Das gab es noch nie: Erstmals findet der Tag des offenen Denkmals digital statt. Villingen will am Sonntag, 13. September, drei seiner Denkmäler präsentieren. Das Paradoxe dabei ist: Die Denkmäler selbst bleiben an diesem Tag geschlossen. Gezeigt werden sie ausschließlich online. Dabei sind die Orgel in der evangelischen Johanneskirche, der Schwedendamm und die Heimatstube in Tannheim.

Was geboten wird

In ganz Deutschland wird in diesem Jahr der Tag des offenen Denkmals online begangen. Auch in Villingen-Schwenningen haben sich die Verantwortlichen der drei Denkmäler deshalb virtuelle Angebote überlegt.

Ein 360-Grad-Video führt durch die Heimatstube in Tannheim. Über Symbole können dabei weiterführende Informationen aufgerufen werden oder kleine Videoschnipsel mit Erfahrungsberichten aus dem Heimathaus angeschaut werden.

Auf ein virtuelles Orgelkonzert nimmt Marius Mack, Bezirkskantor, Interessierte mit in die evangelische Johanneskirche. Denn am 13. September ist nicht nur der Tag des offenen Denkmals, sondern auch Deutscher Orgeltag. Aufgrund der Corona-Lage hat sich Mack für ein Digital-Orgelkonzert entschieden. Das Besondere daran: Die Zuschauer bekommen Einblicke, die es bei einem normalen Spiel nicht gibt. Einsichten in das Innere der Orgel und Nahaufnahmen von der Fußarbeit des Kantors werden beispielsweise zu sehen sein.

Die Orgel in der evangelischen Johanneskirche in Villingen ist eines von drei Denkmälern, die in diesem Jahr online präsentiert werden.
Die Orgel in der evangelischen Johanneskirche in Villingen ist eines von drei Denkmälern, die in diesem Jahr online präsentiert werden. | Bild: Jennifer Moog

Auch Einblicke in die Geschichte des Schwedendamms, der im Dreißigjährigen Krieg verhindern konnte, dass Villingen eingenommen wurde, wird es geben. Peter Graßmann hat dazu ein Video erstellt, in dem er die Historie dieses besonderen Ortes umreißt, der heute als unscheinbare Kleingartenanlage auftritt.

So funktioniert eine Teilnahme

Zu finden sind die Beiträge aus Villingen-Schwenningen auf der Internetseite der Stadt unter www.villingen-schwenningen.de direkt auf der Startseite. Wer einen Überblick über alle „offenen“ Denkmäler bekommen möchte, kann sich auch auf der Internetseite der Deutschen Stiftung für Denkmalschutz unter www.denkmalschutz.de/aktuelles.html virtuell durch alle gezeigten Denkmäler führen lassen. Freigeschaltet werden die Videos am Sonntag. Sie sollen für einige Wochen zu sehen sein.

Denkmal-Besuch ist nicht ausgeschlossen

Obwohl die Villinger Denkmäler in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals geschlossen bleiben müssen, sei ein Besuch eigenständiger nicht ausgeschlossen. Es sei das Ziel des Denkmal-Tages, den Bürgern bewusst zu machen, welche Denkmäler hier zu finden sind und sie anzuregen, selbst dort hinzugehen, so Bürgermeister Detlev Bührer.

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Online-Angebot bringt Vorteile

Christine Lauble-Klepper von der Unteren Denkmalschutzbehörde sieht auch den Vorteil des virtuellen Angebots: „Die, die normalerweise nicht an diesem Tag teilnehmen können, Rollstuhlfahrer beispielsweise, können in diesem Jahr daran teilhaben.“ Ausgeschlossen sei es daher nicht, dass der Tag des offenen Denkmals künftig durch ein digitales Angebot ergänzt wird. Darüber müsse man sich allerdings noch Gedanken machen, so Lauble-Klepper.

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