Im Sommer diesen Jahres hat Paul Hauger einen Anruf erhalten. Ein Anruf aus Königsfeld-Neuhausen, der ein Startschuss für eine ganz besondere Weihnachtsattraktion war, die es in diesem Jahr zum Fest in Weilersbach zu bestaunen geben wird. Aber von vorne.

„Am Apparat war die Schwester von Erwin Hauser aus Neuhausen, der Anfang 2022 verstorben ist“, erinnert sich Paul Hauger. Sie habe ihn gefragt, ob er Interesse habe, die riesige Weihnachtskrippe ihres Bruders zu übernehmen und zu bewahren, ein Lebenswerk auf zehn Quadratmetern, dessen Geschichte bis 1900 zurückreicht. „Es sei sein größter Wunsch gewesen, dass die Krippe nach seinem Tod bewahrt wird“, so Hauger weiter.

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Da überlegte der 70-Jährige nicht lange, in dessen Familie der Krippenbau ebenfalls seit Generationen gepflegt und weitergegeben wird. Haugers private Krippe im orientalischen Stil, an der bereits sein Urgroßvater gewerkelt hatte, misst stolze acht Quadratmeter und soll in naher Zukunft ebenfalls wieder aufgebaut werden.

Das ist die private Krippenlandschaft von Paul Hauger im orientalischen Stil, die derzeit aber nicht aufgebaut ist. In der Familie ...
Das ist die private Krippenlandschaft von Paul Hauger im orientalischen Stil, die derzeit aber nicht aufgebaut ist. In der Familie Hauger ist der Krippenbau Tradition. Bereits der Urgroßvater hat an der Krippe gearbeitet. Über Generationen wurde dieser Brauch bewahrt, bis heute. | Bild: Paul Hauger

2017 hatte Hauger diese Krippe bei einer Ausstellung im Familienhaus Isidoris bereits einmal der Öffentlichkeit präsentiert.

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Die Krippe von Erwin Hauser baute Hauger im Sommer diesen Jahres nach und nach vor Ort in Neuhausen ab und brachte alle Teile nach Weilersbach. Aber wohin damit? „Ich hatte die Idee, die Krippe im ‚Dellers Hus‘ aufzubauen, das im Besitz der Gemeinde ist“, erzählt Hauger.

Die große Krippe hinter dem „Dellers Hus“ gab es vergangenes Jahr zum ersten Mal zu bestaunen. Die Aktion war ein voller ...
Die große Krippe hinter dem „Dellers Hus“ gab es vergangenes Jahr zum ersten Mal zu bestaunen. Die Aktion war ein voller Erfolg. Die Krippe hat sich zu einem beliebten, spontanen Treffpunkt für viele Weilersbacher in der Weihnachtszeit entwickelt. Auch 2022 ist der Stall wieder für neugierige Blicke geöffnet. | Bild: Fröhlich, Jens

Die Gemeinde stimmte der Idee für das Krippendomizil zu und Paul Hauger begann mit der mühevollen Arbeit, über viele Tage und Stunden hinweg, das Kunstwerk aus Neuhausen Stück für Stück in der alten Stube im „Dellers Hus“ wieder zusammenzusetzen.

Rund zehn Quadratmeter Fläche nimmt die riesige Weihnachtskrippe in der alten Stube im „Dellers Hus“ ein.
Rund zehn Quadratmeter Fläche nimmt die riesige Weihnachtskrippe in der alten Stube im „Dellers Hus“ ein. | Bild: Fröhlich, Jens

Zuerst baute er einen passenden Unterbau ehe die Rekonstruktion beginnen konnte. „Ich habe alles etwas entzerrt und umgestaltet. Auch die Licht- und Elektroinstallation habe ich nicht wieder eingebaut“, so der 70-Jährige. Lediglich zwei Strahler an der Decke sorgen jetzt noch für die richtige Beleuchtung. Unterstützung bekam Hauger beim Wiederaufbau von seiner Cousine Margarete Schleicher.

Diese Szene zeigt die Heiligen Drei Könige.
Diese Szene zeigt die Heiligen Drei Könige. | Bild: Fröhlich, Jens

„Einige Teile der Krippe sind schon sehr alt, etwa aus der Zeit um 1900“, weiß der erfahrene Krippenbauer. Neben alten Figuren aus Pappmaschee, Gips und geschnitztem Holz tummeln sich aber auch einige Figuren jüngeren Datums in der Landschaft.

Die Gebäude wurden größtenteils vom Erbauer selbst errichtet, ein paar kamen beim Wiederaufbau hinzu. Auch spendierte Hauger dem Gesamtkunstwerk ein neues, riesiges Hintergrundbild, das eine Schwarzwald-Landschaft zeigt und scheinbar nahtlos in die Szenerie der Krippe übergeht.

Krippenlandschaft und Hintergrundbild, das eine Schwarzwald-Landschaft zeigt, sind gut aufeinander abgestimmt und gehen scheinbar ...
Krippenlandschaft und Hintergrundbild, das eine Schwarzwald-Landschaft zeigt, sind gut aufeinander abgestimmt und gehen scheinbar nahtlos ineinander über. | Bild: Fröhlich, Jens

Zu entdecken gibt es neben unterschiedlichsten Figuren auch einzelne Weihnachtsszenen, wie zum Beispiel die Geburt Christi im Stall, die Verkündigung der Geburt den Hirten, die Suche der Dreikönige nach dem neugeborenen König sowie die Flucht der Heiligen Familie nach Ägypten.

Die Krippenszene im Stall ist der zentrale Punkt in der Landschaft.
Die Krippenszene im Stall ist der zentrale Punkt in der Landschaft. | Bild: Fröhlich, Jens

Aber auch abseits davon können Betrachter in der weiten Krippenlandschaft aus heimischen, natürlichen Materialien immer wieder neue Details entdecken.

Ein Schäfer mit seinen Tieren.
Ein Schäfer mit seinen Tieren. | Bild: Fröhlich, Jens

Und was ist jetzt geplant?

„Die Krippe kann erst einmal hier stehen bleiben“, freut sich Hauger. Damit alle Interessierten diese plastische Weihnachtsgeschichte mit eigenen Augen erleben können, soll die Krippe im Dezember und Januar an bestimmten Tagen für Besucher zugänglich sein.

Betrachter entdecken überall in der Landschaft neue Details.
Betrachter entdecken überall in der Landschaft neue Details. | Bild: Fröhlich, Jens

Geplant ist, die Krippe erstmals am 17. Dezember der Öffentlichkeit zu präsentieren. Das „Dellers Hus“ ist an diesem Tag von 18 bis 20 Uhr geöffnet. Weitere Besichtigungstermine sind an Heiligabend, am 26. und 28. Dezember sowie am 03., 05., 08., 15., 22. und 29. Januar jeweils von 15 bis 18 Uhr geplant, oder nach telefonischer Vereinbarung (Telefon: 07721/71938 oder 07721/63332).

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Weitere Bilder von der Krippenlandschaft in Weilersbach

Detailaufnahme der Krippenlandschaft.
Detailaufnahme der Krippenlandschaft. | Bild: Fröhlich, Jens
Ein Schäfer hütet seine Tiere.
Ein Schäfer hütet seine Tiere. | Bild: Fröhlich, Jens
Betrachter entdecken überall in der Landschaft neue Details.
Betrachter entdecken überall in der Landschaft neue Details. | Bild: Fröhlich, Jens
Ein Schweinestall.
Ein Schweinestall. | Bild: Fröhlich, Jens