In der Tabelle der Kreisliga A kämpft der FC Tannheim aktuell gegen den Abstieg. Beim Spielbelag möchte der Fußballclub künftig dagegen aufsteigen. Wie in der Sitzung des Technischen Ausschusses am Dienstag bekannt wurde, möchte der Verein einen neuen Kunstrasenplatz und hat einen Zuschuss der Stadt beantragt. Doch im Gemeinderat gibt es gegen eine finanzielle Beteiligung der Stadt politische Widerstände.

Immer mehr Kunstrasen

In Villingen-Schwenningen sind in den vergangenen Jahren eine ganze Reihe von neuen Kunstrasenplätzen gebaut worden – im Villinger Friedengrund und beim BSV-Stadtion in Schwenningen, aber auch in den Ortschaften. Obereschach hat einen, Marbach hat einen, Pfaffenweiler jetzt ebenfalls. Denn Kunstrasenplätze ermöglichen den Clubs auch im Winter einen besseren Spiel- und Trainingsbetrieb als Naturrasen- und Hartplätze. Kein Wunder, dass nun auch der FC Tannheim mit dem selben Anliegen bei der Stadt vorstellig wird wie die anderen. Denn auch der Rasenplatz in Tannheim ist sanierungsbedürftig.

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Bereits vor einigen Wochen hat der FC Tannheim die Ratsfraktionen angeschrieben mit der Bitte, das Anliegen zu unterstützten. Ein Sanierungskonzept wurde gleich beigelegt. Demnach will der Club 95.000 Euro selbst beisteuern, außerdem soll es vom südbadischen Fußballverband 71.000 Euro geben. Von der Stadt VS würde der Club 71.000 Euro benötigen, plus ein zurückzuzahlendes Darlehen in Höhe von 34.000 Euro.

Edgar Schurr (SPD): „Meine Sorge ist, dass damit das ganze Modell ins Wanken kommt.“
Edgar Schurr (SPD): „Meine Sorge ist, dass damit das ganze Modell ins Wanken kommt.“ | Bild: SK

Andreas Flöß, der Fraktionsvorsitzende der Freien Wähler, brachte diesen Antrag nun am Dienstag bei den Haushaltsberatungen im Technischen Ausschuss auf den Tisch. Allerdings kam sein Vorstoß dort nicht gut an. Oberbürgermeister Jürgen Roth sagte mit Verweis auf den Sportstätten-Entwicklungsplan der Stadt: „Wenn wir unsere Strategie jetzt aufweichen, hat das Konsequenzen auf die anderen Vereine, die dann auch einen Kunstrasen wollen.“ Edgar Schurr (SPD) blies ins gleiche Horn: „Dann hätten wir uns den Sportstätten-Entwicklungsplan sparen können.“

Diese Sportplanung wurde in ersten Teilschritten bereits umgesetzt. So im Bereich des Schwenninger Sportzentrums rund um das BSV-Stadion, wo der Fußballbetrieb auf neue Platzstrukturen umgestellt wurde. Nun geht es in Villingen und den Ortschaften weiter. Als weiterer Schwerpunkt wurden in Marbach und in Pfaffenweiler neue Kunstrasenplätze geschaffen, deren Bau von der Stadt finanziell unterstützt wurde.

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In Tannheim indes ist kein neuer Kunstrasenplatz vorgesehen. Hier wird im Sportentwicklungsplan der Stadt festgelegt, dass die Tannheimer Fußballer bei Bedarf den neuen Kunstrasen in Pfaffenweiler mitbenutzen sollen. Doch offenbar wollen die Tannheimer dabei nicht mitspielen.

Sorge um Ausnahmegenehmigung

Eine Ausnahmegenehmigung für Tannheim weckt wiederum im Gemeinderat die Sorge, dass damit finanziell ein „neues Fass“ aufgemacht und weitere Vereine ermuntert werden könnten, ebenfalls ihr eigenes Süppchen zu kochen. „Meine Sorge ist, dass damit das ganze Modell ins Wanken kommt“, sagte Stadtrat Edgar Schurr (SPD) zum SÜDKURIER.

„Die Stadt wäre hier mit kleinem Geld dabei.“
Andreas Flöß, Freie Wähler

Dagegen betonte der Freie Wähler-Chef Andreas Flöß: „Das Finanzierungskonzept des FC Tannheim hat uns überzeugt. Die Stadt wäre hier mit kleinem Geld dabei.“ Gleichwohl sieht auch Flöß das Problem, dass der Gemeinderat damit sein Konzept durchlöchern und einen gefährlichen Ausnahmetatbestand schaffen könnte.

Antrag wird zurückgezogen

Aus diesem Grund hat er den Antrag am Dienstag zurückgezogen. Jetzt will er in seiner Fraktion den Sachverhalt neu diskutieren und dabei auch prüfen, ob eine Mitnutzung des Kunstrasenplatzes Pfaffenweiler für die Tannheimer Kicker überhaupt möglich und praktikabel ist.

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Diskutieren wollen die Freien Wähler auch, ob der Förderantrag des FC Tannheim auf 70 000 Euro Zuschuss und 30 000 Darlehen für die Stadt ein denkbares Zukunftsmodell für künftige Kunstrasenzuschüsse sein könnte. Bei einer positiven Beurteilung durch die Fraktion will Flöß den Antrag bei der Haushaltsverabschiedung im Gemeinderat zur Abstimmung bringen.