern, wie sich die Sachlage für ihn darstelle. Pfarrer Klaus Gölz von der Kirchengemeinde erklärte, man sei über die „Kurzfristigkeit“ etwas erstaunt gewesen. Die Unterlagen mit dem Beschlussantrag, die Sanierung zu genehmigen, seien erst vor einer Woche gekommen. „Das hätte ja auch etwas früher entschieden werden können“, so Gölz. Katharina Hirt von der CDU wiedersprach Alfred Zahn: „Wir kippen hier gar nichts in den Gulli, es ist absolut zu verantworten, diese Maßnahme aufzuschieben.“

Dieter Kleinhans vom Hochbauamt erläuterte, dass alleine sein Amt rund 6,4 Millionen Euro streichen müsse. Da könne man nur von Tag zu Tag arbeiten und von den Kürzungen seien auch viele städtische Gebäude betroffen. Im Falle der Fenstersanierung sei es vertretbar, diese aufzuschieben.

Beate Schmidt-Kempe, die als Vertreterin der AWO im Ausschuss sitzt, erklärte, sie könne die Sparzwänge an dieser Stelle nicht verstehen. „Alle machen Schulden, dass es kracht, nur die Kommune spart.“ Oberbürgermeister Jürgen Roth betonte hier nochmals die Notwendigkeit des Sparens: „Wir müssen 30 Prozent aus den Haushalten herausstreichen.“

Als Kompromissvorschlag einigte sich der Ausschuss schließlich auf die Formulierung, dass die Sanierung in den nächsten fünf Jahren umgesetzt wird (elf Ja-Stimmen, eine Nein-Stimme, vier Enthaltungen).