Jörg Putschbach lässt sich nach einem langen Arbeitstag auf seine Wohnzimmercouch fallen. „Alexa, spiel meine Playlist“, sagt er. Schon ertönt das Lied Senorita. „Alexa, mach die Stehlampe an“, bittet er, weil er nebenbei ein Buch lesen möchte. Das Licht geht an. Und mit „Alexa, wann wird die schwarze Tonne gelehrt?“, erkundigt sich der 43-Jährige, ob er noch einmal aufstehen und den Müll nach draußen stellen muss oder ob er es sich mit seiner Familie gemütlich machen kann. „Familie“, das sind im Fall der Putschbachs nicht nur Vater Jörg, Mutter Martina und die beiden acht- und elfjährigen Kinder, sondern auch vier Lautsprecher, auf denen die Sprachsoftware „Alexa“ installiert ist.

Musik komfortabel per Sprachsteuerung abspielen

Putschbach arbeitet bei der Volksbank in Villingen und hat dort im Innovationsbereich erstmals Spracherkennung kennengelernt. Fasziniert von Alexa und ihren Fähigkeiten kaufte sich der technikafine Pfaffenweiler, der sich beruflich unter anderem mit Roboter-Software beschäftigt, vor vier Jahren eine erste gebrauchte Echo-Box von Amazon. „Ich wollte erst einmal testen, ob sie etwas für uns ist“, sagt er. Inzwischen hat der intelligente Lautsprecher von damals Zuwachs bekommen. Denn die Putschbachs haben gemerkt, wie komfortabel die Sprachassistenten sind. Inzwischen stehen vier Alexas im Haushalt der Familie Putschbach verteilt – eine im Wohnzimmer, zwei in den beiden Kinderzimmern und eine immer dort, wo sie gerade gebraucht wird. Die Erwachsenen hören mit Alexa Nachrichten oder ihre Lieblingsmusik, die Kinder nutzen sie, um sich Hörbücher vorspielen zu lassen.

Alexa kann noch mehr

Doch Alexa kann noch viel mehr, als Audiodateien wiedergeben: Der Sprachassistent schaltet auf Befehl im Garten die Bewässerung an, lässt in den Zimmern die Rollläden runter- und hochfahren und schickt Krümelchen, den Saug- und Wischroboter, auf den Weg durchs Erdgeschoss. Und als es für den 8-jährigen Sohn darum ging, das Einmaleins zu üben, war er mit „Alexa, stell mir eine Rechenaufgabe“ mitten im Mathe-Training. Sogenannte Skills sorgen dafür, dass die Kommunikation zwischen Mensch und Maschine reibungslos funktioniert: Ähnlich wie Apps fürs Smartphone erweitern die Skills den Funktionsumfang der Sprachsoftware, so dass die Box mit der Zeit immer mehr individuelle Wünsche erfüllen kann.

Fasziniert von Alexa und ihren Fähigkeiten kaufte sich der technikafine Pfaffenweiler, der sich beruflich unter anderem mit Roboter-Software beschäftigt, vor vier Jahren eine erste gebrauchte Echo-Box von Amazon.
Fasziniert von Alexa und ihren Fähigkeiten kaufte sich der technikafine Pfaffenweiler, der sich beruflich unter anderem mit Roboter-Software beschäftigt, vor vier Jahren eine erste gebrauchte Echo-Box von Amazon. | Bild: Heike Thissen

Mit den Alexas sind auch technische Geräte in den Haushalt eingezogen, die mit ihnen kommunizieren können – die Alexa-fähige Deckenbeleuchtung in den Kinderzimmern zum Beispiel, die Rollläden oder auch Krümelchen. Ältere Geräte wie die Stehlampe im Wohnzimmer lassen sich über einen WLAN-fähigen Zwischenstecker mit Alexa verbinden, so dass auch sie sich vom Sprachassistenten steuern lassen. Dafür muss Jörg Putschbach immer dann, wenn ein neues Gerät hinzukommt, Alexa beibringen, über welche Befehle es angesteuert werden soll. „Das ist ein bisschen wie Vokabeln lernen“, sagt er schmunzelnd.

Keine Bedenken, dass Alexa alles mithört

Damit der intelligente Lautsprecher jederzeit auf Befehle reagieren kann, muss er rund um die Uhr mithören. Immer, wenn er mit „Alexa“ angesprochen wird, leuchtet ein blauer Lichtring auf und signalisiert, dass er bereit ist für eine Anweisung. Bedenken, dass der Sprachassistent heimlich sein Familienleben aus der vernetzten Wohnung nach draußen übertragen könnte, hat Jörg Putschbach nicht.

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