Die Stadtbezirke sind stets auf der Suche nach weiterem Entwicklungspotential und wollen mit gewerblichen Unternehmen, Dienstleistern und einer attraktiven Infrastruktur, zu der auch Nahversorger zählen, junge Familien für ihren Ort gewinnen. Dazu braucht es Wohnraum, denn die Nachfrage nach Bauplätzen steigt unaufhörlich. So auch in Pfaffenweiler. Der Ortsteil steht vor einem Großprojekt, ein Investor möchte offenbar das Hügle-Areal bebauen. Jetzt beschäftigte sich der Ortschaftsrat mit dem Thema.

Potenzial der Ortskerne

Die Vorgabe „Innenentwicklung vor Außenentwicklung“ soll das Potenzial in den Ortskernen ausnutzen, damit der Landschaftsverbrauch im Außenbereich nicht weiter gesteigert wird. Dabei geht es im Kern um unbebaute Grundstück oder Häuser, in denen ältere Menschen meist allein wohnen. Um ihnen einen innerörtlichen Umzug zu ermöglichen, damit sie im gewohnten Umfeld bleiben können, bedarf es seniorengerechter und barrierefreier Wohnungen. Der Ortschaftsrat Marbach hat im Juni einen ersten Beschluss dazu gefasst.

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Im Stadtbezirk Pfaffenweiler verbirgt sich noch großes Potenzial in der Innenentwicklung. Dass hier etwas Großes entstehen könnte, konnte man den vorsichtigen Äußerungen von Ortvorsteher Martin Straßacker in der jüngsten Sitzung des Ortschaftsrates entnehmen. Ein Schweizer Investor steht bereit und möchte das jetzige Hügle-Areal im Neuen Weg bebauen. Es ist mit einer Fläche von 8700 Quadratmeter ein geschichtsträchtiger Ort mitten im Ortskern von Pfaffenweiler.

Geschichte des Areals

Es war Lothar Trenkle, der einst als Dorfschmied mit seinem Vater im Neuen Weg begann und in den 1970er-Jahren daraus ein Unternehmen schuf, in dem zu Hochzeiten bis zu 100 Menschen arbeiteten. Landwirte, Privatleute, Städte und Gemeinden waren Kunden von Trenkle. Das Angebot reichte vom Rasenmäher bis zum Kommunalfahrzeug im Verkauf und Service. Auf Basis eines Unimogs der Baureihe 421 entwickelte und produzierte Trenkle ein Kommunalfahrzeug mit verschiedenen Anbauteilen vom Schneepflug, Schneefräse, Mähwerken bis zu Kehrbesen und Hochdruckreinigern. Das Schmalspur-Mehrzweckfahrzeug Tremo 601, ebenfalls für den kommunalem Einsatz, wurde nach dem Umzug in die Spohnplatzstraße von der Firma Kramer aus Überlingen in der Baureihe 401 und 601 in den 80er-Jahren im Neuen Weg weiter produziert.

Es gab schon Gespräche

Bei Kramer beschäftigt war Lothar Hügle, der nach Rückzug von Kramer das Areal von 1994 bis 1997 gepachtet hatte und am Ende kaufte. Als Zulieferer für die Automobil- und Getriebeindustrie namhafter Automobilhersteller beschäftigte Hügle bis 2017 bis zu 35 Mitarbeiter im Drei-Schicht-Betrieb. Seither ist das Areal teilvermietet und steht nun zum Verkauf. Wie und in welcher Form hier gebaut werden soll, darüber soll in der nächsten Sitzung des Ortschaftsrats informiert werden. Es habe schon zielführende Gespräche zwischen Hügle, Straßacker, Bürgermeister Detlev Bührer und dem Schweizer Investor gegeben.

Netto hat offenbar Interesse

Wie es mit dem rund 5000 Quadratmeter großen Grundstück in der Spohnplatzstraße weiter gehen wird, ist offen. Die dort ansässige Firma Reiko-Trenkle möchte im Villinger Industriegebiet Herdenen neu bauen. Der Discounter Netto habe schon Interesse bekundet, hier eine Filiale zu bauen, und über einen möglichen Standort für die von Platzmangel betroffene Feuerwehr Pfaffenweiler wurde ebenfalls schon diskutiert.