Wenn Jutta und Hans-Peter Flaig von ihrer Hortensie sprechen, dann hört es sich an, als schwärmten sie von einer Legende. Von einer Superpflanze.

Es klingt nach Liebe

Mehrere Meter hoch rankt sie um die Eingangspfosten ihres Hauses. Sie ist „wahnsinnig pflegeleicht“, habe noch nie mit Läusen oder anderen Schädlingen zu kämpfen gehabt, „sieht hammermäßig aus“, wie Hans-Peter Flaig es nennt. Und: Im Winter, wenn alle Blätter abgefallen sind, „schmücken wir sie und hängen Kugeln und eine Lichterkette um den Ast“, sagt Flaig. Und schmunzelt.

Er weiß, wie das klingt. Dass es nach Liebe klingt. Aber seine Hortensie ist mittlerweile – nach 30 Jahren – an seiner Hausfront ein echtes Familienmitglied. Seine Frau sagt das auch so. „Die Hortensie gehört zur Familie“.

Die Kletterhortensie am Eingangspfosten von Jutta und Hans-Peter Flaigs Haus.
Die Kletterhortensie am Eingangspfosten von Jutta und Hans-Peter Flaigs Haus. | Bild: Hans-Peter Flaig

Seine Frau war es auch, die die Kletterhortensie einst in der Gärtnerei Ebert in Villingen entdeckte, die ihren Mann dazu brachte, ein tiefes Loch im Lehmboden zu buddeln. Damit sich die Pflanze von selbst ihr Wasser ziehen kann.

Doch: Hätte ihnen jemand damals, als sie gerade ihr Haus gebaut hatten, erzählt, dass ihnen die Hortensie einmal so viel Freude bereiten – und dass sie jeden noch so kalten Winter überstehen wird. Sie hätten es vermutlich nicht geglaubt, sagen beide.

Inzwischen überragt die Hortensie sogar Jutta und Hans-Peter Flaig.
Inzwischen überragt die Hortensie sogar Jutta und Hans-Peter Flaig. | Bild: Daniela Biehl

„Unsere Rosen haben immer irgendwas. Aber diese Hortensie hatte selbst nach einem Winter mit Minus 20 Grad keine Frostschäden. Hatte nie einen Hagelschaden – und sich auch sonst nie beschwert“, sagt Jutta Flaig.

Doch: Wie macht sie das? Warum geht es ihr so gut? Oder haben die Flaigs einen besonders grünen Daumen?

Das Gärtnern hat sie von der Mutter

Jutta und Hans-Peter Flaig sitzen in ihrem Garten in Pfaffenweiler, überall blühen Pflanzen. Hinter ihnen ranken Rosen. „Ein grüner Daumen?“, fragt Jutta Flaig und lacht. „Vielleicht.“

Die Gärtnerlust habe sie schließlich von ihrer Mutter geerbt. Doch die Hortensie wachse und gedeihe eigentlich von allein. „Da muss ich nicht viel machen.“

So sieht die Kletterhortensie aus, wenn sie in voller Pracht blüht.
So sieht die Kletterhortensie aus, wenn sie in voller Pracht blüht. | Bild: Hans-Peter Flaig

Zwei Tipps hat sie dennoch. Für alle, die ihr eigenes Hortensien-Wunder erleben wollen. „Eine Kletterhortensie ist eine Pflanze für den Norden. Sie wird nichts an der Südseite eines Hauses“, sagt Jutta Flaig.

Die Sache mit der Sonne

Denn in einem ist sie wählerisch: „Sie mag Licht, aber keine direkte Sonneneinstrahlung.“ An der Nordseite bekomme sie etwas von der zarten Morgensonne ab – und etwas von der schwachen Abendsonne. „Aber es wird ihr nie zu heiß.“

Und Tipp Nummer zwei: „Am Anfang, wenn die Pflanze noch kein ist, regelmäßig gießen. Aber später braucht sie das nicht mehr.“

Video: Hans-Peter Flaig

Hans-Peter Flaig lächelt, als seine Frau das erzählt. Am schönsten sei die Hortensie ja, wenn sie blühe. Wenn die Bienen und Insekten um sie wuselten. „Das ist unsere Art, die Insekten zu unterstützen“, sagt er – und zeigt auf seinem Handy ein Video von den herumschwirrenden Insekten.

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Und wie es sich für echten Familienmitglied gehört. Wird so ein Video auch in der Familie geteilt. Denn: Aufgenommen hat Flaig es für seinen Sohn. Damit der sieht, wie es der Hortensie ergeht.