Immer wieder hatte die Stadtverwaltung öffentlich betont, die 2019 abgeschlossene Sanierung der Rietstraße liege im Kostenplan. Doch jetzt kommt die Wahrheit ans Licht. Beim Straßenbau räumte die Verwaltung im Gemeinderat Mehrkosten von 284 000 Euro (+ 13,6 Prozent) ein, bei der Kanalsanierung um 222 000 Euro (+ 30,1 Prozent).

Baubürgermeister Detlev Bührer sagte dazu, dass dem Tiefbauamt bereits im Sommer 2019 bekannt gewesen sei, dass Mehrkosten zu erwarten sind. Wegen Krankheitsfällen und personellen Veränderungen sei es aber versäumt worden, die Verwaltungsspitze rechtzeitig zu informieren. Daher sei es bei der Eröffnung der Rietstraße zu einer Falschdarstellung gekommen. Weitere 60 000 Euro Mehrkosten seien entstanden, weil das Amt aufgrund der beschriebenen Personallage versäumt habe, rechzeitig neue Mittel anzumelden. Er habe jetzt ein Verfahren entwickelt, so Bührer, um derartige Fehlleistungen zu vermeiden. Der Gemeinderat bewilligte die Mehrkosten.

Erneut Ärger gibt es bei der Sanierung des Deutenberg-Gymnasiums. Der Chef des Hochbauamtes, Dieter Kleinhans, stimmte den Rat ein, dass im schlimmsten Fall weitere 254 000 Euro Mehrkosten drohen. Besonders empört war Stadtrat Bertold Ummenhofer, dass das Architekturbüro Hotz knapp 150 000 Euro zusätzliches Honorar fordert, weil sich die Bauzeit verlängert habe. Das Ingenieuerbüro, so Ummenhofer, habe ja die Verzögerungen selbst verschuldet. Dies sei „charakterlos“ und ein „unanständiges Verhalten“.