Anspannung untermalt von Musik, Jubel und enttäuschte Gesichter: Fußball und Diversität begegnen einem, wenn man die Sporthalle des Gymnasiums am Hoptbühl betritt. Egal wohin der Blick fällt, sind Jugendliche zu sehen – im Gespräch miteinander, sitzend auf der Zuschauertribüne oder schwitzend auf dem Spielfeld.

Ein Fußballturnier gegen Rassismus, Diskriminierung und Sexismus. Unter dem Namen „Vielfalt trifft VS – Niemand steht im Abseits“, wurde diese Veranstaltung von der Mobilen Jugendarbeit im Amt für Jugend, Bildung, Integration und Sport geplant.

92 Teilnehmer traten an, die Mitglieder zwischen 15 und 62 Jahren. Teilnahmebedingung waren ein Teamkostüm, ein Banner passend zum Überthema Vielfalt und 15 Euro Startgeld pro Team. Bei den 14 Teams kam eine Summe von 210 Euro zustande, die direkt in die Tasche des Gewinnerteams wanderte – die „Schwenninger Icons“.

Nicht nur die sportliche Leistung zählt

Sie entschieden das Finale mit 2:1 für sich und kickten das Team „La Rue La Vraie“ damit auf Platz zwei, nachdem diese wenige Minuten davor das Neun-Meter-Schießen um Platz drei gegen „The yellow from the egg“ gewonnen hatten. Für diese beiden Teams gab es einen Pokal und einen Gutschein für verschiede Läden in Villingen-Schwenningen.

Doch nicht nur die beste sportliche Leistung wurde belohnt. Um im Kopf zu behalten, dass dieses Spiel sozialen Zusammenhalt, Solidarität und Toleranz fördern soll, wurden auch Preise für Fairplay, das schönste Kostüm, einen kreativen Banner und das beste Team verliehen. Auch für diese Preisträger gab es einen Gutschein, sowie ein T-Shirt, dass jeder Teilnehmer geschenkt bekam.

Den ersten Platz, mit 210 Euro Preisgeld, entschieden die Schwenninger Icons mit 2:1 für sich.
Den ersten Platz, mit 210 Euro Preisgeld, entschieden die Schwenninger Icons mit 2:1 für sich. | Bild: Carolin Joos

Eine besondere Botschaft auf dem Rücken trug die Gruppe „Boxing VS“, welche den Preis für das einfallsreiche Kostüm erhielt. Die Mannschaft trat mit bedruckten T-Shirts mit der wichtigen Botschaft „Fight for your life/ no room for hate“ an. „Für uns bedeutet, dass wir nicht nur auf dem Feld für die Punkte kämpfen, sondern auch gegen Hass, Ausgrenzung und Rassismus“, erklären diese.

Doch nicht nur Freunde und Sportler meldeten sich an. Das drittplatzierte Team „The yellow from the egg“, erschien zusammen mit ihrem Lehrer. Das lag nicht daran, dass die Schule seit neustem auch am Samstag stattfinden soll, sondern an einem engagierten Sportlehrer. Christoph Bluschke, 35, unterrichten an den Georg-Müller-Schulen Sport und trommelte einige seiner Schüler zusammen, um teilnehmen zu können.

Einige Schüle der Georg-Müller-Schulen erschienen zusammen mit ihrem Sportlehrer Christoph Bluschke. Ihr Team „The yellow from the ...
Einige Schüle der Georg-Müller-Schulen erschienen zusammen mit ihrem Sportlehrer Christoph Bluschke. Ihr Team „The yellow from the egg“ erkämpfte sich Platz 3. | Bild: Carolin Joos

„Natürlich sind wir da, um einen Tag gemeinsam zu verbringen und Fußball zu spielen“, sagt Bulschke und fügt hinzu: „Aber dabei wollen wir uns auch stark machen gegen Rassismus und für Toleranz.“ Die Gestaltung des Plakats überließ er komplett seinen Schülern. Das Ergebnis war ein riesiges Banner unter dem Motto „BLM – Black Lifes Matter“, dass sie bei der Preisverleihung stolz in die Höhe hielten.

Doch wer genau steckt hinter all dem?

Von der Idee bis zum Startpfiff braucht es einer Menge Helfer. Die Organisatoren Anacimon Mangeryos, Jonathan Brommene und Lukas Steiner der Mobielen Jugendarbeit VS spielten dabei die Hauptrolle. Auch ein großer Indikator war die Förderung vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, im Rahmen des Aktionsprogramms: „Aufholpaket – Das Förderprogramm für Kinder, Jugend & Familien“. Ebenfalls gefördert wurde von der Bundesarbeitsgemeinschaft – Offene Kinder- und Jugendeinrichtungen e. V, hat das Fußballturnier ebenfalls gefördert.

Nicht nur eine Sport-Veranstaltung

All das kam gut an. Die 23-jährige Organisatorin Anacimon Mangeryos schaut stolz auf die Veranstaltung zurück und alles, was erreicht wurde. „Beim Spielen selbst wurden Begegnungen impliziert, welche eventuell im Alltag nicht stattgefunden hätten“, sagt sie und fügt hinzu: „Wichtig für uns war, dass das Fußballturnier nicht nur ein Sport-Event ist, sondern ein interkulturelles Mehrgenerationen-Treffen, im Zeichen für Solidarität, Diversität, Gerechtigkeit und Toleranz.“ Und genau dieses Ziel sei erreicht worden – gemeinsam mit allen zusammen ohne Hass und Ausgrenzung.

Die Teams präsentieren sich nicht nur auf dem Spielfeld, sie haben auch wichtige Botschaften auf Plakaten verewigt
Die Teams präsentieren sich nicht nur auf dem Spielfeld, sie haben auch wichtige Botschaften auf Plakaten verewigt | Bild: Carolin Joos