Seit fast zwei Jahren debattiert das Oberzentrum an neuen Sportförderrichtlinien. Das Thema, wieviel Hallen und Bäder kosten müssen, ist in Zeiten der Energiekrise noch schwieriger geworden. Die Helios-Arena steht dabei unter besonderer Beobachtung, wie sich nun wieder in einem Entscheidungsversuch der Räte zeigt.

Was eine Einigung bislang verhindert: Die Vereine haben zuletzt betont, dass sie sich eine Gebührenerhöhung der aktuellen Sätze um maximal 20 Prozent vorstellen können. Diese Stundesätze liegen deutlich unter dem Verwaltungsvorrschlag von 30 Prozent der Vollkosten.

Besonders Schwimmvereine beschweren sich. Die FDP beantragt 15 Prozent der Vollkosten in Rechnung zu stellen. OB Jürgen Roth will den Vorschlag der Liberalen zur Abstimmung bringen.

CDU fragt: Was sind Vollkosten?

Klaus Martin, CDU.
Klaus Martin, CDU. | Bild: Trippl, Norbert

An dieser Frage nagt zum Beispiel die CDU. Ihr Sprecher Klaus Martin sagte jetzt im Verwaltungsausschuss, man wolle wegen der Undurchschaubarkeit dieses Begriffs noch nicht abstimmen. Auch die FDP hatte sich an dieser Kalkulationsgrundlage schon vor Monaten gestört.

Martin geriet nun unter Verzögerungs-Verdacht – den Vereinen zuliebe? Der Obereschacher Christdemokrat wies solche Unterstellungen zurück. Im Gemeinderat könne nun am 16. November abgestimmt werden. Ziehen dann alle mit? Und ist das Thema mit allen Untiefen ausdiskutiert?

Verteilungs-Gerechtigkeit und das Eisstadion

Friedrich Bettecken, CDU.
Friedrich Bettecken, CDU. | Bild: SK

Der Betrieb in der Helios-Arena wird von einigen Räten argwöhnisch beäugt. Gelten für die Profisportler andere Regeln? Während in städtischen Sporthallen mit kühlen Räumen und kalten Duschen gerechnet werden muss, stellte CDU-Rat Friedrich Bettecken zum Schwenninger Eispalast nun eine entlarvende Frage: „Sind die Duschen dort auch kalt?“

Roth musste passen, will die Antwort aber nachliefern. Bettecken war damit aber nicht zufrieden. Die Panthers-Basketballer wollen Spiele in der Arena austragen und sind hierfür bereits – so OB Roth – unter Mietvertrag für einzelne Abende.

Die Heliosarena in Schwenningen.
Die Heliosarena in Schwenningen. | Bild: Trippl, Norbert

Bettecken wollte gehört haben, dass nicht nur die städtische Kunsteisbahn GmbH als Eigentümer Miete kassiere, sondern auch der DEL-Proficlub. Ja, das ist so, bestätigte Roth jetzt. Der Rathaus-Chef, der auch dem Aufsichtsgremium der Kunsteisbahn vorsitzt, erklärte, dass verschiedene Einrichtungsgegenstände der Helios-Arena Wild-Wings-Eigentum seien und vermietet würden.

Nur umwunden ließ Roth erkennen, um was es sich handeln könnte: „Es hängt von der Decke“, antwortete er bettecken, als Ginge es um Sicherheitsgeheimnisse. Vermutet werden darf, dass es der Anzeige-Würfel über der Eishalle sein könnte.

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Weshalb Roth das nicht klar sagt? Die Mietverträge mit den Wild Wings behandelt die Stadt in ihren Gremien als Geheimsache. Informieren möchte man lediglich nichtöffentlich, ließ Roth weiter wissen.

Glatteis auch bei den Bäderpreisen

Oskar Hahn, Die Grünen.
Oskar Hahn, Die Grünen. | Bild: SK

Grünen-Fraktionssprecher Oskar Hahn widmete sich in einer Wortmeldung zu den Bädertarifen. Er erkennt hier auf Ungleichbehandlung zwischen Villingen und Schwenningen und regte einheitliche Preise an. Die Stadtverwaltung sagte dazu, jede Sportstätte sei individuell kalkuliert.

Roth zeigte sich aber auch hier gesprächsbereit: „Warum nicht“, sagte er und betonte, die Kalkulationen gingen sehr ins Detail, abgerechnet werde bei Bädern auch nach vom Verein belegten Bahnen.

SPD zeigt auf Kreis-Gebühren

Nicola Schurr, SPD.
Nicola Schurr, SPD. | Bild: SPD BW

Nicola Schurr schaute etwas übergreifender auf die Debatte. Er wies kurz darauf hin, dass der Kreis seine Hallen ganz anders kalkuliere. Und: Im Ausschuss fügte er hinzu, dass ein angestrebter Härtefallfonds unbedingt umgesetzt erden solle. Kinder und Jugendliche sollten jeden Sport treiben können, forderte er angesichts einiger Überlegungen, diese Not-Kasse doch nicht anzubieten.

FDP gibt sich klar aufgestellt

Kathrin Piazolo, FDP.
Kathrin Piazolo, FDP. | Bild: www.jenshagen.info

Für die Liberalen positionierte sich Kathrin Piazolo klar sortiert. „Endlich haben wir eine Berechnungsgrundlage“, zeiget sie sich froh und dankbar. An den Vollkosten gelte es als Berechnungsgrundlage festzuhalten, stellte sie weiter fest bevor sie ihre Lanze für die Schwimmvereine brach.

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Freie Wähler schlingern, Roth fordert

Sybille Seemann, Freie Wähler.
Sybille Seemann, Freie Wähler. | Bild: SK

Sybille Seemann sagte für die Freien Wähler nur kurz, die Fraktion sei noch nicht entscheidungsfähig. Zweifel gebe es vor allem an den Vollkosten.

Ob Roth nutzte das Hin und Her im Ausschuss für eine kleine Aufforderung: „Wir müssen das Kreisen beenden“, sagte er angesichts der monatelangen Debatten. Ob sein Wort erhört wird? Klaus Martin versprach, „im Gemeinderat keinen Vertagungsantrag zu stellen“.

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