Eine von vielen schon seit längerem befürchtete Nachricht schreckte am Dienstag Eltern und Kinder der Villinger Kindertagesstätte Ziegelbach, die es bis jetzt gut durch die Krise geschafft hat, auf: „Nachdem ein Mitarbeiter positiv auf das Corona-Virus getestet wurde, müssen sich ab 27. Oktober 40 Kinder und acht Mitarbeiter aus zwei Gruppen auf Anordnung des Gesundheitsamtes in Quarantäne begeben“, meldete die Stadtverwaltung.

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Davon betroffen sind eine Ganztagesgruppe mit 20 Kindern und fünf Ganztageskinder aus einer weiteren Gruppe, berichtet auf Anfrage die Leiterin der Kindertagesstätte, Bettina Obrist. Vor allem die berufstätigen Eltern sind auf die Betreuung angewiesen, dementsprechend groß war die Unsicherheit und Sorge, als sie von der Quarantäne-Anordnung hörten, schildert Obrist einige der Reaktionen. Mütter oder Väter bleiben nun kurzfristig zuhause, um auf die Kinder aufzupassen. Doch zuvor musste der Arbeitgeber benachrichtigt werden – eine in diesen unsicheren Zeiten kein einfacher Schritt.

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115 Kinder kann die Einrichtung in dem Villinger Wohngebiet Wöschhalde aufnehmen. Die Vorkehrungen gegen das Corona-Virus sind hoch, die Eltern waschen ihren Kindern am Morgen die Hände, bevor der Nachwuchs in die Gruppen geht, die Garderobe darf von nicht mehr als zwei Familien gleichzeitig belegt werden und am Mittag, bei Stoßzeiten, müssen die Eltern vor dem Gebäude warten. Die Mitarbeiter bringen die Kinder an die Tür. Die Gruppen dürfen sich nicht durchmischen, bis auf eine Kooperationsgruppe. Die war nun auch betroffen, deswegen mussten zwei Gruppen mit genau 38 Kindern in Quarantäne, drei sind – „Gott sei dank“, so Obrist – in Betrieb. Acht von 19 Mitarbeitern sind ebenfalls tangiert, hinzukommt jetzt eine weitere Erzieherin. Mit den verbliebenen Kräften könne die Arbeit in den übrigen Gruppen gut sichergestellt werden.

Viele Ängste

Einige Eltern – etwa zwei pro Gruppe – verzichteten am Mittwoch darauf, ihre Sprösslinge in den Kindergarten zu bringen, obwohl sie es hätten tun können. Die Beunruhigung sei einfach da, auch unter den Kindern selbst: Zum Teil hätten sie Angst, sich im Kindergarten anzustecken. Manchmal übertragen sich diese Befürchtungen auch von den Eltern auf die Kinder, berichtet Obrist. Sehr individuell werde mit diesen Ängsten umgegangen. Auch für die Mitarbeiter selbst sei es keine einfache Zeit, sehen sie sich, wenn sie in getrennten Gruppen arbeiten, doch den ganzen Tag nicht.

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