Wenn jemand 35 Jahre in verantwortlicher Funktion tätig war, dann hat er sicherlich bleibende Spuren hinterlassen. Diplom-Pädagoge Michael Nopper war über diese lange Zeit der Leiter des Bildungszentrum Villingen innerhalb des Bildungswerks der Erzdiözese Freiburg und darüber hinaus auch mehrere Jahre seit 2008 stellvertretender Direktor des Bildungswerk der Erzdiözese Freiburg. Seit 2017 arbeitet er 50 Prozent auch als Referent in der zentralen Verwaltung. Er wird zum 31. Juli in den wohlverdienten Ruhestand gehen, wie man so schön sagt, und in Villingen ein gutaufgestelltes Arbeitsfeld hinterlassen.

Zeit für geordnete Übergabe

In den vergangenen Wochen konnten auf Grund der Coronaverordnungen im Bildungszentrum im Villinger Münsterzentrum keine Kurse, Tagungen, Vorträge, Seminare und Exkursionen mehr angeboten werden. Zeit für den scheidenden Leiter, alles zu ordnen, das Programm für den Herbst zu erstellen und eine geordnete Übergabe zu ermöglichen.

Ein offizieller Abschied, wie es ihm eigentlich auf Grund seiner Verdienste angemessen gewesen wäre, muss leider ausfallen. Es bleibt ein stiller Abschied oder wie Nopper es schmunzelnd sagt, „ein abschiedsfreier Abschied“.

„Privilegiertes und erfüllendes Berufsleben“

Nopper darf, wie er selber sagt, auf ein privilegiertes und erfüllendes Berufsleben zurückblicken, das ihm sehr viel Freude und Spaß bereitet hat. Nopper Ist in Freiburg geboren und aufgewachsen. Er studierte zuerst Politikwissenschaft, doch er wusste sehr bald, dass sich damit ein Broterwerb schwierig gestalten würde. Schon damals tätig im Landesinstitut für politische Bildung, hatte er Kontakt zu Professor Xaver Fiederle, der an der PH Freiburg auch im Bereich Erwachsenenbildung dozierte. Der damals 30-jährige Nopper wechselte an die PH Freiburg und studierte Diplompädagogik mit dem Schwerpunkt Erwachsenbildung.

Die Beziehung zu seinem Mentor hielt bis zu dessen Tod 2008, was sich auch darin dokumentierte, dass Fiederle häufig in Villingen zu Vorträgen weilte. Nopper nahm an Projekten der Landeszentrale für politische Bildung teil, leitete Kurse und entwickelte Unterrichtsmaterialien.

In der katholischen Jugendarbeit großgeworden

1985 bewarb er sich auf die freigewordene Stelle am Bildungszentrum in Villingen. Er wurde Nachfolger von Josef Zolk. Da Nopper selber in der katholischen Jugendarbeit großgeworden war und Gruppenleiter ausgebildet hatte, war ihm das Feld Kirche nicht fremd. Vielmehr bereitete es ihm Kopfzerbrechen, wie er mit seiner Familie aus dem sonnigen und warmen Breisgau hinauf in die doch kalte Baar ziehen sollte. Doch schon bald fand er hier Heimat mit seiner Frau und den drei Kindern.

Mit den Angeboten seiner Zeit oft voraus

Beim Rückblick auf seine 35-jährige Arbeitszeit in Villingen, wo er sein Büro und die Tagungsräume im Villinger Münsterzentrum vorfand, kann er feststellen, dass die Angebote, die er und seine Referenten und Mitarbeiter in all den Jahren gemacht haben, oft der Zeit voraus waren. So konnte man vor 30 Jahren den Villinger Franziskaner mit 800 Besuchern füllen, als man zu einem Vortrag über den Jakobusweg einlud, der damals lange vor Hape Kerperling noch meist unbekannt war. Neuland betrat man zu Themen zur Nachbarschaftshilfe oder das Angebot „Deutsch für Flüchtlinge“, lange bevor die Flüchtlingskrise kam.

„Unser Focus in der Erwachsenbildung“, so Nopper“, lag immer im Bereich Bildung. Diese wiederum hat „etwas mit der Gesellschaft zu tun, die sich aber immer ändert“. Deshalb war sein Ziel immer eine kulturelle Diakonie , was gleichbedeutend sei mit „Dienst an der Gesellschaft“ . Die Kirche als sein Arbeitgeber verlor zunehmend auch in der Gesellschaft an Bedeutung. „ Die breite Wirkung geht verloren“, so Nopper . Trotz allem blieb ein Schwerpunkt im Angebot die Theologie, der zweite lag in der Allgemeinbildung.

Klientel verändert sich

Jede Woche konnte man bis dato 13 Kurse anbieten, wobei das Klientel sich zunehmend veränderte. Waren es anfangs noch viele Frauen, die neben Teilzeiterwerb und Familie die Angebote annahmen, sind es heute hauptsächliche Rentner und Pensionäre. Tausende Teilnehmer konnte man jährlich zählen. Enge Kooperation pflegte er mit der Volkshochschule Villingen-Schwenningen mit der damaligen Leiterin Christel Pache und dem evangelischen Erwachsenenwerk in der Person von Karin Nagel.

Viele interessante Menschen kennengelernt

Noppers Aufgabe lag in der Gestaltung des Programms und der Referentensuche. Anfangs refererierte er selber noch und gab Kurse, doch die Bürokratie hielt Einzug. Das Jahr gliedert sich in drei Blöcke in denen man Angebote unterbreitete, die zusehends ganzheitliche Themen aufnahmen. Man versuchte immer, authentisch und aktuell zu sein.

Nopper meint rückblickend, dass er viele interessante Menschen kennenlernen durfte. Er selber will in seinem neuen Lebensabschnitt neugierig bleiben. Der Mann mit der Pfeife freut sich nun auf Museumsbesuche, Ausstellungen, Lesen und Kochen sowie eine neue Freizeit.

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