Wären da nicht die Corona-Zeiten, das Tannheimer Freibad hätte auch 2020 sicherlich eine weitere gute Badesaison vor sich gehabt. Neben dem Wechsel an der Vereinsspitze ist heuer auch der Versammlungsort erwähnenswert. Erstmals wurde die Tannheimer Sporthalle zum Sitzungslokal umfunktioniert und unter Einhaltung der Coronabestimmungen folgten gut 35 Personen den Ausführungen der nach 10 Jahren Vorstandsarbeit scheidenden Vorsitzenden Doris Riesle und Sybille Bippus.

Susanne Kaltenmaier und Ulrich Murawski werden fürderhin die Geschicke des Tannheimer Freibadfördervereins lenken.
Susanne Kaltenmaier und Ulrich Murawski werden fürderhin die Geschicke des Tannheimer Freibadfördervereins lenken. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Diese ließen nochmals das Superjahr 2019 Revue passieren. Mehrfach dankte Doris Riesle für das enorme Engagement vieler freiwilliger Helfer im vergangenen Jahr. Ob im Kiosk, am Beckenrand zur Badeaufsicht, beim Frühjahrsputz oder der Beckensanierung, ob beim Sommerfest oder bei der alljährlichen Laubaktion im Herbst, immer zeigten unzählige Hände ihre Solidarität mit dem ehrenamtlich geführten Freibad. Highlights im vergangenen Jahr waren das Sommerfest mit den spektakulären Vorführungen der Synchronschwimmerinnen aus Schwenningen sowie die viele Familien mit Kindern, die an den zahlreichen Sommersonnentagen den Weg ins Tannheimer Bad fanden. Weil das Villinger Bad anfangs des Sommers wegen Renovierung noch geschlossen hatte, entdeckten viele das kleine aber feine Familienbad erstmals. Auch das Engagement der Tannheimer Vereine bei der Unterstützung des Bades fand mehrfach dankbare Erwähnung. Überrascht waren alle Aktiven, dass ein im großen Becken mühsam aufgetragenes neuartiges Dichtmittel die enormen Wasserverluste der vergangenen Jahre vergessen ließ.

Die Aktion Rettet unser Freibad hat die Vereinskasse um gut 50 000 Euro anwachsen lassen. Dafür bedankten sich nicht nur die Vereinsspitze sondern auch Ortsvorsteherin Anja Keller ausdrücklich. Dieses große Spendenaufkommen dokumentiere die Verbundenheit mit dem Bad, so Keller. Sie hoffe doch sehr, dass Spenden- und Zuschussfluss auch trotz der Coronazeiten nicht abebben und so dem Bad eine gute Zukunft sichern. Mit seiner alljährlichen Kalenderaktion hat Hubert Obergfell aus Brigachtal im vergangenen Jahr 1430 Euro erwirtschaftet und dem Vorstand übergeben.

Ortsvorsteherin Anja Keller (Mitt) bedankte sich bei der scheidenden Doppelspitze Sybille Bippus (links) und Doris Riesle (rechts) für die 10-jährige Vereinsleitung auch im Namen der Ortsverwaltung ganz herzlich.
Ortsvorsteherin Anja Keller (Mitt) bedankte sich bei der scheidenden Doppelspitze Sybille Bippus (links) und Doris Riesle (rechts) für die 10-jährige Vereinsleitung auch im Namen der Ortsverwaltung ganz herzlich. | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Immer wieder wurde auch der wichtige Beitrag des Bades für den Schwimmunterricht betont. So konnten allein 2019 bei 38 Kindern der Erwerb unterschiedlichster Schwimmabzeichen durch die DLRG abgenommen werden. DLRG-Frau Beate Riesterer warb in einem leidenschaftlichen Appell um die Erhaltung des Bades. Zahlreiche Grundschulen der Umlandgemeinden nutzten das Bad für ihren Schwimmunterricht, was ebenfalls für den Erhalt des Bades spreche.

Ein deratiger Sprung ins Kühle Nass ist 2020 coronabedingt leider nicht möglich. (Archiv)
Ein deratiger Sprung ins Kühle Nass ist 2020 coronabedingt leider nicht möglich. (Archiv) | Bild: Jörg-Dieter Klatt

Nachdem sich im April 2020 der Vorstand sich zum coronabedingten Ausfall der Saison entschlossen hatte, nutzen nun die Aktiven die Zeit, um Reparaturen zu erledigen. „An erster Stelle steht dabei die Sanierung der Sanitäranlagen!“, so der neue Vorsitzende Ulrich Murawski. An zweiter Stelle stehe die Renovierung der Wasseraufbereitungsanlage. Über Details öchte der Verein in einer außerordentlichen Sitzung unterrichten. Um die vom Land aus dem ELR-Programm zugesagten Mittel in Höhe von 500 000 Euro voll nutzen zu können, müsste der Verein allerdings enorme Schulden auf sich laden, was die Vorstandschaft ablehnt. „Wir tragen Verantwortung und werden mit Augenmaß die Sanierungen angehen!“, so Ulrich Murawski jetzt zum SÜDKURIER.

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