Einfach mal die Seele baumeln lassen, ein kleines Picknick im Grünen machen und den Blick in die weite Ferne richten: Das kann man ab jetzt wieder auf dem Sonnenblumenfeld der Familie Wildi bei den Bertholdshöfen zwischen den beiden großen Stadtbezirken.

VW-Fan Dietmar Wildi hat seinen 69er Käfer komplett der Landschaft angepasst.
VW-Fan Dietmar Wildi hat seinen 69er Käfer komplett der Landschaft angepasst. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Auf elf Hektar Fläche hat der Landschaftsbauer Dietmar Wildi mit seiner Familie ein idyllisches Kleinod geschaffen, das inzwischen viele Spaziergänger, Reiter und Radfahrer aus der Region während einer kleine Pause auf ihren Touren genießen. Quer durch das Feld ziehen sich geschwungene Wege, die zum Spaziergang durch die Anlage einladen. Mittendrin dann in knallrot die etwas überdimensionierten Sonnenliegen und sogenannten Schwarzwald-Strandkörbe.

Dietmar Wildi mit Ehefrau Claudia und Sohn Benedikt in den Schwarzwald-Strandkörben.
Dietmar Wildi mit Ehefrau Claudia und Sohn Benedikt in den Schwarzwald-Strandkörben. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Begonnen hat das Sonnenblumenfeld als unreife Idee im Jahre 2007. Sehr schnell gab es aus dem Umfeld aber sehr viel Zuspruch, und so wurden nach und nach immer mehr neue Ideen verwirklicht. Zusammen mit dem Landschaftsarchitekturbüro Kuberczyk wurden die Flächenaufteilung und das Wegenetz entworfen. An zwei Eckpunkten wurden kleine Hügel aufgeschüttet, damit man das weitläufige Gelände besser überblicken kann. Im Kontrast zu den grün-gelben Sonnenblumen wird die Fläche durch das braun eines Gerstenfeldes aufgelockert. Und an dessen Ende steht, wie könnte es anders sein, ein Bett im Kornfeld. Groß genug für eine ganze Familie, mit Stroh ausgepolstert und am höchsten Punkt der Anlage. Bei guter Fernsicht kann man von hier aus sowohl die Schwäbische Alb im Osten als auch die Alpen im Süden sehen. Die meisten Besucher verweilen aber am liebsten auf der schattigen Hollywood-Schaukel am anderen Ende.

Gabriele und Joachim Lichtblau genießen die schattige Hollywood-Schaukel bei einem Spaziergang mit ihren beiden Hunden.
Gabriele und Joachim Lichtblau genießen die schattige Hollywood-Schaukel bei einem Spaziergang mit ihren beiden Hunden. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Neu kam dieses Jahr der große Holz-Tisch in der Mitte dazu. Den hatten Wildis aus dem ehemaligen Landesgartenschau-Gelände gerettet. Und den Weg dahin säumen ab diesem Jahr auch fünf Hinkelsteine, jeder über vier Tonnen schwer.

Das könnte Sie auch interessieren

Ähnlich wie Mais kann man auch Sonnenblumen nicht jedes Jahr auf der selben Fläche anbauen, Damit sich der Boden etwas erholen kann, muss man über die Jahre für eine wechselnde Fruchtfolge sorgen – und somit kann man hier jedes Jahr ein neues Arrangement kennen lernen. Allerdings hat es jetzt doch vier Jahre gedauert, bis die Sonnenblumen zurück waren, denn nach einer mutwilligen Zerstörung durch Abbrennen der hölzernen Land-Art Objekte im Jahre 2016 war bis jetzt Pause. „Klar waren wir damals frustriert“, sagt Dietmar Wildi. „Aber wir haben so viel Zuspruch und Solidarität aus der Bevölkerung erfahren, da mussten wir nun einfach wieder weiter machen“. Neben Ehefrau Claudia sind auch die beiden Söhne Benedikt und Pius voll bei diesem Projekt engagiert.

Sohn Benedikt Wildi richtet noch den großen Holzstuhl auf dem kleinen Aussichtshügel her.
Sohn Benedikt Wildi richtet noch den großen Holzstuhl auf dem kleinen Aussichtshügel her. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Die Sonnenblumenkerne bieten auch den Vögeln ein willkommenes Zusatznahrungsangebot und die vielen Wildblumen dazwischen laden vor allem Bienen zum Nektarsammeln ein. Und wenn im Herbst die Sonnenblumen so langsam ausgeblüht haben, dienen sie immerhin noch als Futter für die Biogasanlage. Also eine Win-Win-Situation für alle Beteiligten.

75 Jahre Geschichte. 75 Jahre Erfahrung. 75 Jahre Journalismus. Sichern Sie sich jetzt für kurze Zeit ein ganzes Jahr zum Jubiläumspreis von 75 €.