In Rekordzeit wurde aus dem früheren „Spittel“, dem ehemaligen Altersheim eine Flüchtlingsunterkunft. Bis zu 450 Personen können hier zukünftig untergebracht werden. Derzeit leben 70 Menschen aus der Ukraine hier.

„Nachdem im März jedem klar war, dass erneut viele Flüchtlinge in die Region kommen würden, begann man im Landkreis umgehend damit, nach schnell verfügbaren Objekten zu suchen“, beschreibt Landrat Sven Hinterseh die Situation.

Über Villingen-Schwenningens Oberbürgermeister Jürgen Roth kam dann so auch das leer stehende Gebäude an der Schertlestraße ins Spiel. Einziges Problem: Zum Teil wurde im Bereich der Infrastruktur schon mit Rückbaumaßnahmen begonnen. Auch die Wasserleitungen und die Heizung waren seit zwei Jahren nicht mehr in Betrieb.

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Stefan Löffler, im Landkreis für das Gebäudemanagment zuständig, übernahm die Wiederinbetriebnahme des Gebäudes. So musste der Landkreis nun erst noch rund 200.000 Euro investieren, um das Nötigste an Strom-, Wasser-, und Heizungsleitungen wieder flottzumachen.

Landrat Sven Hinterseh (links), Heimleiterin Sabine Österle und der Vorsitzende des Spitalfond-Stiftungsrats, OB Jürgen Roth, ...
Landrat Sven Hinterseh (links), Heimleiterin Sabine Österle und der Vorsitzende des Spitalfond-Stiftungsrats, OB Jürgen Roth, präsentieren eines der Zimmer für Familien aus der Ukraine. Noch fehlen ein paar Möbel und auch die Matratzen werden in den kommenden Tagen angeliefert. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Auch den Aufzug konnte man nach einigen Mühen wieder in Betrieb nehmen. Das war wichtig, weil auch ältere und behinderte Menschen aus der Ukraine aufgenommen werden. Die Zimmer selbst mussten noch nicht renoviert werden, denn die waren alle in einem guten Zustand.

„Auch an die Betreuung der Kinder ist gedacht.“
Sabine Österle, Heimleiterin

Mitte Mai konnten dann die ersten 70 Personen einziehen. Dabei handelt es sich ausschließlich um Flüchtlinge aus der Ukraine, in der Hauptsache Frauen mit ihren Kindern, sowie auch ältere Menschen. Für weitere 160 Personen sind jetzt noch Plätze frei. Und sobald der zweite Bauabschnitt ebenfalls wieder hergestellt ist, können nochmals 220 Personen zusätzlich in dem Gebäudekomplex untergebracht werden.

Im ganzen Gebäude wird alles auch auf Ukrainisch ausgeschildert.
Im ganzen Gebäude wird alles auch auf Ukrainisch ausgeschildert. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Allen Familien steht ein eigenes Zimmer mit Kühlschrank und etwas Mobiliar zur Verfügung, inklusive einer eigenen Dusche und WC. Gekocht wird in kleinen Gemeinschaftsküchen, die auf allen Stockwerken vorhanden sind.

Noch sind die Gänge meist leer, erst rund 70 Flüchtlinge sind untergebracht.
Noch sind die Gänge meist leer, erst rund 70 Flüchtlinge sind untergebracht. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Vor Ort ist ab jetzt Sabine Österle als Heimleiterin zuständig. Auch an die Betreuung der Kinder sei gedacht. „So planen wir, zwei Spielgruppen im Haus zu etablieren“, erklärt Österle. Auch das sei wichtig, den neben der schnellen Integration der Familien wollen viele der Geflüchteten hier auch gerne arbeiten. Um den Flüchtlingen den Kontakt mit ihren Verwandten und Freunden in der Heimat zu ermöglichen, soll das Gebäude auch so schnell wie möglich mit Internet versorgt und zumindest in den Gemeinschaftsräumen ein kostenloses WLAN bereitgestellt werden.