Wenn am morgigen Pfingstsonntag Vikar Adalbert Mutuyisugi aus Ruanda um 9 Uhr in der Obereschacher St. Ulrichs-Kirche den Gottesdienst zelebriert, neigt sich seine Zeit als Priester in der Seelsorgeeinheit „An der Eschach“ langsam ihrem Ende zu. Er wird zum 1. Juli 2020 sein Domizil in Neuhausen verlassen und in Gernsbach eine neue Stelle antreten. Offenbar hatte der Geistliche teils schwer mit Kritik wegen seiner Gestaltung der Gottesdienste zu kämpfen gehabt.

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Als am Palmsonntag die Mitteilung der Erzdiözese Freiburg durchsickerte, dass Pfarrer Alexander Schleicher zum 15. September und Vikar Adalbert bereits zum 1. Juli die Seelsorgeeinheit verlassen werden, waren auch die damaligen Pfarrgemeinderatsmitglieder aus der St. Ulrichs-Pfarrei von dieser Nachricht überrumpelt. Wie der ehemalige Pfarrgemeinderat Markus Laufer betont, ist aus seiner Sicht die Zusammenarbeit mit Pfarrer Alexander Schleicher seit längerer Zeit „ziemlich verfahren“. Mehrere ehrenamtliche, verdiente und langjährige Helfer in der Pfarrgemeinde hätten ihre Ämter niedergelegt und ihre Mitarbeit aufgegeben. Es gebe Probleme in fast allen Bereichen, wo eine fruchtbare Zusammenarbeit fast nicht mehr möglich sei und mehr zu einem „Nebeneinander“ als zu einem „Miteinander“ führe.

Schmerzliche Entscheidung

Umso schmerzlicher ist deshalb für die St. Ulrichs-Gemeinde der Weggang von Vikar Adalbert. Er hat sich durch seine herzliche, einfühlsame und ehrliche Art bei den Menschen eine große Beliebtheit erworben und sich schnell in der Gemeinde eingelebt. Der Geistliche gilt als freundlich und liebenswert, interessierte sich für die Traditionen und Gepflogenheiten in der Gemeinde und hat sich alle Mühen gegeben, diese zu pflegen, sich anzupassen und auf die Menschen einzugehen. Dabei war es ihm sehr wichtig, die Ehrenamtlichen einzubinden, seien es nun die Mitglieder des Gemeindeteams, die Ministranten, das Altenwerk oder die Frauengemeinschaft.

Schwere Belastung

Aus anderen Pfarrgemeinden habe es aber immer wieder laute Kritik gegeben, heißt es aus dem Kreis von St. Ulrich. Offensichtlich hätten ihm die Anfeindungen gegen seine Person, die sich in erster Linie auf die Gestaltung der Gottesdienste bezogen, nahezu unmöglich gemacht, in der Seelsorgeeinheit zu bleiben, bedauern die Gemeindemitglieder. So äußerten jetzt viele Bürger ihr Bedauern über seinen Weggang nach gerade mal zwei Jahren. Vikar Adalbert, den die Vorgänge schwer belasten, will sich dazu öffentlich nicht weiter auslassen.

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