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Im Juli hat das Kulturamt Villingen-Schwenningen noch alle Veranstaltungen abgesagt. Dann nach den großen Ferien wird am 9. Oktober die Spielzeit eröffnet. Das ist zumindest der Plan. Doch wie geht das in Zeiten der Corona-Pandemie, wie viele Besucher finden überhaupt Platz im Franziskaner-Konzerthaus und was machen die großen Orchester auf der Bühne? Wir haben einmal nachgefragt.

Bis zum 31. Oktober dürfen Veranstaltungen nicht mit mehr als 500 Gästen durchgeführt werden. Die Spielzeit beginnt aber bereits Anfang Oktober – wie regelt das Kulturamt die Zahl der Besucher?

Den geltenden Vorgaben entsprechend werden die verfügbaren Plätze in den Veranstaltungen beschränkt, berichtet Madlen Falke, Sprecherin der Stadtverwaltung. Wie die Corona-Regeln dann, Anfang Oktober, aussehen, wissen die Verantwortlichen derzeit noch nicht. Unter Normalbedingungen passen zum Beispiel knapp 1000 Besucher ins Franziskaner-Konzerthaus. Aktuell messen die Mitarbeiter des Kulturamts noch die Zuschauerreihen aus, um zu prüfen, wie viele Personen unter Einhaltung der Corona-Bedingungen überhaupt in das Konzerthaus kommen dürfen. Das Ergebnis steht noch aus. Nach Stand der Dinge ist es also nicht klar, ob 500 Gäste oder sehr viel weniger eingelassen werden.

Ist das überhaupt wirtschaftlich, wenn die Besucherzahl so limitiert ist?

Bei diesen Veranstaltungen wird das Amt für Kultur finanzielle Verluste einfahren, heißt es von Seiten der Stadt. Der Gewinn liege darin, nach der Corona-Krise endlich wieder gemeinsame kulturelle Erlebnisse zu ermöglichen. Wenn es bei Kultur und Bildung im öffentlichen Dialog nur um Wirtschaftlichkeit gehe, dann stehe es wirklich schlecht – nicht nur um die Theater und Konzertsäle, sondern auch um Bibliotheken und Schulen, argumentiert das VS-Kulturamt. Letztendlich sei die Unterstützung der Kulturanbieter und Künstler in Krisenzeiten unverzichtbar, wenn es für sie eine Zukunft geben soll.

In manchen Städten wurden die Abos ausgesetzt und Tickets für Veranstaltungen können nur über den Freiverkauf erworben werden – ist das auch in VS so?

Das Kulturamt habe sich dazu entschlossen, den vielen Abonnenten den Vorrang zu geben. Es könne passieren, dass Veranstaltungen, die durch Abonnenten bereits voll besetzt sind, überhaupt nicht in den freien Verkauf gehen können, vor allem wenn sich bekannte Solisten oder Orchester angekündigt haben. Der Vorverkauf wird am 1. September starten.

Wie wird bei einem Konzert auf der Bühne die Abstandsregelung gehandhabt, können Orchester möglicherweise nur mit kleinerer Besetzung auftreten?

Ja, das ist möglich. Besonders große Orchesterbesetzungen, wie für verschiedene Konzerte geplant, sind unter den momentan geltenden Bestimmungen auf der Bühne nicht unterzubringen. Im Franziskaner Konzerthaus wird der Bühnenvorbau genutzt, um die Spielfläche zu vergrößern, erklärt Falke. Das Team im Amt für Kultur und die Besucher müssen aber auch flexibel sein, was das gebotene Programm angeht. Denn wenn in manchen Fällen doch mit einer kleineren Besetzung gespielt wird, ändert sich eventuell auch die Werkauswahl. Die angekündigten Star-Solisten werden aber trotz allem zu erleben sein. „Wir hoffen darauf, dass sich die Lage weiterhin verbessert und die Beschränkungen im Laufe der Spielzeit gelockert werden können“, heißt es bei der Stadt. Was wirklich möglich sei, hänge von den geltenden Verordnungen ab.

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