Mit einer Gedenkveranstaltung machte das regionale Friedensbündnis VS auf dem Villinger Osianderplatz auf einen besonderen Jahrestag aufmerksam. 75 Jahre sind vergangen seit dem Abwurf der Atombomben auf die japanischen Städte Hiroshima und Nagasaki. Dem Atomschlag fielen in direkter Folge mehr als 100 000 Menschen zum Opfer, allein 1945 waren weitere 140 000 Tote zu beklagen. Noch heute wirken die Folgeschäden dieses bislang einzigen Einsatzes atomarer Waffen nach. Allerdings versterben nach und nach die letzten Zeitzeugen, sodass ein jährliches Gedenken weiterhin die Erinnerung an dieses schreckliche Ereignis wachhalten soll. Nicht zuletzt deshalb sei es wichtig, Jahr für Jahr auf dem Osianderplatz in Villingen wie auch an vielen Plätzen auf der ganzen Welt das Gedenken wachzuhalten, erklärte Christa Lörcher vom regionalen Friedensbündnis VS.

Ekkehard Hausen, Helene Lützow, Bernhard Thriene, Isabell Kuchta-Papp (von links) lesen Texte und Fürbitten.
Ekkehard Hausen, Helene Lützow, Bernhard Thriene, Isabell Kuchta-Papp (von links) lesen Texte und Fürbitten. | Bild: Rüdiger Fein

„A Song for Japan„ lautete der Titel, mit dem das Bläserensemble der Musikakademie Villingen die Gedenkveranstaltung eröffnete. Christa Lörcher, die sich seit der Gründung 2012 im regionalen Friedensbündnis engagiert, zeigte sich begeistert, dass so viele Mitglieder des Bündnisses anwesend waren. Auch freute es sie, dass die vier Musiker sofort bereit waren, nicht nur auf dem Osianderplatz zu spielen, sondern anschließend auch noch im Münster.

Christa Lörcher freut sich über „viel Zuspruch“. Neben ihr Henry Greif, der mahnende Worte des Journalisten Franz Alt verliest.
Christa Lörcher freut sich über „viel Zuspruch“. Neben ihr Henry Greif, der mahnende Worte des Journalisten Franz Alt verliest. | Bild: Rüdiger Fein

Dieser zweite Ort, an dem sich das Gedenken fortsetzte, war der Zusage des Journalisten Franz Alt geschuldet, der eine Friedensbotschaft nach Villingen bringen wollte. Dekan Fischer hatte sofort seine Zusage für das Münster gegeben, nachdem sich die Johanneskirche als zu klein herausgestellt hatte, weil man dort notwendige Abstandsregeln nicht hätte einhalten können. Im Münster konnten diese Vorgaben für die erwarteten etwa 90 Teilnehmer eingehalten werden. Franz Alt jedoch musste krankheitshalber kurzfristig absagen.

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Für den Journalisten sprang Henry Greif in die Bresche und las dessen Friedensbotschaft vor. „Wir müssen uns weiter engagieren und hoffen nach dem jüngsten Beitritt zweier weiterer Staaten zum UN-Vertrag für das Verbot von Atomwaffen, dass neben weiteren Staaten auch die BRD den Vertrag endlich ratifiziert“, sagte Christa Lörcher. Man müsse sich für eine atomwaffenfreie Welt engagieren, so die ehemalige SPD-Bundestagsabgeordnete. Atomwaffen müssten weltweit eine bürgerliche Ächtung erfahren.

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Mitveranstalter des Gedenkens waren neben dem regionalen Friedensbündnis Dekan Fischer und weitere Mitglieder der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen (ACK). Das Bläserensemble der Musikakademie bestand aus Benedikt Dietrich (Leitung), Quinn Parker, Lucas Kienzler und Silvan Broghammer.

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