Die Bilder und Ansichtskarten von Herbert Schroff sind wertvolle Zeitdokumente der Villinger Geschichte. Bei vielen Bürgern der Doppelstadt wecken sie Erinnerungen an vergangene Zeiten. Sie zeigen Stadtansichten zwischen 1890 und 1990 und die fest in Villingen verwurzelten Themen Fastnacht und Saba. Nicht zuletzt sind seinen Gruppenfotos und Bilder von Festen aller Art sehr beliebt. Beim Betrachten und Stöbern könnten man ja schließlich jemanden entdecken, den man von früher her kennt. Seit Dienstag ist ein Teil dieser einzigartigen Villinger Zeitdokumente wieder über das Internet abrufbar.

Herbert Schroff war ein Villinger Urgestein (23.9.1924 – 14.1.2011)
Herbert Schroff war ein Villinger Urgestein (23.9.1924 – 14.1.2011) | Bild: Hahne, Jochen

Neustart

Auf Initiative von Architekt und Stadtrat Andreas Flöß begann im Jahr 2017 die Idee von einem Neustart zu reifen, nachdem ein erster Netzauftritt kurz zuvor aus dem Internet verschwand.

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Jetzt, drei Jahre später, präsentierte Stadtarchiv-Leiterin Ute Schulze zusammen mit Bianca und Burkhard Neuberger von der gleichnamigen Werbeagentur ein neues Schroff-Online-Archiv mit rund 400 Motiven aus der Sammlung. Mit dabei waren auch Ideengeber Flöß sowie Werner Echle, ehemaliger Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, der das Projekt in seiner Amtszeit tatkräftig und finanziell unterstützte und ins Rollen brachte. „Da, im zweiten Haus links bin ich geboren“, freut er sich bei der Projekt-Präsentation, als eines der ersten Bilder an die Wand geworfen wird. Die neue Seite ist unter der folgenden Adresse ab sofort erreichbar: www.schroff-stadtarchiv.de .  Das Archiv ist zudem dauerhaft über eine Verlinkung auf der Internetseite des Geschichts- und Heimatvereins  Villingen erreichbar:  www.ghv-villingen.de

Werner Echle, ehemaliger Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, Ideengeber Andreas Flöß, Stadtarchiv-Leiterin Ute Schulze sowie Bianca und Burkhard Neuberger freuen sich über die neue Internetseite des Schroff-Archivs.
Werner Echle, ehemaliger Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, Ideengeber Andreas Flöß, Stadtarchiv-Leiterin Ute Schulze sowie Bianca und Burkhard Neuberger freuen sich über die neue Internetseite des Schroff-Archivs. | Bild: Fröhlich, Jens

Funktionen

Die neue Internetseite ist übersichtlich und schlicht gestaltet. Die einzelnen Seiten enthalten meist nur kurze Erklärtexte, was zum Konzept gehöre, so die Neubergers. Über ein Eingabefeld oben lassen sich Inhalte leicht nach Schlagworten durchsuchen. Bereits während der Eingabe des Suchbegriffes erscheinen erste Vorschläge. Im Menü finden sich Unterseiten zu Herbert Schroff, zu Gönnern und Helfern, zum Stadtarchiv sowie ein Kontaktformular. Das Bildarchiv selbst ist in Kategorien wie Innenstadt, Luftbilder oder Ansichtskarten unterteilt. „Der Bereich Innenstadt enthält mit 130 Bildern die meisten Motive“, erklärt Bianca Neuberger, die die neue Seite zusammen mit ihrem Mann Burkhard Neuberger gestaltet und umgesetzt hat. Auch die hochauflösende Digitalisierung der Originale lag in ihren Händen. Unter allen Fotos finden sich kurze Informationen sowie eine eindeutige Kennnummer des Stadtarchivs. Dort liegen alle Bilder im Original und hochauflösend digital vor und können gegen eine Gebühr bestellt werden.

