1959 modellierte der bekannte Künstler Otto Herbert Hajek die Bauplastik, bestehend aus einer Eisenkonstruktion und Beton, direkt vor dem Gebäude des ehemaligen Finanzamts an der Schwenninger Straße in Villingen. Seit 2016 ist die „Räumliche Wand“ in der Liste der Kulturdenkmale vermerkt und gehört seitdem zu den besonders wertvollen Kunstwerken in VS. In der Folge des jahrelangen Einsatzes von Streusalz sowie sämtlichen Witterungseinflüssen wurde die Plastik jedoch stark beschädigt.

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Vor fünf Jahren entschieden sich Experten schließlich dazu, diese zu restaurieren. Begleitet wurden die Maßnahmen unter anderem durch die Materialprüfanstalt der Universität Stuttgart sowie des Landesamts für Denkmalpflege in Esslingen. Laut der Pressemitteilung habe die konstruktive Zusammenarbeit zwar zu einem guten Ergebnis beigetragen, sei allerdings auch sehr zeitintensiv gewesen.

Gut verpackt: Die „Räumliche Wand“ kurz vor dem Kran-Transport.
Gut verpackt: Die „Räumliche Wand“ kurz vor dem Kran-Transport. | Bild: Franziska Zeller

Röntgenaufnahmen liefern Details

Nach genauer Betrachtung der Skulptur, unter anderem mittels spezieller Röntgenaufnahmen, wurde deutlich, dass die aufwendige Ausbesserung nicht vor Ort stattfinden kann. Das Maßnahmenkonzept zur Restaurierung sah deshalb den Abbau der Skulptur vor, um diese in der Werkstatt bearbeiten zu können. Ziel der Ausbesserungen war es, die Originalsubstanz weitgehend zu erhalten.

Video: Franziska Zeller

Einer Pressemitteilung des Amts Vermögen und Bau Konstanz zufolge seien lediglich kleine bautechnische Veränderungen vorgenommen worden, um einen möglichst langfristigen Erfolg der Restaurierungsmaßnahmen zu erhalten.

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Genau diese wurden innerhalb der letzten Wochen nach rund einem Jahr so weit fertiggestellt werden, dass nur noch kleine Eingriffe vor Ort notwendig sind. Insgesamt liegen die Restaurierungskosten im sechsstelligen Bereich.

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Spektakulärer Transport

Nach Beendigung der Ausbesserungen stellte der Transport der sechs Meter langen und rund fünf Tonnen schweren Wand eine weitere große Herausforderung dar.

Wenig Spielraum: Der Transport erforderte höchste Konzentration aller Beteiligten.
Wenig Spielraum: Der Transport erforderte höchste Konzentration aller Beteiligten. | Bild: Franziska Zeller

„Die Skulptur hat eine sehr labile Struktur aufgrund der verschiedenen Schichten und ist eigentlich nicht zum Transport geeignet“, so die Architektin Ela Dinkelsbühler. Aus diesem Grund wurde das Kunstwerk mit Abstandshaltern zuvor aufwendig verpackt und auf einem speziellen Anhänger fixiert.

Präzisionsarbeit: Stück für Stück wurde die Skulptur zum Zielort befördert.
Präzisionsarbeit: Stück für Stück wurde die Skulptur zum Zielort befördert. | Bild: Franziska Zeller

Nach dem Transport aus der rund 50 Kilometer entfernten Werkstatt bei Balingen wurde die Skulptur am Montag schließlich per Autokran Stück für Stück vor den Eingang des Amtsgerichts verladen und mit Hubwagen an dessen Ursprungsort weiter geschoben.

Wieder zurück: Die Hajek-Skulptur vor dem Amtsgericht.
Wieder zurück: Die Hajek-Skulptur vor dem Amtsgericht. | Bild: Franziska Zeller