Der Winter steht vor der Tür und die Preise steigen. Nicht nur Lebensmittel werden immer teurer, auch eine warme Wohnung ist für viele Menschen aktuell unerschwinglich. „Wärme für Leib und Seele“ will die ACK Villingen-Schwenningen (Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen) aus diesem Grund mit ökumenischen Aktionen spenden.

Ein warmer Begegnungsort

„Das Café Malve war von April bis Juli diesen Jahres ein regelmäßiger Treffpunkt für ukrainische Geflüchtete im Gemeindehaus Villingen. Durch die veränderte gesellschaftliche Lage haben wir uns entschlossen, das Café zukünftig für alle Teile der Bevölkerung zu öffnen“, erklärt Dekan Wolfgang Rüter-Ebel vom Evangelischen Kirchenbezirk Villingen.

Man wolle in der kalten Jahreszeit allen Menschen einen warmen Treffpunkt mit Kontaktmöglichkeiten anbieten und das Café Malve aus diesem Grund zu einem „offenen Gemeindehaus“ umformen, in dem sich auch jeder willkommen und angesprochen fühle.

„Beim ersten Treffen des „Café Malve plus“ in der vergangenen Woche war noch nicht allzu viel los. Ich denke, es muss sich erst herumsprechen, dass es einen neuen Begegnungsort für alle interessierten in der Stadt gibt“, meint Rüter-Ebel.

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Dann würden sich an den Terminen im Dezember und Januar sicher mehr Menschen einfinden. Ein Team aus ehrenamtlichen Helfern kümmere sich an den drei bisher geplanten Nachmittagen um das leibliche Wohl der anwesenden Gäste. „Im Januar sehen wir dann, wie die Resonanz auf unser Angebot war und in welcher Form wir es fortführen können“, erklärt Wolfgang Rüter-Ebel, der das Café als einziges hauptamtliches Mitglied leitet.

Wärmenetz im Aufbau

Mit dem Wärmenetz VS habe man ganz aktuell eine Aktion ins Leben gerufen, in die sich das „Café Malve plus“ als ein wichtiger Kontenpunkt integriere: „Das Wärmenetz befindet sich momentan noch im Aufbau. Wir Kirchen sind aktuell im Gespräch mit dem Diakonischen Werk und der Caritas um im Hinblick auf den kommenden Winter ein Wärmenetz in der Stadt zu knüpfen“, erklärt Rüter-Ebel.

Weitere Informationen wolle man demnächst veröffentlichen. „Die Energiekrise wird viele Menschen in diesem Jahr hart treffen. Wir Kirchen wollen hier einen Beitrag leisten und in unseren Einrichtungen und Gemeindehäusern Beratung und einen Platz zum Aufwärmen bieten“, so Rüter-Ebel.

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Wie sich die Situation in den kommenden Wochen genau entwickeln werde, könne man derzeit nur schwer sagen. Man wolle aber auf jeden Fall gerüstet sein und Hilfestellungen bieten: „Die Leute stehen schließlich nicht mit dem Plakat in der Hand auf der Straße und schreien hinaus, dass sie frieren und kein Geld haben. Viele werden versuchen, sich durch die schwierigen Monate selbst hindurch zu schleppen und hier wollen wir Kirchen mit offenen Türen vor Ort sein“.

Pfarrhaus war Zwischenlösung

Das Pfarrhaus der Lukas-Gemeinde, in dem seit beginn des Krieges zehn Kinder und Jugendliche aus der Ukraine untergebracht und von der Aktion „Jugend zur Sonne“ in Tannheim betreut werden, soll zukünftig allerdings nicht mehr als Unterbringungsort zur Verfügung stehen: „Das Pfarrhaus war von Anfang an nur als Zwischenlösung geplant und der Verkauf ist aktuell im Gange“, so Dekan Rüter-Ebel.

Es gebe bereits Pläne für die Zukunft. Weitere Informationen zum Thema sollen Anfang 2023 veröffentlicht werden.

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