Zwölf Friedhöfe zählt Villingen-Schwenningen. Darauf finden jährlich etwa 1000 Bestattungen statt, davon seien inzwischen mehr als 75 Prozent Urnenbeisetzungen, wie Oxana Brunner, Sprecherin der Stadtverwaltung berichtet. Doch egal ob Urnen- oder Erdgrab: Die Bestattung wird um einiges teurer, um teilweise bis zu 70 Prozent.

Der Villinger Friedhof, hier mit der Altstadtkirche ist einer von zwölf Friedhöfen der Doppelstadt.
Der Villinger Friedhof, hier mit der Altstadtkirche ist einer von zwölf Friedhöfen der Doppelstadt. | Bild: Hahne, Jochen

Aktuell hat der Gemeinderat Villingen-Schwenningen die Friedhofsgebühren erhöht, sie sind nun kostendeckend. So steigen beispielsweise die Kosten für ein Urnen-Reihengrab von rund 1010 Euro auf 1300 Euro (Zahlen auf Zehnerstellen gerundet). Für eine Stelle eines Erd-Familiengrabs werden statt 2710 Euro künftig zwischen 2860 und etwas über 3010 Euro fällig – je nach Gestaltungsform. Das Urnenfamiliengrab erhöht sich von 1150 auf 1420 Euro. Die Komplettangebote verzeichnen zum Teil eine noch erheblichere Steigerung, die Urnen-Partneranlage zum Beispiel von 2780 auf 4730 Euro, das Urnen-Familiengrab unter dem Gemeinschaftsbaum von 1420 auf 2060 Euro, das Familiengrab in der Gemeinschaftsanlage von 1340 auf 1840 Euro. Damit verlangt Villingen-Schwenningen in den meisten Fällen ähnliche Gebühren wie Bad Dürrheim, Tuttlingen oder Konstanz, bisher lag die Doppelstadt darunter.

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Die Nachfrage nach pflegearmen Grabarten oder solchen mit Komplettpflege ist in den vergangenen Jahren ohnehin deutlich gestiegen, da sie dem verstärkten Wunsch der Angehörigen entspreche, sich nicht selbst um die Grabpflege kümmern zu müssen, betont Brunner weiter. Die Ehepartner der Verstorbenen selbst werden immer älter, die Kinder wohnen durch die Mobilität in der Gesellschaft immer seltener direkt vor Ort.

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Im Trend liegen auch Urnenbeisetzungen am Baum. Diese naturnahe Grabart zeige besonders die Verbindung mit dem Naturkreislauf. Sie werden inzwischen auf allen Friedhöfen der Stadt angeboten, etwa 250 Beisetzungen finden in VS jährlich in dieser Grabart statt. Der Wunsch, in einer Urnenwand die letzte Ruhe zu erhalten, sei mit nur noch 127 Beisetzungen (2019) rückläufig, zu Beginn des Jahrtausends zählte die Friedhofsverwaltung noch 265. Derzeit gibt es 10 000 Urnen- und 13 000 Erdgräber auf allen Friedhöfen der Stadt.

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Weil die Friedhofsverwaltung inzwischen viele alternative Bestattungsformen anbietet, fragen auch über 90 Prozent seiner Kunden nach den doppelstädtischen Friedhöfen, berichtet Brundo Bandle, einer der Geschäftsführer des gleichnamigen Villinger Bestattungsunternehmen. Erst in wesentlich geringerem Maß würden Friedwälder in der Umgebung genutzt. In diesen Fällen müsste berücksichtigt werden, dass die Anfahrt für die Angehörigen mit einem gewissen Aufwand verbunden sei. Auf einen der VS-Friedhöfe kämen sie schneller und einfacher, zudem gebe es dort mit der Baumbestattung ein ähnliches Angebot. Selten würden Seebestattungen gewünscht, die in Deutschland auf Binnengewässern ohnehin verboten sind: In Frage kommen daher beispielsweise Nord- und Ostsee. In der Schweiz sei es auch möglich, aus der Asche einen Edelstein herstellen zu lassen. Doch dieser Wunsch sei bisher nur einmal an ihn herangetragen worden, berichtet Bandle. In der Eidgenossenschaft sind auch Naturbestattungen, beispielsweise auf Almen möglich. Doch auch diese Möglichkeit werde eher selten nachgefragt.

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