Über eine Volltextsuche lassen sich gewünschte Inhalte leicht finden. Bereits während der Eingabe werden dem Nutzer Vorschläge angeboten.
Über eine Volltextsuche lassen sich gewünschte Inhalte leicht finden. Bereits während der Eingabe werden dem Nutzer Vorschläge angeboten. | Bild: Fröhlich, Jens

Rückmeldungen

Unter jedem Motiv der Seite finden Nutzer eine Kommentarfunktion, um dem Stadtarchiv Hinweise und Anmerkungen zu den jeweiligen Inhalten mitteilen zu können. Diese Nachrichten werden allerdings nicht unmittelbar veröffentlicht, sondern erst von Archiv-Mitarbeitern gesichtet. Die übermittelten Informationen sollen nach Prüfung dann in die Bildbeschreibungen einfließen. „Über diesen Filter verhindern wir unsachgemäße Beiträge“, erklärt Schulze. Durch die Möglichkeit der Bürgerbeteiligung erhofft sie sich, dass das Archiv nach und nach weiter wächst und neue Erkenntnisse zu einzelnen Bildern gewonnen werden. Sie kündigt auch an, dass die Anzahl der Bilder in Zukunft weiter wachsen soll.

Bianca und Burkhard Neuberger demonstrieren die Funktionen der neuen Internetseite des Schroff-Archivs, die seit Dienstag öffentlich abrufbar ist.
Bianca und Burkhard Neuberger demonstrieren die Funktionen der neuen Internetseite des Schroff-Archivs, die seit Dienstag öffentlich abrufbar ist. | Bild: Fröhlich, Jens

Ideen

Andreas Flöß hatte bei der Präsentation gleich noch eine Idee für die Zukunft, wie so ein Wachstum umgesetzt und vor allem finanziert werden könnte, gerade in der aktuellen Corona-Zeit mit knappen Kassen. Er schlug vor, Nutzern direkt auf der Seite eine Spendenmöglichkeit anzubieten, die eine bestimmte Anzahl neuer Bilder umfasst. Dazu sei es aber nötig, dass ein fixer Betrag vorliege, der fällig wird, um ein weiteres Bild im Archiv zu ergänzen. Dann könnten Spender mit wenigen Klicks 10 50 oder 100 neue Bilder finanzieren. Das fand auch Schulze ein gute Idee und kündigte an, den Vorschlag weiter zu verfolgen. Eine weiterer Ansatz von Flöß: Bislang unbeschriftete Dokumente in einer extra Kategorie zu veröffentlichen, verbunden mit der Bitte an die Nutzer, sich an der Dokumentation zu beteiligen.

Ideengeber Andreas Flöß (von links), Stadtarchiv-Leiterin Ute Schulze, Werner Echle, ehemaliger Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, sowie Burkhard und Bianca Neuberger freuen sich über die neue Internetseite des Schroff-Archivs.
Ideengeber Andreas Flöß (von links), Stadtarchiv-Leiterin Ute Schulze, Werner Echle, ehemaliger Vorsitzender des Geschichts- und Heimatvereins, sowie Burkhard und Bianca Neuberger freuen sich über die neue Internetseite des Schroff-Archivs. | Bild: Fröhlich, Jens

Rückblick

Es ist nicht der erste Anlauf, die Schroff-Sammlung der Öffentlichkeit über das Internet zugänglich zu machen. Bereits 2007 stellte die Agentur Südpol aus Niedereschach eine Archiv-Seite ins Netz, die rund 3000 Motive präsentierte. Die Nutzungsrechte der Sammlung lagen damals bei Anwalt Wolfgang Berweck und Unternehmer Christoph Hess. 2014 schloss die Stadtverwaltung einen Lizenz- und Nutzungsvertrag mit den Rechteinhabern ab. Ein Jahr später erwarb die Stadt die Bildersammlung von Caroline Klausmann, Tochter von Herbert Schroff. 2017 verschwanden die Bilder plötzlich aus dem Netz, nachdem die Agentur Insolvenz anmelden musste. Im selben Jahr mussten auch die Verträge über die Nutzungsrechte der Stadtverwaltung neu geregelt werden. Das Archiv war seither nicht mehr öffentlich zugänglich.

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