Eine 2G+-Regelung für Konzerte, Theater und sonstige Kulturveranstaltungen gibt es bereits: Das Publikum muss genesen oder geimpft sein – und dennoch einen aktuellen Test vorlegen. Dank kostenloser Bürgertests ist das zwar kein finanzielles, aber ein logistisches Problem.

Flaschenhals Testangebot

Laut Andreas Dobmeier gibt es derzeit viele Stornierungen. „Weil es die Menschen nicht einsehen, sich zusätzlich testen zu lassen, oder Schwierigkeiten haben, einen tagesaktuellen Antigenschnelltest zu bekommen“, sagt der Kulturamtsleiter. „Es gibt wohl zu wenige Testmöglichkeiten.“ Das Problem besteht besonders am Wochenende. „Die Besucherzahl ist deutlich geschrumpft.“.

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Außerdem ist die Besucherzahl bereits auf 50 Prozent der Saalkapazität beschränkt. Was kann da noch an Verschärfung kommen? „Ich rechne mit nahezu einem Verbot der Veranstaltungen“, sagt Andreas Dobmeier am Montag, 29. November.

Video: Block, Andreas

Etwa zur Zeit des Gesprächs mit dem Kulturamtsleiter kündigt Ministerpräsident Winfried Kretschmann an, die Kontakte müssten nun radikal reduziert werden. Es werde zur „weiteren Untersagung oder Beschränkung von Freizeit-, Kultur- und Sportveranstaltungen kommen“. Eine Entscheidung darüber fällt voraussichtlich am Dienstag, 30. November, bei einem Treffen der geschäftsführenden Kanzlerin Angela Merkel und ihres designierten Nachfolgers Olaf Scholz mit den Ministerpräsidentinnen und -präsidenten der Länder.

Sicherheit ist personalaufwendig

Schwer ist es für den Kulturbetrieb schon jetzt – nach den Regeln der Alarmstufe 2. „Es reicht“, sagt Dobmeier zur Belastung durch die geltenden Maßnahmen. Für die Überprüfung des Genesenen- oder Geimpftenstatus allein muss Dobmeier nach eigenen Angaben schon zwei Personen an jedem Eingang zusätzlich positionieren.

Anfang Oktober gab es noch gut gefüllte Ränge im Franziskaner Konzerthaus – mit Maskenpflicht.
Anfang Oktober gab es noch gut gefüllte Ränge im Franziskaner Konzerthaus – mit Maskenpflicht. | Bild: Sabine Naiemi

Abgeklärt werden müssen für hunderte Teilnehmer an einer Veranstaltung die Plausibilität über ein Ausweisdokument. Selbst der gelbe Impfpass reicht nicht mehr aus, es muss ein QR-Code zum Scannen vorgelegt werden. „Das alles bedeutet einen erheblichen Mehraufwand“, sagt der Kulturamtsleiter.

Ob die Scheinwerfer auch weiterhin die Künstler ins rechte Licht setzen ist ungewiss.
Ob die Scheinwerfer auch weiterhin die Künstler ins rechte Licht setzen ist ungewiss. | Bild: Block, Andreas

Für die derzeitige Lage hatte die Stadt überlegt, dem Publikum ein eigenes Testangebot zu machen. „Wir können es personell und logistisch aber nicht leisten“, sagt der Kulturamtsleiter. Dienstleister seien ebenfalls angefragt worden, bislang habe es von denen aber keine Reaktion gegeben.

Schlussendlich sei eine Teststrecke vor dem Theater am Ring oder dem Franziskaner Konzerthaus als eher unwahrscheinlich eingestuft worden. „Da müssten die Leute ja erst noch mal heim- oder spazieren gehen“, sagt Dobmeier. es sei schlichtweg nicht möglich, 300 bis 400 Besucher auf einen Schlag zu testen.

Was das kommende Jahr angehe, denke er optimistisch. „Die Planung für 2022/23 habe ich weitgehend unter Dach und Fach“, sagt Andreas Dobmeier.