Villingen-Schwenningen arbeitet am Verkehr der Zukunft. Ein Teil davon ist das Radverkehrskonzept. Dabei ist die Stadt nun weitergekommen – zumindest personell in Form von Ansgar Kundinger. Der 26-Jährige ist seit dem 1. Juni der Mobilitätsmanager. Studiert hat der gebürtige Dürener Bauingenieurswesen in Kaiserslautern. Seine Masterarbeit bestand in einem Radverkehrskonzept für die Stadt in der Pfalz.

Ansgar Kundinger, 26, geboren in Düren, wohnhaft in Rottweil, ist seit dem 1. Juni 2020 Mobilitätsmanager in VS. Mit ihm auf dem Bild ...
Ansgar Kundinger, 26, geboren in Düren, wohnhaft in Rottweil, ist seit dem 1. Juni 2020 Mobilitätsmanager in VS. Mit ihm auf dem Bild ist Bürgermeister Detlev Bührer. | Bild: Matthias Jundt

„In Villingen-Schwenningen arbeiten wir derzeit am Verkehrsentwicklungsplan. Ein Teil davon sind Radfahrer, Fußgänger und die öffentlichen Verkehrsmittel“, sagt Bürgermeister Detlev Bührer, der am Mittwoch bei der Vorstellung des neuen Mitarbeiters im Schwenninger Rathaus ebenfalls dabei war. Daran werde auch Kundinger arbeiten. Zu den Zielen für die Zukunft zählten auch ein einfacheres Ticketsystem, weniger Tarifzonen oder auch neue Monats- und Jahrestickets – jeweils in Zusammenarbeit mit den Kreisen Tuttlingen und Rottweil.

Radfahrer im Fokus

Zunächst aber nimmt der 26-Jährige bei seiner ersten festen Anstellung Radfahrer ins Visier. Es gelte herauszufinden, an welchen Stellen Radstrecken saniert oder anders geplant werden müssen. Außerdem will Kundinger mehr Menschen dazu bringen, das Rad zu benutzen. Dabei helfen sollen zwei Projekte.

„Wir starten die Aktion Stadtradeln“, sagt der Mobilitätsmanager. Dabei handle es sich um eine internationale Aktion, die vom 14. September bis 4. Oktober stattfindet. Die funktioniert so: Gruppen, wie etwa Schulklassen, können sich über die App oder Internetseite registrieren. Innerhalb von 21 Tagen werden dann die Kilometer gezählt, die die Teilnehmer der Gruppe mit dem Rad zurücklegen. Die Gruppe, die am meisten gefahren ist, erhält Preise. Die Stadt VS kann dann sehen, welche Stellen häufig mit dem Rad befahren werden und wie schnell dort gefahren wird. Die Daten seien anonymisiert.

Video: Matthias Jundt

Genau so wie bei der Handy-Anwendung „RADar“. Fahrradfahrer können über diese bestimmte Stellen markieren, an denen es Probleme bei der Fahrt gibt. Kundinger sieht dann, wo etwas getan werden muss und kann die Informationen in das Radverkehrskonzept einfließen lassen. Wann dieses fertig sein wird, darauf wollten sich Kundinger und Bürgermeister Bührer am Mittwochnachmittag nicht festlegen.

Für den neuen Mobilitätsmanager ist das tägliche Radfahren schon jetzt völlig normal. „Ich wohne in Rottweil und fahre täglich mit meinem Rennrad nach Villingen-Schwenningen“, sagt der 26-Jährige.