Das könnte Sie auch interessieren

Die Freibadsaison in Zeiten der Corona-Verordnungen läuft dieses Jahr anders als gewohnt. Wo viele Freibäder immer noch geschlossen sind, hat das Villinger Kneippbad immerhin wieder seit rund 14 Tagen seine Pforten für die Sonnenhungrigen geöffnet. Anfangs schien es, dass die strengen Hygiene-Auflagen das Baden mehr oder weniger unmöglich machen könnten. So mussten die Verantwortlichen sich auch einiges einfallen lassen um alle Auflagen so notwendig wie gefordert aber so akzeptabel wie möglich umzusetzen.

Daniel Mertmann mit Tochter Clara auf der großen Wasserrutsche.
Daniel Mertmann mit Tochter Clara auf der großen Wasserrutsche. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Im Kneippbad hatte das zunächst auch gut geklappt, mit zunehmendem Besucherandrang kam es dann aber zu Engpässen und Abweisungen am Eingang und dem damit verbundenen Ärger bei so manchem Gästen. „Wir mussten uns alle erst einmal auf die neue Situation einstellen, die Schwachstellen analysieren und in den folgenden Tagen nachbessern“, so der Leitende Schwimmmeister Jérôme Jover.

Hier werden die Online-Tickets gescannt.
Hier werden die Online-Tickets gescannt. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Das bestätigt auch Oliver Bauer, Pressesprecher der Bäder-Gesellschaft: „In so einer Ausnahmesituation kann man einfach nicht alles vorher perfekt planen“. So war dann auch der Hauptkritikpunkt die effektive und richtige Zählung der im Bad anwesenden Gäste. Hier galt es die Menge der Gäste mit Online-Ticket mit denen an der Kasse sowie denen, die das Bad wieder verlassen, jederzeit genau abzugleichen. „Das klappt inzwischen perfekt, und vor allem haben wir für die Besucher mit Online-Ticket einen zusätzlichen Eingang geöffnet, so dass es kaum noch zu längeren Warteschlangen an der Kasse kommt.“

Der neue zusätzliche Eingang für Badegäste mit Online-Reservierung.
Der neue zusätzliche Eingang für Badegäste mit Online-Reservierung. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Auch das Limit von maximal 620 gleichzeitig anwesenden Badegästen wurde seit dem nicht mehr erreicht, so Bauer weiter. Außerdem muss man das Ticket nun auch nicht mehr unbedingt ausdrucken, man kann es auch per Handy vorzeigen. Auch unter den Gästen im Bad findet sich eigentlich niemand, der noch Probleme hat oder sich durch die Regularien im Bad behindert fühlt.

Jasmine Röder mit Sohn Flynn im Kinderplanschbecken.
Jasmin Röder mit Sohn Fynn im Kinderplanschbecken. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Ralf Gruler ist mit seinem Sohn Lars in dieser Saison zum ersten Mal im Kneippbad. Er hatte ein Online-Ticket gebucht und freut sich, dass im Moment eher weniger Leute im Bad sind, und nicht so ein Gedränge auf der Liegewiese wie vergangenes Jahr an besonders sonnigen Tagen herrsche. Jasmin Röder hat ebenfalls online reserviert und kommt mit ihrem Sohn Fynn fast jeden Tag. „Das funktioniert alles super und im Kinderplanschbecken ist immer genug Platz und Abstand zu den anderen Familien“, sagt sie.

Christian Wirle mit Sohn Jamie (links) und Peter Mathwig.
Christian Wirle mit Sohn Jamie (links) und Peter Mathwig. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Ein Ehepaar aus Lörrach macht Urlaub im Schwarzwald und findet es gut, dass man auch ohne Online-Reservierung einfach so kommen kann und vor allem den ganzen Tag im Bad bleiben darf, wo doch viele andere Bäder den Eintritt im Schichtbetrieb organisieren und zeitlich limitieren. „Die Baustellenabsperrungen sind jetzt nicht wirklich schön, aber das nehmen wir gerne in Kauf“, erklärt das Ehepaar.

Am Samstag gibt es keine Warteschlange beim Zugang zu den Wasserbecken.
Am Samstag gibt es keine Warteschlange beim Zugang zu den Wasserbecken. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Schwimmmeister Christian Faller wacht darüber, dass sich nie zu viele Badegeäste gleichzeitig im Wasser aufhalten. „Es gibt eigentlich keine Beschwerden mehr seitens der Besucher, dafür aber viel Lob und das freut uns ganz besonders, das ist die Mühe wert“, weiß Faller zu berichten.

Die Gäste sind im Kneippbad jetzt zufrieden.
Die Gäste sind im Kneippbad jetzt zufrieden. | Bild: Hans-Juergen Goetz

Rundweg scheint nun alles zu funktionieren und Schlangen an der Kasse oder beim Zugang zu den Wasserbecken sind eher die Ausnahme. Dafür schätzen viele die flexiblen Zugangsmöglichkeiten und vor allem dass es keinerlei zeitliche Beschränkungen gibt. „Schreiben sie bitte nicht, dass es hier ruhig und entspannt läuft, sonst kommen doch wieder mehr Badegäste und es wird wieder eng“, scherzt Christian Wirle, während sein Sohn Jamie sich schon aufs Planschen im Kinderbecken freut.