Genießen, erleben, anschauen: So lauten die Schwerpunkte beim dritten Schwenninger Medienkunstfestival. Rund 20 Arbeiten nationaler und internationaler Künstler werden zu sehen sein, es gibt Klang- und Lichtinstallationen, Streetfood-Wagen und Getränke, entspannte sowie experimentelle Musik und vieles mehr, kündigt Initiator Dirk Werner an.

Auch Nachwuchskünstlern bietet das Festival eine Bühne: Gezeigt werden Arbeiten von Studenten der Hochschulen Furtwangen und Reutlingen sowie der Hochschule für Musik Trossingen.

Christoph Matthiä vom Diakonischen Werk, Künstlerin Panka Chirer-Geyer, Initiator Dirk Werner und Professor Norbert Schnell freuen sich ...
Christoph Matthiä vom Diakonischen Werk, Künstlerin Panka Chirer-Geyer, Initiator Dirk Werner und Professor Norbert Schnell freuen sich auf die dritte Auflage des Medienkunst- und Musikfestivals. | Bild: Nathalie Göbel

Das Gründer- und Kreativzentrum „Die Halle“ wird diesmal – anders als bei den ersten beiden Auflagen des Festivals – zum Haupt-Schauplatz. Der alte Schlachthof, damals noch als „Lost Place“ mit einbezogen, ist inzwischen zum Großteil abgerissen.

„Wenn man das entsprechende Equipment hat und das vielen Leuten einen Vorteil bringt, muss man das machen.“
Hans-Walter Haller, Eigentümer des Geländes und der Halle

Dafür wird ein ehemaliger Luftschutzbunker mit einbezogen, der sich unter der Halle befindet, Ende der 1930er Jahre wurde der Bunker gebaut, weiß Hans-Walter Haller, Geschäftsführer der Firma Haller Stahlbau und Eigentümer des Areals zwischen Lichtenstein- und Burgstraße. Der Unternehmer unterstützt das Festival gerne: „Wenn man das entsprechende Equipment hat und das vielen Leuten einen Vorteil bringt, muss man das machen“, sagt er. Und fügt hinzu: „Und ich habe auch selbst Spaß dran.“

Zum Auftakt gibt es Reggae

Der Spaß teilt sich diesmal in drei Abschnitte: Erstmals gibt es ein Warm-up am Donnerstag, 16. Juni, ab 18 Uhr: Während die Medienkunst teilweise noch aufgebaut wird, gibt es ein Reggae- und Ska-Konzert mit dem ghanaischen Reggae-Künstler Black Prophet.

Blick in den alten Schwenninger Schlachthof. Von dem Lost Place ist inzwischen nicht mehr viel übrig. Was noch steht, soll allerdings ...
Blick in den alten Schwenninger Schlachthof. Von dem Lost Place ist inzwischen nicht mehr viel übrig. Was noch steht, soll allerdings auch stehen bleiben. | Bild: Nathalie Göbel

Am Freitag- und Samstagabend stehen jeweils ab 18 Uhr Licht, Musik und Performance im Mittelpunkt. Die Studenten experimentieren dabei mit verschiedenen Technologien, sagt Norbert Schnell, Professor für Musikdesign an der Hochschule Furtwangen.

So klingt Stahl

So gibt es beispielsweise die Installation „Giant Objects“, große Stahlobjekte, die durch die Besucher zum Klingen gebracht werden. Auch eine Modenschau in einem Industriecontainer, bei der Avatare – also künstliche Personen – den Laufsteg erobern. Außerdem mit dabei: Das Pariser Künstlerkollektiv Chaire Art & Science, das eine Tanzperformance zeigt, die eigens für das Schwenninger Festival adaptiert wurde.

Kunst-Workshop für Frauen

Den regionalen Bogen spannt das Festival mit Beiträgen aus einem Kunst-Workshop, der für Frauen mit Migrationshintergrund angeboten wurde. Christoph Matthiä vom Diakonischen Werk Schwarzwald-Baar und die freischaffende Künstlerin Panka Chirer-Geyer präsentieren die Arbeiten gemeinsam. Grundlage des Workshops war ein Spaziergang durch Villingen mit dem Fotoapparat.

Pflegenotstand und der andere Blickwinkel

„Die Idee dahinter war die Fragestellung: Wie nehmen wir unsere Umgebung wahr? Was fällt Menschen aus verschiedenen Kulturen hier auf?“, sagt Panka Chirer-Geyer. Anhand der ausgedruckten Bilder habe später in der Gruppe ein reger Austausch aus unterschiedlichen Blickwinkeln stattgefunden. Hier habe Kunst etwas ermöglicht, was in einer Gesprächsgruppe vermutlich nicht funktioniert hätte, sagt Panka Chirer-Geyer. Nicht zuletzt würden die Arbeiten in das Stadtjubiläums-Motto „Heimat“ um einen ganz anderen Aspekt bereichern, ergänzt Dirk Werner.

Außerdem erstmals öffentlich zu sehen: Die Fotografien „Sehen Sie hin!“ von Andreas Jorns, die unter Einbeziehung der Bewohner der Villinger Parkresidenz am Germanswald auf den Pflegenotstand aufmerksam macht. Den Schlusspunkt setzt am Sonntag, 19. Juni, ab 10 Uhr der Chillout-Frühschoppen mit kulinarischen Genüssen und Elektrobeats.

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Er und seine Mitstreiter haben noch viele weitere Ideen – genug, um Instandsetzung #3 in zwei Teile zu gliedern. Am 23. und 24. September wird der nächste Teil stattfinden, dieser dann mit dem Fokus auf Interaktivität und der Möglichkeit für die Besucher, selbst Teil des Programms zu werden.